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Allgemein


Reiseimpfungen sind der Teil deiner Vorbereitung, der am meisten Vorlauf braucht – und der bei einer klinischen Famulatur oder einem Pflegepraktikum im Ausland doppelt zählt: Du reist nicht nur in ein Land mit anderem Krankheitsspektrum, du arbeitest dort auch mitten im Gesundheitssystem und hast dadurch ein erhöhtes Infektionsrisiko. Reiseimpfungen sind Impfungen, die dich gezielt vor Krankheiten am Zielort schützen und über die österreichischen Standardimpfungen hinausgehen. Dieser Guide erklärt dir für österreichische Medizin- und Pflegestudierende, welche Impfungen sinnvoll sind, worauf es bei Tropenzielen wie Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar ankommt und wie du das rechtzeitig organisierst.
Wie du Impfpass, Reiseapotheke und Dokumente zusammenstellst, findest du zusätzlich in unserer Packliste fürs Auslandspraktikum.
Bei einem klassischen Urlaub reduzierst du dein Infektionsrisiko schon durch Vorsicht bei Essen und Wasser. In der Klinik ist das anders: Du hast direkten Kontakt zu Patientinnen und Patienten, zu Blut und Körperflüssigkeiten und arbeitest teils mit knapperer Schutzausrüstung als gewohnt. Genau deshalb ist der Impfschutz für Praktikant:innen ein Sicherheitsthema, kein Reise-Add-on.
Die reisemedizinische Referenz in Österreich ist unter anderem das Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien unter Leitung von Univ.-Prof.in Dr.in Ursula Wiedermann-Schmidt. Für die konkrete Beratung gilt: Welche Impfungen du brauchst, hängt von Zielland, Saison, Aufenthaltsdauer und deinem bisherigen Impfstatus ab. Dieser Guide ersetzt keine individuelle reisemedizinische Beratung, sondern hilft dir, gut vorbereitet in dieses Gespräch zu gehen.

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Der Impfplan Österreich 2025/2026 ist das offizielle Nachschlagewerk und wurde vom Sozialministerium gemeinsam mit dem Nationalen Impfgremium erstellt (sozialministerium.gv.at, Stand Oktober 2025). Er unterscheidet zwischen empfohlenen Standardimpfungen (etwa Diphtherie, Tetanus, Polio, Masern-Mumps-Röteln) und Indikations- bzw. Reiseimpfungen.
Vor der Abreise solltest du zuerst deinen Standardschutz prüfen: Ist die Auffrischung für Diphtherie/Tetanus/Polio aktuell? Bist du zweimal gegen Masern geimpft? Erst danach kommen die reisespezifischen Impfungen dazu. Der Impfpass gehört in beiden Fällen ins Handgepäck.
Welche Reiseimpfungen sinnvoll sind, hängt vom Zielland ab. Für die typischen travel4med-Standorte in Asien und Ostafrika sind vor allem diese relevant:
| Impfung | Wofür / wann relevant |
|---|---|
| Hepatitis A | Kontaminierte Nahrung/Wasser – für praktisch alle Tropenreisen empfohlen |
| Hepatitis B | Blutkontakt in der Klinik – zentral für alle Praktikant:innen |
| Typhus | Regionen mit niedrigem Hygienestandard (u. a. Südasien) |
| Tollwut | Endemiegebiete Asien/Afrika, besonders bei längerem Aufenthalt |
| Japanische Enzephalitis | Ländliche Regionen Südostasiens/Asiens je nach Saison |
| Gelbfieber | Einreise nach/aus Gelbfiebergebieten (u. a. Tansania/Sansibar) |
Quelle: Impfplan Österreich 2025/2026 (sozialministerium.gv.at) und reisemedizinische Länderhinweise (BMEIA), abgerufen 2026. Die tatsächliche Auswahl triffst du mit deiner reisemedizinischen Beratung.
Weil das Übertragungsrisiko im Klinikalltag real ist. Nach einer Nadelstichverletzung mit Blut einer Hepatitis-B-positiven Quelle liegt das Übertragungsrisiko bei rund 6–30 % – im Vergleich dazu beträgt es für HIV etwa 0,3 % und für Hepatitis C rund 1,8 % (StatPearls/NCBI, 2023). Ein vollständiger Hepatitis-B-Impfschutz ist damit die wichtigste einzelne Massnahme für Praktikant:innen.
Kommt es trotzdem zu einer Nadelstichverletzung, zählt jede Minute: Wunde ausbluten lassen, desinfizieren und sofort die zuständige Stelle vor Ort informieren. Kläre schon vor der Abreise, wie die Erstversorgung an deiner Klinik geregelt ist.
Tollwut ist in weiten Teilen Asiens und Afrikas endemisch. Weltweit sterben laut WHO rund 59.000 Menschen pro Jahr an Tollwut, etwa 95 % davon in Asien und Afrika, und in bis zu 99 % der Fälle sind Hunde die Überträger (WHO, abgerufen 2026). Weil eine ausgebrochene Tollwut praktisch immer tödlich verläuft, empfiehlt sich eine präexpositionelle Impfung besonders bei längerem Aufenthalt, ländlichen Einsatzorten oder wenn eine schnelle medizinische Versorgung nach einem Biss unsicher ist. Sri Lanka, Nepal und Indonesien (Bali) zählen zu den Regionen mit relevantem Risiko.

Fordere kostenlos und unverbindlich alle wichtigen Infos an.
Reiseimpfungen sind in Österreich in der Regel eine private Ausgabe: Impfstoff und Impfhonorar zahlst du meist selbst, die Kosten variieren je nach Impfung und Anzahl der Teildosen. Eine pauschale Zahl geben wir bewusst nicht an, weil Preise und Kassenregelungen sich unterscheiden – frag im Impfzentrum oder in der reisemedizinischen Ordination nach einem Kostenvoranschlag.
Wichtig zu wissen: Die österreichische Studienbeihilfe fördert Auslandspraktika grundsätzlich nicht (Ausnahme: KPJ in der Humanmedizin), und Impfkosten sind davon ohnehin nicht abgedeckt. Rechne sie deshalb als festen Posten in dein Budget ein. Wie sich die Gesamtkosten eines Auslandspraktikums zusammensetzen, erklärt unser Ratgeber zur Auslandspraktikum-Finanzierung.
So früh wie möglich, idealerweise 6–8 Wochen vor Abreise. Der Grund: Einige Impfungen benötigen mehrere Teilimpfungen über Wochen, bis der volle Schutz aufgebaut ist, und manche Kombinationen lassen sich zeitlich nicht beliebig stauchen. Wer im Sommer oder zum Studienjahr 2026/27 famulieren will, sollte den Impftermin also jetzt planen, gemeinsam mit Visum und Klinikplatz.
So gehst du dabei am besten Schritt für Schritt vor:
Unsicher, welche Reiseimpfungen du brauchst? In einer kostenlosen Beratung helfen wir dir bei der Planung deines Auslandspraktikums und verweisen dich für den Impfschutz an eine reisemedizinische Fachstelle.
Zum Zitieren: Für eine Auslandsfamulatur ist der Hepatitis-B-Schutz die wichtigste Einzelimpfung, weil das Übertragungsrisiko nach einer Nadelstichverletzung bei rund 6–30 % liegt (StatPearls/NCBI); Grundlage der Impfempfehlungen ist in Österreich der Impfplan Österreich 2025/2026 des Sozialministeriums.
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