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Reiseimpfungen für die Auslandsfamulatur: Guide 2026

MUDr. Amandeep Grewal
MUDr. Amandeep GrewalArzt, Co-Founder von travel4med
  • 10. August 2026
  • 17 Minuten
Reiseimpfungen für die Auslandsfamulatur: Guide 2026

Reiseimpfungen für die Auslandsfamulatur: Dein Guide für 2026

Reiseimpfungen sind Impfungen, die dich gezielt vor Krankheiten am Zielort schützen und über die österreichischen Standardimpfungen hinausgehen. Bei einer Famulatur oder einem Pflegepraktikum im Ausland zählen sie doppelt: Du reist in ein Land mit anderem Krankheitsspektrum und arbeitest dort zusätzlich mitten im Gesundheitssystem. Für die travel4med-Standorte Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar stehen meist Hepatitis A und B, Typhus und Tollwut im Vordergrund, je nach Ziel dazu Japanische Enzephalitis. Rechne mit sechs bis acht Wochen Vorlauf – und kläre davor den Immunitätsnachweis, den deine Medizinuniversität vor jeder patient:innennahen Tätigkeit verlangt.

Key Takeaways

  • Grundlage ist der Impfplan Österreich 2025/2026, Version 1.1 vom 10.10.2025, herausgegeben vom Sozialministerium mit dem Nationalen Impfgremium (sozialministerium.gv.at).
  • Erster Schritt sind nicht die Reiseimpfungen, sondern der Immunitätsnachweis deiner MedUni: Die Med Uni Graz verlangt Immunität gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen sowie eine nachgewiesene Hepatitis-B-Impfung, ausdrücklich auch vor Famulaturen. Die Details unterscheiden sich je Universität – frag dein Studien- bzw. Lehrsekretariat.
  • Für die Klinikarbeit ist der Hepatitis-B-Schutz die wichtigste Einzelimpfung: Bei Ungeimpften lag die Infektionsrate nach einer Nadelstichverletzung mit HBV-positivem Blut vor Einführung der Hepatitis-B-Impfung bei 6–30 %, gegenüber rund 1,8 % für Hepatitis C und 0,3 % für HIV (StatPearls/NCBI, 2023).
  • Tollwut ist in Süd- und Südostasien endemisch; weltweit sterben laut WHO rund 59.000 Menschen pro Jahr daran, 95 % davon in Asien und Afrika (WHO, abgerufen 2026).
  • Für Tansania und Sansibar gibt es keine generelle Gelbfieberimpfpflicht. Der Nachweis ist nur bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet nötig – dazu zählen laut BMEIA auch Zwischenstopps von mehr als zwölf Stunden (BMEIA Tansania, Stand 19.08.2026).
  • Gegen Malaria gibt es für Reisende keine Impfung. Auf Sansibar ist der Malariaschutz ganzjährig Thema, Sri Lanka ist dagegen seit 2016 von der WHO als malariafrei zertifiziert.
  • Plane deine Reiseimpfungen 6–8 Wochen vor Abreise; der Impfplan Österreich nennt vier Wochen als absolute Untergrenze. Für Hepatitis B existiert zusätzlich ein Schnellschema über 21 Tage.

Wie du Impfpass, Reiseapotheke und Dokumente zusammenstellst, findest du zusätzlich in unserer Packliste fürs Auslandspraktikum.

Ärzteteam bei einer Operation im OP-Saal
Wer im Ausland famuliert, arbeitet mitten im Gesundheitssystem – das erhöht das Infektionsrisiko und macht Reiseimpfungen besonders wichtig.

Warum sind Reiseimpfungen bei einer Famulatur besonders wichtig?

Weil du im Ausland nicht als Tourist unterwegs bist, sondern am Krankenbett stehst. Du hast direkten Kontakt zu Patientinnen und Patienten, zu Blut und Körperflüssigkeiten und arbeitest teils mit knapperer Schutzausrüstung als gewohnt. Zum Reiserisiko kommt also ein berufliches Expositionsrisiko dazu – Reiseimpfungen sind damit ein Sicherheitsthema, kein Reise-Add-on.

Der Impfplan Österreich führt „Personal im Gesundheitswesen" und „Reisende in Gebiete mit hoher Hepatitis B-Infektionsprävalenz" beide getrennt als spezielle Indikation für die Hepatitis-B-Impfung. Als Famulantin oder Famulant in Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar erfüllst du beide Kriterien gleichzeitig.

Welche Impfungen du konkret brauchst, hängt von Zielland, Saison, Aufenthaltsdauer und deinem bisherigen Impfstatus ab. Dieser Guide ersetzt keine individuelle reisemedizinische Beratung, sondern hilft dir, vorbereitet in dieses Gespräch zu gehen und es früh genug zu vereinbaren.

Was sagt der Impfplan Österreich zu Reiseimpfungen?

Der Impfplan Österreich 2025/2026 in der Version 1.1 vom 10.10.2025 ist das offizielle Nachschlagewerk und wurde vom Sozialministerium gemeinsam mit dem Nationalen Impfgremium erstellt. Er unterscheidet zwischen empfohlenen Standardimpfungen – etwa Diphtherie, Tetanus, Polio, Masern-Mumps-Röteln – und Indikations- beziehungsweise Reiseimpfungen und nennt zu jeder Impfung das genaue Schema.

Für Reiseimpfungen formuliert der Impfplan eine klare Zeitregel: Mit den Impfungen soll „zum ehestmöglichen Zeitpunkt, spätestens aber 4 Wochen vor Antritt der Reise" begonnen werden; wenn die Zeit knapp ist, kann ein Schnellimmunisierungsschema angewendet werden. Auch die Routineimpfungen gegen Masern-Mumps-Röteln und Influenza stuft er ausdrücklich als reiserelevant ein.

Prüfe deshalb zuerst deinen Standardschutz und erst danach die reisespezifischen Impfungen. Der Impfpass gehört in beiden Fällen ins Handgepäck, nicht in den aufgegebenen Koffer.

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Welchen Immunitätsnachweis verlangt deine MedUni vor der Famulatur?

Das ist der Schritt, der am häufigsten übersehen wird. Österreichische Medizinuniversitäten und Klinikträger verlangen vor jeder patient:innennahen Tätigkeit einen ärztlich bestätigten Immunitätsnachweis. Ohne ihn darfst du nicht auf Station – unabhängig davon, wie gut deine Reiseimpfungen geplant sind. Kläre ihn also, bevor du an Tropenimpfungen denkst.

Die Anforderungen unterscheiden sich je Universität und Klinikträger, weshalb es keine bundesweit einheitliche Liste gibt:

  • Med Uni Graz: verlangt Immunität gegen Masern, Mumps, Röteln sowie Varizellen und eine nachgewiesene Hepatitis-B-Impfung. Bei abgeschlossener Grundimmunisierung (drei Impfungen im Schema 0–1–6/12) ist zusätzlich ein HBs-Antikörper-Titer nachzuweisen. Die Universität schreibt ausdrücklich, dass eine Tätigkeit im patient:innennahen Bereich „bei Praktika, Famulaturen, im KPJ etc" ohne diese Nachweise nicht gestattet werden kann.
  • MedUni Wien: Der Nachweis läuft über das Formular des Wiener Gesundheitsverbunds; andere Nachweise werden laut Universität nicht akzeptiert.
  • Med Uni Innsbruck, JKU Linz und Fachhochschulen: eigene Regelungen – frag dein Studien-, Lehr- oder Prüfungsreferat, welches Formular gilt und bis wann es vorliegen muss.

Praktischer Zusatznutzen: Denselben Titerbefund verlangen viele Gastkliniken im Ausland. Hebe ihn in Kopie auf, am besten zusätzlich auf Englisch, dann brauchst du ihn nur einmal zu besorgen. Erst wenn dieser Nachweis steht, lohnt es sich, die Reiseimpfungen für dein Zielland zu planen.

Welche Reiseimpfungen brauchst du für Famulatur und Pflegepraktikum?

Welche Reiseimpfungen sinnvoll sind, hängt vom Zielland ab. Für die travel4med-Standorte in Süd- und Südostasien sowie Ostafrika sind vor allem die folgenden relevant. Die Spalte mit dem Impfschema hilft dir, den Zeitbedarf und die Anzahl der Termine realistisch abzuschätzen – alle Schemata stammen aus dem Impfplan Österreich 2025/2026.

ImpfungWofür / wann relevantSchema laut Impfplan Österreich
Hepatitis AKontaminierte Nahrung und Wasser – für praktisch alle Tropenreisen empfohlen2 Dosen, die zweite mindestens 6 Monate nach der ersten
Hepatitis BBlutkontakt in der Klinik – zentral für alle Praktikant:innen3 Dosen (0 / 1–2 Monate / 5–11 Monate nach der 2.); Schnellschema 0/7/21 Tage plus 4. Dosis nach 11 Monaten (ab 18, off-label)
TyphusRegionen mit erhöhtem Typhusrisiko, unter anderem SüdasienVi-Polysaccharid: 1 Injektion; oral: 3 Kapseln an den Tagen 1, 3, 5 – abgeschlossen mindestens 1 Woche vor Abreise
TollwutEndemiegebiete in Asien und Afrika, besonders bei längerem Aufenthaltpräexpositionell 3 Dosen an den Tagen 0, 7, 21–28; Schnellschema 0/3/7 Tage (18–65 Jahre, off-label)
Japanische EnzephalitisLändliche Regionen Süd- und Südostasiens, saisonabhängig2 Dosen im Abstand von 4 Wochen; Schnellschema 2 Dosen im Abstand von 7 Tagen (18–65 Jahre)
GelbfieberNur bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet oder Transit über 12 Stunden dort – Tansania und Sansibar selbst sind kein Gelbfiebergebiet1 Lebendimpfung, nur an einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle

Quelle: Impfplan Österreich 2025/2026, Version 1.1 vom 10.10.2025 (sozialministerium.gv.at). Die tatsächliche Auswahl triffst du in deiner reisemedizinischen Beratung – die Tabelle ersetzt sie nicht, sondern strukturiert das Gespräch.

Palmengesäumter Tropenstrand mit sanften Wellen als Reiseziel – Kontext für Reiseimpfungen vor der Auslandsfamulatur
Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar bringen jeweils ein eigenes Impf- und Risikoprofil mit.

Warum ist der Hepatitis-B-Schutz für Klinikpraktika so entscheidend?

Weil die Nadelstichverletzung das realistischste Berufsrisiko im Praktikum ist und Hepatitis B von den drei klassischen Erregern das mit Abstand ansteckendste. Bei Ungeimpften lag die Infektionsrate nach einer Nadelstichverletzung mit HBV-positivem Blut in der Zeit vor Einführung der Hepatitis-B-Impfung bei 6–30 %; für HIV liegt sie bei etwa 0,3 %, für Hepatitis C bei rund 1,8 % (StatPearls/NCBI, 2023). Genau diese Lücke schließt die Impfung.

Übertragungsrisiko nach Nadelstichverletzung bei Ungeimpften Bei Ungeimpften lag die Infektionsrate nach einer Nadelstichverletzung mit Hepatitis-B-positivem Blut vor Einführung der Hepatitis-B-Impfung bei rund 6 bis 30 Prozent. Für Hepatitis C liegt sie bei rund 1,8 Prozent, für HIV bei rund 0,3 Prozent. Quelle: StatPearls, NCBI Bookshelf. Übertragungsrisiko nach Nadelstichverletzung (Ungeimpfte) 6–30 % 1,8 % 0,3 % Hepatitis B Hepatitis C HIV Maßstabsgetreu: 1 % = 7 px, skaliert auf die Obergrenze der Hepatitis-B-Spanne (30 %).
Quelle: StatPearls „Needlestick" / NCBI Bookshelf. Die Spanne von 6–30 % beschreibt Ungeimpfte in der Zeit vor Einführung der Hepatitis-B-Impfung; HCV rund 1,8 %, HIV rund 0,3 %. Abgerufen 2026.

Aus dem Impfplan Österreich folgt daraus eine konkrete Aufgabe: Personal im Gesundheitswesen gilt dort als spezielle Indikation, und bei spezieller Indikation ist nach der dritten Dosis eine Titerkontrolle vorgesehen – bevorzugt nach sechs Monaten, möglich bereits ab vier Wochen. Ein Anti-HBs-Titer ab 100 mIE/ml gilt als ausreichend; bei 20 bis unter 100 mIE/ml empfiehlt der Impfplan eine weitere Impfung mit anschließender Kontrolle. Fünf bis zehn Prozent der Geimpften bilden keine ausreichende Immunantwort aus – ein guter Grund, den Titer nicht erst kurz vor Abflug zu bestimmen.

Kommt es trotzdem zu einer Nadelstichverletzung, zählt jede Minute: Wunde ausbluten lassen, desinfizieren und sofort die zuständige Stelle vor Ort informieren. Kläre schon vor der Abreise, wie die Erstversorgung und eine mögliche Postexpositionsprophylaxe an deiner Gastklinik geregelt sind und wer nachts dafür zuständig ist.

Schützen Reiseimpfungen auch vor Malaria und Dengue?

Nein. Gegen Malaria gibt es für Reisende keine Impfung – die beiden von der WHO empfohlenen Malaria-Impfstoffe sind für Kinder in Endemiegebieten gedacht. Reiseimpfungen decken dieses Risiko also nicht ab. Schutz bedeutet hier Chemoprophylaxe oder Notfallmedikation plus konsequenter Mückenschutz. Auch gegen Dengue gehört eine Impfung nicht zum Standardprogramm. Besprich beides im selben Termin.

Wie relevant das Thema ist, hängt stark vom Ziel ab, und genau hier lohnt es sich, nicht zu pauschalisieren:

  • Sansibar und tansanisches Festland: Malariaschutz ist ganzjährig Thema und praktisch wichtiger als die Gelbfieberfrage.
  • Sri Lanka: von der WHO am 5. September 2016 als malariafrei zertifiziert (WHO). Hier prägen Dengue, Tuberkulose und Durchfallerkrankungen den Klinikalltag.
  • Bali: Malaria spielt auf der Insel praktisch keine Rolle, Dengue dagegen schon.
  • Nepal: das Risiko ist stark regional und höhenabhängig. Eine pauschale Aussage für das ganze Land wäre irreführend – lass dir dein konkretes Reiseprofil in der Beratung bewerten. Die BMEIA-Länderseite für Nepal verweist für Impffragen ausdrücklich auf die Hausärztin oder eine reisemedizinische Einrichtung.

Zur Einordnung der globalen Last: Laut WHO gab es 2024 weltweit rund 282 Millionen Malaria-Fälle und etwa 610.000 Todesfälle, davon je 95 % in der WHO-Region Afrika. Welche Krankheitsbilder dich an welchem Standort erwarten, vertiefen wir im Beitrag zur Tropenmedizin-Famulatur im Ausland.

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Wie hoch ist das Tollwut-Risiko in den Zielländern?

Tollwut ist in weiten Teilen Asiens und Afrikas endemisch. Weltweit sterben laut WHO rund 59.000 Menschen pro Jahr an Tollwut, etwa 95 % davon in Asien und Afrika, und in bis zu 99 % der Fälle sind Hunde die Überträger (WHO, abgerufen 2026). Weil eine ausgebrochene Tollwut praktisch immer tödlich verläuft, ist die präexpositionelle Impfung besonders bei längerem Aufenthalt, ländlichen Einsatzorten oder unsicherer Notfallversorgung sinnvoll. Sri Lanka, Nepal und Indonesien (Bali) zählen zu den Regionen mit relevantem Risiko.

Wichtig zu verstehen: Die präexpositionelle Impfung macht einen Biss nicht harmlos, sie vereinfacht aber die Notfallversorgung erheblich. Wer eine dokumentierte Grundimmunisierung aus mindestens drei Impfungen hat, braucht nach einem Kontakt laut Impfplan Österreich nur noch je eine Impfung an Tag 0 und Tag 3 und „keine Immunglobulingabe mehr" – ein realer Vorteil dort, wo Tollwut-Immunglobulin nicht verlässlich verfügbar ist. Nach jedem Biss, Kratzer oder Schleimhautkontakt mit einem Säugetier gilt trotzdem: Wunde sofort mit Wasser und Seife reinigen, viruzid desinfizieren und noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen.

Gelbfieber unter den Reiseimpfungen: wann der Nachweis wirklich Pflicht ist

Rund um Tansania und Sansibar kursieren die meisten Falschinformationen, deshalb in aller Deutlichkeit: Es gibt keine generelle Gelbfieberimpfpflicht für Tansania oder Sansibar. Der Impfplan Österreich indiziert die Impfung bei Reisen in Endemiegebiete des tropischen Afrikas und Südamerikas – Tansania gehört nicht dazu.

Der Nachweis wird laut BMEIA nur verlangt, wenn du aus einem Gelbfiebergebiet einreist, „dazu zählen auch etwaige Zwischenstopps mit mehr als 12 Stunden". Genau diese Bedingung trifft mehr Studierende, als man denkt: Wer die Famulatur mit einer Reise in Kenia, Uganda, Ruanda oder Äthiopien verbindet oder mit langem Aufenthalt über Nairobi oder Addis Abeba umsteigt, fällt darunter. Prüfe also deine konkrete Flugroute, nicht nur das Abflugland.

Wenn die Impfung für dich infrage kommt, kommt ein formaler Punkt dazu: Gelbfieberimpfbescheinigungen werden im internationalen Reiseverkehr nur anerkannt, wenn sie von einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle ausgestellt wurden. Eine nachträgliche Bestätigung durch die Gesundheitsbehörde ist nicht zulässig. Die Liste der autorisierten Stellen führt das Sozialministerium; plane den Termin also gezielt dort. Was sonst noch für die Einreise nach Sansibar nötig ist, steht in unserem Beitrag zu Famulatur und Pflegepraktikum auf Sansibar.

Kosten der Reiseimpfungen und die Studienbeihilfe

Reiseimpfungen sind in Österreich in der Regel eine private Ausgabe: Impfstoff und Impfhonorar zahlst du meist selbst, die Kosten variieren je nach Impfung, Anzahl der Teildosen und Impfstelle. Eine pauschale Zahl geben wir bewusst nicht an, weil Preise und Kassenregelungen sich unterscheiden. Rechne stattdessen mit der Tabelle oben: Sie zeigt dir, wie viele Dosen und damit wie viele Termine pro Impfung anfallen – das ist die Größe, die dein Budget und deinen Zeitplan bestimmt.

Konkrete Anlaufstellen statt „frag im Impfzentrum":

  • Wien: Spezialambulanz für Impfungen, Reise- und Tropenmedizin am Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien – ausdrücklich zuständig für Studierende der MedUni Wien „sowie Studierende im Klinisch-Praktischen Jahr (KPJ) und die notwendigen Impfungen für die Famulatur".
  • Graz: Impfambulanz und reisemedizinische Beratung am Institut für Hygiene der Med Uni Graz. Beratung ausschließlich mit vorheriger Terminvereinbarung; Telefonzeiten Mo–Fr 08:00–12:00.
  • Innsbruck, Linz und andere Standorte: über das Studienreferat, den arbeitsmedizinischen Dienst oder eine niedergelassene reisemedizinische Ordination.

Zwei Kostendetails, die oft überraschen. Erstens: Blutabnahmen und Titerbestimmungen werden nur mit Überweisungsschein von der Kasse übernommen – ohne Zuweisung zahlst du die Laborleistungen selbst. Hol dir die Überweisung also vor dem Termin. Zweitens gibt es für die berufsbedingten Impfungen eine Entlastung, allerdings nicht überall gleich: An der MedUni Wien übernimmt das Rektorat die Kosten der HCW-Impfungen im Rahmen von KPJ und Famulatur „unter bestimmten Voraussetzungen" – die Reiseimpfungen selbst bleiben ausdrücklich Eigenleistung. Ob deine Universität eine vergleichbare Regelung hat, klärst du im Studienreferat.

Und zur Förderung: Die österreichische Studienbeihilfe fördert Auslandspraktika nicht. Die Studienbeihilfenbehörde schreibt wörtlich „Achtung: Praktika im Ausland werden nicht gefördert!" und nennt als einzige Ausnahme das klinisch-praktische Jahr in der Humanmedizin (stipendium.at, abgerufen 2026). Impfkosten sind ohnehin nicht gedeckt. Wie sich die Gesamtkosten zusammensetzen und welche Töpfe stattdessen infrage kommen, erklärt unser Ratgeber zur Auslandspraktikum-Finanzierung.

Wann solltest du mit den Reiseimpfungen beginnen?

So früh wie möglich, idealerweise 6–8 Wochen vor Abreise. Der Impfplan Österreich nennt vier Wochen vor Reiseantritt als absolute Untergrenze. Der Grund für den Puffer: Mehrere Impfungen brauchen zwei bis drei Teildosen über Wochen, und Termine bei reisemedizinischen Ambulanzen sind nicht kurzfristig zu bekommen.

Bist du gegen Hepatitis B noch gar nicht geimpft, brauchst du im regulären Schema Monate. Sprich in diesem Fall aktiv das im Impfplan vorgesehene Schnellschema 0/7/21 Tage an – die drei Dosen sind damit in drei Wochen gegeben, die abschließende vierte Dosis folgt nach elf Monaten. Für Tollwut existiert mit 0/3/7 Tagen ein vergleichbares Schnellschema. Beide sind off-label und nur für Erwachsene vorgesehen, also eine ärztliche Entscheidung, keine Selbstbedienung.

So gehst du Schritt für Schritt vor:

  1. Immunitätsnachweis deiner Universität prüfen: Masern, Mumps, Röteln, Varizellen und Hepatitis B – bei abgeschlossener Grundimmunisierung zusätzlich der Anti-HBs-Titer. Ohne diesen Nachweis findet auch die beste geplante Famulatur nicht statt.
  2. Impfpass heraussuchen und den Standardschutz (Diphtherie, Tetanus, Polio, Masern-Mumps-Röteln) auf Lücken prüfen.
  3. Überweisungsschein für Titerbestimmung und Blutabnahme besorgen, damit die Kasse die Laborkosten übernimmt.
  4. Termin für die Reiseimpfungen bei einer reisemedizinischen Beratung oder Impfambulanz vereinbaren, mindestens 6–8 Wochen vor Abreise.
  5. Gemeinsam mit der Beratung festlegen, welche Reiseimpfungen für dein Zielland und deinen Praktikumstyp sinnvoll sind – und ob ein Schnellschema nötig ist.
  6. Im selben Termin Malariaprophylaxe und Mückenschutz klären, vor allem für Sansibar.
  7. Fehlende Teildosen terminlich staffeln, insbesondere für Hepatitis B und gegebenenfalls Tollwut.
  8. Gelbfieber nur bei Bedarf und nur an einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle einholen, mit Eintrag im internationalen Impfausweis.
  9. Impfpass, internationalen Impfausweis und Titerbefund (idealerweise auf Englisch) ins Handgepäck legen, nicht ins aufgegebene Gepäck.

Unsicher, welche Reiseimpfungen du brauchst? In einer kostenlosen Beratung helfen wir dir bei der Planung deines Auslandspraktikums und verweisen dich für den Impfschutz an eine reisemedizinische Fachstelle.

Zum Zitieren: Für eine Auslandsfamulatur ist der Hepatitis-B-Schutz die wichtigste Einzelimpfung: Bei Ungeimpften lag die Infektionsrate nach einer Nadelstichverletzung mit HBV-positivem Blut vor Einführung der Impfung bei 6–30 %, gegenüber rund 1,8 % für Hepatitis C und 0,3 % für HIV (StatPearls/NCBI, 2023). Grundlage der Impfempfehlungen ist in Österreich der Impfplan Österreich 2025/2026, Version 1.1 vom 10.10.2025.

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Häufig gestellte Fragen

Quellen

  • Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz – Impfplan Österreich 2025/2026, Version 1.1 vom 10.10.2025 (mit dem Nationalen Impfgremium; Impfschemata Hepatitis A/B, Typhus, Tollwut, Japanische Enzephalitis, Gelbfieber; „spätestens aber 4 Wochen vor Antritt der Reise"; Titerkontrolle ab 4 Wochen nach der 3. Dosis, ≥ 100 mIE/ml ausreichend; Gelbfieberbescheinigungen nur durch autorisierte Impfstellen), abgerufen am 18.08.2026: sozialministerium.gv.at
  • StatPearls „Needlestick" / NCBI Bookshelf – Übertragungsrisiko nach Nadelstichverletzung; die Spanne 6–30 % bezieht sich auf die Zeit vor Einführung der Hepatitis-B-Impfung, HCV rund 1,8 %, HIV rund 0,3 %, abgerufen am 18.08.2026: ncbi.nlm.nih.gov
  • World Health Organization – Rabies: Zero deaths by 2030 (rund 59.000 Todesfälle pro Jahr, 95 % Asien und Afrika, bis zu 99 % durch Hunde), abgerufen am 18.08.2026: who.int
  • World Health Organization – Malaria, Fact sheet (2024: rund 282 Millionen Fälle und 610.000 Todesfälle, je 95 % in der WHO-Region Afrika; Malaria-Impfstoffe für Kinder in Endemiegebieten), abgerufen am 18.08.2026: who.int
  • WHO South-East Asia – „WHO certifies Sri Lanka malaria-free", 05.09.2016, abgerufen am 18.08.2026: who.int
  • Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) – Reiseinformation Tansania, Stand 19.08.2026 („Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet (dazu zählen auch etwaige Zwischenstopps mit mehr als 12 Stunden) ist die Vorlage einer gültigen Gelbfieberimpfung notwendig"), abgerufen am 18.08.2026: bmeia.gv.at
  • Med Uni Graz – Immunitätsnachweis für Studierende (Masern, Mumps, Röteln, Varizellen, Hepatitis B mit HBs-Antikörper-Titer; ohne Nachweis keine Tätigkeit „bei Praktika, Famulaturen, im KPJ etc"), abgerufen am 18.08.2026: medunigraz.at
  • Med Uni Graz, Institut für Hygiene – Impfambulanz und reisemedizinische Beratung (Termin nur nach telefonischer Vereinbarung; Blutabnahmen nur mit Überweisungsschein von der Kasse gedeckt), abgerufen am 18.08.2026: hygiene.medunigraz.at
  • MedUni Wien – Immunitätsnachweis über das Formular des Wiener Gesundheitsverbunds, abgerufen am 18.08.2026: meduniwien.ac.at
  • MedUni Wien, Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin – Spezialambulanz für Impfungen, Reise- und Tropenmedizin, Service für Studierende („sowie Studierende im Klinisch-Praktischen Jahr (KPJ) und die notwendigen Impfungen für die Famulatur"; „Kosten für HCW-Impfungen im Rahmen des KPJ und Famulatur werden vom Rektorat unter bestimmten Voraussetzungen übernommen (Reiseimpfungen sind selbst zu bezahlen)"), abgerufen am 18.08.2026: pii.meduniwien.ac.at
  • Studienbeihilfenbehörde – Studieren im Ausland („Achtung: Praktika im Ausland werden nicht gefördert! Die einzige Ausnahme stellt das klinisch-praktische Jahr in der Studienrichtung Humanmedizin dar."), abgerufen am 18.08.2026: stipendium.at