
Zeitumstellung 2026: Zeitverschiebung im Auslandspraktikum
Zeitumstellung am 25. Oktober 2026: So verschiebt sich die Zeitdifferenz zu Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar. Plane Famulatur und KPJ jetzt richtig.

Celina Köhsl
16. September 2026

Die Influenza-Impfung ist die Impfung, die du dir vor einer Famulatur, einem KPJ-Tertial oder einem Pflegepraktikum im Ausland am leichtesten organisieren kannst, und zwar gratis. Kurzantwort: Hol dir den Termin ab Mitte Oktober 2026, spätestens rund zwei Wochen vor dem Abflug. Du stehst nämlich gleich doppelt auf der Empfehlungsliste des Bundes: einmal als Personal im Gesundheitsbereich, einmal als Reisende oder Reisender. Und die Grippe macht in Sri Lanka, Nepal, auf Bali und auf Sansibar keine Winterpause.
Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal, Ärztin bzw. Arzt im travel4med-Team, die und der Medizinstudierende bei Impf- und Reisemedizinfragen vor Famulatur, KPJ und Pflegepraktikum begleitet.
Die Influenza-Impfung ist eine jährlich neu angepasste Impfung gegen die echte Grippe, die dich vor allem vor schweren Verläufen und Komplikationen schützt. Sie ist keine klassische Reiseimpfung wie Tollwut oder Typhus, sondern eine Routineimpfung, die der Impfplan Österreich ausdrücklich auch als reiserelevant einstuft. Genau deshalb rutscht sie in der Vorbereitung so oft durch.
Warum sie dich als Medizinstudierende besonders betrifft? Weil du im Zielland nicht als Tourist unterwegs bist, sondern im Spital arbeitest. Die WHO formuliert das nüchtern: Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich haben durch den engen Patientenkontakt ein hohes Ansteckungsrisiko und geben das Virus besonders leicht an vulnerable Menschen weiter. Auf der österreichischen Empfehlungsliste tauchst du deshalb zweimal auf, als Gesundheitspersonal und als Reisende oder Reisender.
Die Influenza selbst beginnt meist plötzlich: hohes Fieber, starkes Krankheitsgefühl, Muskel- und Gliederschmerzen, Kopf- und Halsschmerzen, Husten. Dazu kommen gelegentlich Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen. Nach Angaben von impfen.gv.at dauert ein Verlauf im Vergleich zu einem grippalen Infekt deutlich länger, bis zu zehn Tage. Zehn Tage sind bei einer vierwöchigen Famulatur ein Viertel deines Praktikums.

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Mitte Oktober oder im November. So steht es auf impfen.gv.at, der gemeinsamen Seite von Bund, Ländern und Sozialversicherung: die jährliche Impfung erfolgt idealerweise „Mitte Oktober/im November vor Beginn der Influenzawelle". Später ist sie nicht sinnlos, sie kann auch noch mitten in der Saison verabreicht werden, wenn bereits Fälle auftreten.
Für dich als Praktikantin oder Praktikant gilt zusätzlich die Reiseregel: Wer verreist, soll sich spätestens ungefähr zwei Wochen vor Reiseantritt impfen lassen. Dann steht der Schutz schon am Flughafen, im Flugzeug und am Zielort. Rechne also rückwärts vom Abflug, nicht vom Semesterende.
Praktisch heißt das für die zwei häufigsten Startfenster:
| Dein Praktikumsstart | Sinnvoller Impftermin | Warum |
|---|---|---|
| Anfang Dezember 2026 | Mitte Oktober bis Mitte November 2026 | Ideales Saisonfenster und mehr als zwei Wochen Vorlauf |
| Februar 2027 (Semesterferien) | Mitte Oktober bis Mitte Jänner 2027 | Impfung bleibt die ganze Saison über möglich, zwei Wochen Vorlauf beachten |
| Juli 2027 | Saison 2027/2028 abwarten | Der Impfstoff der Saison 2026/2027 ist dann nicht mehr der aktuelle |
Wichtig für das letzte Feld: Influenzaviren verändern sich laufend, die Impfstoffzusammensetzung wird jährlich angepasst. Eine Impfung aus dem Vorjahr zählt nicht als aktueller Schutz.
Durchschnittlich über 1.000 Menschen pro Jahr, so formuliert es impfen.gv.at. Die AGES rechnet genauer und schätzt die influenzaassoziierten Todesfälle pro Saison, jeweils für den Zeitraum Kalenderwoche 40 bis Kalenderwoche 20 des Folgejahres. Die Schwankung zwischen den Saisonen ist groß, und genau das ist der Punkt: Du weißt vorher nie, ob eine milde oder eine schwere Saison kommt.
| Saison (KW 40 bis KW 20) | Geschätzte influenzaassoziierte Todesfälle | 95 Prozent Konfidenzintervall |
|---|---|---|
| 2022/2023 | 4.020 | 3.578 bis 4.462 |
| 2023/2024 | 2.696 | 2.593 bis 2.798 |
| 2024/2025 | 3.570 | 3.452 bis 3.688 |
| 2025/2026 | 1.929 | 1.842 bis 2.016 |
Die Zahlen sind Modellschätzungen für Österreich, keine gezählten Einzelfälle, und sie beziehen sich ausschließlich auf die typischen Saisonwochen. Trotzdem sagen sie dir das Wesentliche: Eine schwere Saison kostet in Österreich das Doppelte einer milden.
Ja, und zwar unabhängig davon, welcher Monat bei uns gerade ist. Die WHO schreibt in ihrem Faktenblatt zur saisonalen Influenza: In gemäßigten Klimazonen treten die Epidemien vor allem im Winter auf, in tropischen Regionen kann Influenza dagegen das ganze Jahr über vorkommen, mit unregelmäßigeren Ausbrüchen. Weltweit rechnet die WHO mit rund einer Milliarde Fällen pro Jahr, davon 3 bis 5 Millionen schwere Verläufe und 290.000 bis 650.000 Todesfälle durch Atemwegserkrankungen.
Dazu kommt der Halbkugel-Effekt: Auf der Südhalbkugel läuft die Influenzasaison laut impfen.gv.at etwa um ein halbes Jahr verschoben, von April bis September. Sansibar liegt knapp südlich des Äquators, Bali ebenfalls. Sri Lanka und Nepal liegen nördlich davon, Nepal mit seinen Höhenlagen sogar in einer Zone mit eigenem Muster.
Für dich heißt das schlicht: Der Kalender nimmt dir die Entscheidung nicht ab. Wenn du im Jänner nach Galle oder Pokhara fliegst, nimmst du den österreichischen Impfstoff der laufenden Saison mit und bist damit dort genauso besser dran.
Nichts. Im Öffentlichen Impfprogramm von Bund, Ländern und Sozialversicherung ist die Influenza-Impfung für alle ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat gratis, und zwar Impfstoff und Impfleistung. Das ist einer der wenigen Posten in deiner Praktikumsvorbereitung, der dein Budget nicht belastet. Die Tollwut-Impfung sieht da ganz anders aus.
Wo du sie bekommst, laut impfen.gv.at:
| Ort | Für wen typischerweise |
|---|---|
| Teilnehmende Ordinationen (Allgemeinmedizin, Kinderheilkunde) | Der Standardweg, vorher anrufen und Termin vereinbaren |
| Impfaktionen in Betrieben, Alten- und Pflegeheimen, Kranken-, Kur- und Rehaanstalten | Wenn du nebenbei in einer solchen Einrichtung arbeitest |
| Einrichtungen der Sozialversicherung, Bezirksverwaltungsbehörden, Magistrate | Je nach Bundesland, in Wien etwa über den Impfservice der Stadt |
Ein Detail, das Zeit spart: Die Influenza-Impfung darf laut impfen.gv.at gleichzeitig mit anderen Impfungen verabreicht werden, etwa gegen COVID-19, Pneumokokken oder RSV. Eine Impfung in den rechten, eine in den linken Oberarm. Wenn du ohnehin wegen deiner Reiseimpfungen in der Ordination sitzt, nimm sie einfach mit.

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Hier die Reihenfolge, die in der Praxis funktioniert:
Du planst deine Famulatur, dein KPJ-Tertial oder dein Pflegepraktikum in Sri Lanka, Nepal, auf Bali oder auf Sansibar und weißt noch nicht, welcher Standort zu dir passt? Schau dir unsere Standorte an oder lies nach, wie eine Famulatur im Ausland mit uns konkret abläuft. Wir kümmern uns um die Organisation, du kümmerst dich um deinen Impfpass.
Auf dem Papier: eine Empfehlung, keine Pflicht. In der Realität: der Punkt, an dem die Influenza-Impfung von „nice to have" zu „gehört dazu" wird. Die WHO zählt Gesundheitspersonal ausdrücklich zu den Gruppen, für die eine jährliche Impfung empfohlen ist, und begründet das mit dem Schutz der Patientinnen und Patienten rundherum. Genauso steht es auf der österreichischen Empfehlungsliste unter „Personal des Gesundheits- und Pflegebereichs".
Was deine MedUni verlangt, ist eine andere Frage, und die beantwortet keine Bundesstelle. Der geforderte Immunitätsnachweis vor einer Famulatur oder vor dem KPJ unterscheidet sich zwischen MedUni Wien, Medizinischer Universität Graz, Medizinischer Universität Innsbruck und JKU Linz. Hepatitis B steht praktisch überall drauf, Influenza nicht automatisch. Frag im Studien- bzw. Prüfungsreferat oder bei der Curriculumdirektion deiner eigenen Uni nach, welche Liste für dich gilt, und plane den Gesundheitscheck vor dem Auslandspraktikum rechtzeitig mit ein.
Das Gastspital im Zielland fragt üblicherweise beim Onboarding nach deinem Impfstatus. Mit einem aktuellen Eintrag im e-Impfpass ist das eine Zwei-Minuten-Sache. Ohne Eintrag wird es eine Diskussion in einer Sprache, die du gerade erst lernst.
Die Influenza-Impfung ersetzt nichts. Sie schützt weder vor Dengue noch vor Malaria noch vor Typhus, und mit Tollwut hat sie ohnehin nichts zu tun. Was sie kann: Sie nimmt dir eine der wahrscheinlichsten Ursachen dafür, dass du im Praktikum eine Woche flachliegst, statt im OP zu stehen.
Sinnvoll ist deshalb, sie als letzten Baustein in einen Plan einzubauen, der ein paar Monate vorher beginnt. Erst die reisemedizinische Beratung und die Grundimmunisierungen, dann die Tropenmedizin-Themen und die Reiseapotheke, am Schluss die Influenza-Impfung im Saisonfenster. Und weil das Thema Gesundheit nicht bei der Impfung endet: Ohne passende Auslandskrankenversicherung nützt dir der beste Impfstatus wenig, wenn du dir vor Ort trotzdem etwas einfängst.
Wie Famulatur und KPJ in Österreich überhaupt zusammenspielen und welche Wochen wofür zählen, haben wir in unserem Überblick zu Famulatur und KPJ in Österreich aufgeschrieben. Auch das gehört zur Planung, denn ein Impftermin nützt nichts, wenn der Praktikumsblock am Ende gar nicht anerkannt wird.

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