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Medizinstudium ohne Abitur in Österreich: MedAT-Weg

Celina Köhsl
Celina KöhslMedizinstudentin, Teammitglied von travel4med
  • 10. August 2026
  • 15 Minuten
Medizinstudium ohne Abitur in Österreich: MedAT-Weg

Medizinstudium ohne Abitur in Österreich: Der Weg über Berufsreifeprüfung und MedAT

Ein Medizinstudium ohne Abitur ist in Österreich möglich – die Frage ist hier nur anders gestellt als in Deutschland. Das deutsche Abitur gibt es hier gar nicht, der vergleichbare Abschluss heißt Matura. Und für die Rangliste zählt sie ohnehin nicht: Über die Studienplätze entscheidet allein dein Ergebnis im MedAT (Medizinisch-Naturwissenschaftlicher Aufnahmetest) (medizinstudieren.at, 2026). Ohne Matura brauchst du eine Berufsreifeprüfung oder eine Studienberechtigungsprüfung – abgeschlossen sein muss sie aber erst zur Zulassung, nicht schon zur Anmeldung im März.

Key Takeaways

  • Ein Medizinstudium ohne Abitur heißt in Österreich zuerst einmal: kein Abitur, sondern Matura – und wer sie nicht hat, erwirbt die Universitätsreife über eine Berufsreifeprüfung (Berufsreifeprüfungsgesetz, BGBl. I Nr. 68/1997) oder eine Studienberechtigungsprüfung (§ 64a Universitätsgesetz 2002).
  • Für die Rangliste zählt ausschließlich dein MedAT-Gesamtwert, getrennt je Universität und Studienort – eine Notenquote nach Schultyp gibt es nicht (medizinstudieren.at, 2026).
  • Aber: In der Humanmedizin gilt eine Kontingentregelung. Mindestens 95 Prozent der Plätze sind EU-Bürger:innen und Gleichgestellten vorbehalten, mindestens 75 Prozent Personen mit in Österreich erworbenem oder gleichgestelltem Reifezeugnis, höchstens 5 Prozent gehen an das Nicht-EU-Kontingent (medizinstudieren.at, 2026).
  • Den Nachweis der allgemeinen Universitätsreife brauchst du nicht zur MedAT-Anmeldung: „Ein Nachweis der allgemeinen Universitätsreife (z.B. Reifezeugnis) sowie ein Lateinnachweis sind für die Teilnahme am MedAT nicht notwendig!“ Vorgelegt werden muss er bis zum Ende der Zulassungsfrist (medizinstudieren.at, 2026).
  • Harte Zahlen für den Zyklus 2026: 1.950 Studienplätze (1.806 Humanmedizin, 144 Zahnmedizin), Anmeldung 2.–31. März 2026, Testtag 3. Juli 2026, Kostenbeteiligung 110 Euro (medizinstudieren.at, 2026).
Schreibmaschine mit eingespannter Bewerbung
Medizinstudium ohne Abitur in Österreich: Der Weg führt über Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung – und dann über den MedAT.

Gibt es in Österreich ein Medizinstudium ohne Abitur?

Ja. Ein Medizinstudium ohne Abitur ist in Österreich über zwei gesetzlich geregelte Wege möglich: die Berufsreifeprüfung und die Studienberechtigungsprüfung. Beide ersetzen die Matura als Zugangsberechtigung. Über den Studienplatz entscheidet danach ausschließlich dein Ergebnis im MedAT, nicht dein Bildungsweg und nicht deine Noten.

Genau genommen ist „ohne Abitur“ für Österreich die falsche Formulierung, denn das Abitur gibt es hier nicht. Der vergleichbare Abschluss heißt Matura (Reifeprüfung) – und selbst mit Matura fließt die Note nicht in die Rangliste ein. Zulassungsvoraussetzung ist eine Studienberechtigung, die Reihung macht danach allein der Test (medizinstudieren.at, 2026).

Wichtig für deine Zeitplanung: Du musst deine Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung nicht schon vor der MedAT-Anmeldung abgeschlossen haben. Die offizielle MedAT-Seite ist hier eindeutig – ein Nachweis der allgemeinen Universitätsreife ist für die Teilnahme am Test nicht notwendig, die Dokumente werden erst im Rahmen der Zulassung geprüft (medizinstudieren.at, 2026). Wer im März antritt und im Juli testet, kann seine letzte Teilprüfung also noch im Sommer ablegen, solange der Nachweis bis zum Ende der Zulassungsfrist vorliegt.

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In welches Kontingent fällst du beim MedAT?

Neben der Rangliste gibt es in der Humanmedizin eine Kontingentregelung. Mindestens 95 Prozent der Plätze sind EU-Bürger:innen und Gleichgestellten vorbehalten, mindestens 75 Prozent Personen mit österreichischem oder gleichgestelltem Reifezeugnis, höchstens 5 Prozent gehen an das Nicht-EU-Kontingent. Dein Bildungsweg zählt also nicht für deine Punkte, aber sehr wohl für dein Kontingent.

Die Zuordnung passiert schon bei der Internet-Anmeldung. Kann das angegebene Kriterium bei der Zulassung nicht nachgewiesen werden, „wird die Rangliste für die Vergabe der Studienplätze entsprechend modifiziert“ (medizinstudieren.at, 2026). Für Zahnmedizin nennt die offizielle Seite keine solche Kontingentregelung.

Für Bewerber:innen ohne Matura ist ein Detail besonders relevant: Die Studienberechtigungsprüfung ist auf der offiziellen Seite ausdrücklich als Zugang zum Österreich-Kontingent genannt – für Absolvent:innen „einer fachlich einschlägigen Studienberechtigungsprüfung nach § 64a Abs 2 Z 8 UG“, sofern sie unmittelbar vor der Prüfung wenigstens fünf zusammenhängende Jahre ihren Hauptwohnsitz in Österreich hatten (oder eine gesetzlich unterhaltspflichtige Person haben, auf die das zutrifft) (medizinstudieren.at, 2026).

Drei Konsequenzen, die du vor der Anmeldung kennen solltest:

  • Ein deutsches Abitur führt ins EU-Kontingent, nicht ins Österreich-Kontingent. Weil mindestens 75 Prozent der Humanmedizin-Plätze dem Österreich-Kontingent vorbehalten sind und höchstens 5 Prozent an das Nicht-EU-Kontingent gehen, bleiben für das EU-Kontingent rechnerisch höchstens 20 Prozent.
  • Ein ausländisches Reifezeugnis kann gleichgestellt sein, unter anderem bei wenigstens fünf zusammenhängenden Jahren Hauptwohnsitz in Österreich unmittelbar vor der erstmaligen Antragstellung auf Zulassung (Personengruppenverordnung).
  • Für die Berufsreifeprüfung trifft die offizielle Kontingentseite keine ausdrückliche Aussage. Wer ein Medizinstudium ohne Abitur über diesen Weg plant, klärt die Zuordnung deshalb vor der Anmeldung schriftlich mit der Studienabteilung des Wunschstandorts – angeben musst du sie bereits im Anmeldeformular.

Was ist der Unterschied zum deutschen Zulassungssystem?

Das ist der strukturelle Unterschied, den viele deutschsprachige Ratgeber zum Medizinstudium ohne Abitur unhinterfragt übernehmen. In Deutschland teilen sich drei Quoten die bundesweit vergebenen Medizin-Studienplätze: die Abiturbestenquote (30 Prozent), die zusätzliche Eignungsquote (10 Prozent) und das Auswahlverfahren der Hochschulen (60 Prozent) (hochschulstart.de, 2026).

Entscheidend ist, was die zusätzliche Eignungsquote wirklich ist – und was nicht. Sie ist keine reservierte Quote für beruflich Qualifizierte ohne Abitur. In ihr spielt die Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung ausdrücklich keine Rolle; ausgewählt wird über schulnotenunabhängige Kriterien wie einen fachspezifischen Studieneignungstest, Auswahlgespräche, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einschlägige Berufstätigkeit (hochschulstart.de, 2026). Wie beruflich Qualifizierte in Deutschland überhaupt erst eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben, regelt jedes Bundesland eigenständig – eine bundeseinheitliche Regel dazu gibt es nicht, prüfe daher die Vorgaben deines Bundeslandes.

Österreich kennt dieses Quotenmodell für Medizin nicht. Ob du mit Matura, Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung antrittst, spielt für die Rangliste keine Rolle – gezählt wird ausschließlich dein MedAT-Gesamtwert, getrennt gereiht je Studienort und Studienrichtung. Statt Notenquoten steuert hier die Kontingentregelung, wer gegen wen antritt.

DeutschlandÖsterreich
ZulassungsgrundlageDrei Quoten: Abiturbestenquote, zusätzliche Eignungsquote, Auswahlverfahren der HochschulenEinheitlicher Test (MedAT), keine Notenquote
Rolle der SchulnoteFließt in Abiturbestenquote und AdH ein, in der zEQ ausdrücklich nichtFließt gar nicht in die MedAT-Rangliste ein
Zugang ohne Abitur/MaturaHochschulzugangsberechtigung nach Landesrecht, danach reguläre Bewerbung in allen drei QuotenBerufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung als Vorstufe, danach identischer MedAT
Steuerung nach HerkunftKeine KontingenteKontingente Österreich / EU / Nicht-EU in der Humanmedizin
RanglistenBundesweit über hochschulstart.deGetrennt je Universität und Studienort

Welche Wege ohne Matura führen zum MedAT?

Zwei Wege führen zu einem Medizinstudium ohne Abitur an einer öffentlichen Universität: die Berufsreifeprüfung und die Studienberechtigungsprüfung. Beide musst du erst bis zur Zulassung abgeschlossen haben, nicht schon zur Anmeldung im März. Der Unterschied liegt in der Reichweite der Berechtigung und in den persönlichen Voraussetzungen.

1. Berufsreifeprüfung

Die Berufsreifeprüfung verschafft dir „die mit der Reifeprüfung einer höheren Schule verbundenen Berechtigungen“ – also alle Studienrichtungen, ohne dass du dich vorab festlegen musst. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung oder Prüfung aus dem Katalog des Berufsreifeprüfungsgesetzes (RIS, § 1 Abs. 1 BRPG). Für Menschen aus Gesundheitsberufen ist dieser Katalog breiter, als die meisten Ratgeber schreiben:

  • Lehrabschlussprüfung nach dem Berufsausbildungsgesetz
  • Facharbeiterprüfung in der Land- und Forstwirtschaft
  • mindestens dreijährige mittlere Schule (etwa eine Handelsschule)
  • mindestens dreijährige Ausbildung nach dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz
  • Ausbildung in der Pflegefachassistenz nach dem GuKG
  • Ausbildung in der medizinischen Fachassistenz oder Operationstechnischen Assistenz (MABG)
  • mindestens 30 Monate umfassende Ausbildung im medizinisch-technischen Fachdienst oder Sanitätshilfsdienst
  • Ausbildung zum medizinischen Masseur und Heilmasseur (MMHmG)
  • Meister- oder Befähigungsprüfung nach der Gewerbeordnung 1994

Die Prüfung besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch, Mathematik, lebende Fremdsprache und ein Fachbereich aus deinem Berufsfeld (§ 3 Abs. 1 BRPG). Zwei Fristen bestimmen deine Planung: Zur letzten Teilprüfung darfst du nicht vor Vollendung des 19. Lebensjahres antreten, und bis zu drei Teilprüfungen darfst du bereits vor dem Abschluss deiner Ausbildung ablegen (§ 4 Abs. 3 BRPG). Ab der Zulassung hast du fünf Jahre Zeit, alle Teilprüfungen abzuschließen (§ 6 Abs. 1 BRPG). Die MedUni Wien nennt auf ihrer Zulassungsseite ausdrücklich Lehrabschlussprüfung, Facharbeiterprüfung, mindestens dreijährige mittlere Schule sowie die Krankenpflegeschule bzw. Schule für Gesundheits- und Krankenpflege (MedUni Wien, 2026).

2. Studienberechtigungsprüfung

Die Studienberechtigungsprüfung (SBP) ist enger zugeschnitten, aber weniger eng, als oft behauptet wird: Sie berechtigt „zur Zulassung zu allen Studien jener Studienrichtungsgruppe, für welche die Studienberechtigung erworben wurde“ (§ 64a Abs. 15 Universitätsgesetz 2002). Für Medizin ist das die Gruppe „Medizinische und Veterinärmedizinische Studien“ nach § 64a Abs. 2 Z 8 UG – also nicht nur Humanmedizin (RIS, 2026). Das Studienberechtigungszeugnis gilt an jeder Universität, Pädagogischen Hochschule und Fachhochschule, an der ein Studium dieser Gruppe eingerichtet ist.

Zugelassen wirst du, wenn du das 20. Lebensjahr vollendet hast und „eine eindeutig über die Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht hinausgehende erfolgreiche berufliche oder außerberufliche Vorbildung für das angestrebte Studium“ nachweist (§ 64a Abs. 3 UG). Das ist eine deutlich niedrigere Hürde, als viele annehmen – eine abgeschlossene Pflegeausbildung oder eine einschlägige Tätigkeit im Rettungsdienst erfüllt sie in der Regel.

Die Prüfung umfasst fünf Teilprüfungen: eine schriftliche Arbeit über ein allgemeines Thema, zwei oder drei Pflichtfächer und ein oder zwei Wahlfächer (§ 64a Abs. 5 UG). Das Niveau orientiert sich am Lehrstoff der 12. bzw. 13. Schulstufe; welche Pflichtfächer konkret gelten, legt die Verordnung des Rektorats deiner Wunschuniversität fest. Die MedUni Wien nennt für Medizin ausdrücklich die Studienrichtungsgruppe „Medizinische und Veterinärmedizinische Studien“ (MedUni Wien, 2026). Eine Übersicht in Alltagssprache bietet die Arbeiterkammer (2026).

[UNIQUE INSIGHT] Der gängige Rat lautet: „Nimm die Berufsreifeprüfung, die ist flexibler.“ Für die Studienwahl stimmt das – sie öffnet alle Studienrichtungen, die SBP nur eine Studienrichtungsgruppe. Für den MedAT kann die Rechnung aber genau umgekehrt aussehen: Die fachlich einschlägige Studienberechtigungsprüfung ist auf der offiziellen MedAT-Seite ausdrücklich als Zugang zum Österreich-Kontingent genannt, die Berufsreifeprüfung nicht. Wer die Fünf-Jahres-Wohnsitzbedingung erfüllt, sollte diesen Punkt vor der Entscheidung mit der Studienabteilung abklären – er ist mehr wert als jede Flexibilität bei der Studienwahl.

Wie läuft der MedAT ab und wann musst du dich anmelden?

Der MedAT findet an einem einzigen Testtag im Juli statt, für den du dich im März anmeldest und 110 Euro Kostenbeteiligung zahlst. Der MedAT-H für Humanmedizin besteht aus vier Testteilen mit fester Gewichtung, der MedAT-Z für Zahnmedizin ersetzt das Textverständnis durch eine Prüfung manueller Fertigkeiten. Beide finden am selben Tag statt.

Die Gewichtung der Testteile im MedAT-H: Basiskenntnistest Medizinische Studien (BMS) 40 Prozent, Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF) 40 Prozent, Textverständnis (TV) 10 Prozent, Sozial-emotionale Kompetenzen (SEK) 10 Prozent (medizinstudieren.at, 2026). Im MedAT-Z entfallen Textverständnis und die Aufgabengruppe „Implikationen erkennen“; stattdessen werden manuelle Fertigkeiten geprüft, unter anderem Drahtbiegen und Formen spiegeln (medizinstudieren.at, 2026).

Der Zyklus 2026 ist abgeschlossen und dient hier als Muster für deine Planung: Anmeldung und Zahlung vom 2. bis 31. März 2026, Testtag am 3. Juli 2026, Kostenbeteiligung 110 Euro (medizinstudieren.at, 2026). Für den nächsten Zyklus gilt: „Die Termine für das nächste Aufnahmeverfahren werden um den Jahreswechsel, nach Veröffentlichung der aktuellen Verordnung, bekannt gegeben.“ Prüfe die konkreten Daten also im Winter davor auf medizinstudieren.at, bevor du planst.

So gehst du der Reihe nach vor:

  1. Melde dich für die Berufsreifeprüfung oder die Studienberechtigungsprüfung an und plane die Teilprüfungen so, dass alle bis zum Ende der Zulassungsfrist im Spätsommer fertig sind.
  2. Kläre deine Kontingentzuordnung schriftlich mit der Studienabteilung deines Wunschstandorts – du gibst sie bereits bei der Anmeldung an.
  3. Melde dich im März online zum MedAT an und überweise die Kostenbeteiligung von 110 Euro innerhalb des Anmeldezeitraums (2026: 2. bis 31. März); geht das Geld später ein, ist die Anmeldung ungültig.
  4. Absolviere den Testtag Anfang Juli (2026: 3. Juli).
  5. Warte das Ergebnis ab und prüfe die Rangliste deines Studienorts – ein Ergebnis reiht dich nur dort.
  6. Lege bei Zulassung deine Studienberechtigung vor und immatrikuliere dich fristgerecht.

Wie sich die 1.950 Plätze verteilen, zeigt die offizielle Übersicht (medizinstudieren.at, 2026):

StudienortHumanmedizinZahnmedizinGesamt
MedUni Wien70480784
MedUni Innsbruck39040430
MedUni Graz38224406
JKU Linz330330
Gesamt1.8061441.950

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Wie bereitest du dich auf ein Medizinstudium ohne Abitur vor?

Weil der MedAT unabhängig von deinem Bildungsweg dieselben Inhalte prüft, lohnt sich eine gezielte Auffrischung der naturwissenschaftlichen Grundlagen (Biologie, Chemie, Physik, Mathematik) plus Training der kognitiven Testteile. BMS und KFF machen zusammen 80 Prozent des Gesamtwerts aus – dort entscheidet sich dein Ergebnis.

Die Konkurrenz ist real und lässt sich beziffern. 2025 traten an: MedUni Wien 6.183 Personen (7.729 angemeldet), MedUni Innsbruck 2.422 (3.238), MedUni Graz 2.135 (2.617), JKU Linz 1.654 (2.084) (medizinstudieren.at, 2026). In Summe sind das 12.394 Antretende für bundesweit 1.950 Plätze – rechnerisch also rund eine Zulassung pro sechs Antretende, mit deutlich unterschiedlichen Verhältnissen je Standort. Bemerkenswert ist auch die Lücke zwischen Anmeldung und Antritt: Rund ein Fünftel der Angemeldeten erscheint gar nicht erst.

Wie die vier Testteile im Detail aufgebaut sind und wie viel Vorbereitungszeit realistisch ist, erklärt unser Schwesterportal dein-medizinstudium.de in einem eigenen Beitrag zum MedAT.

[PERSONAL EXPERIENCE] Bewerber:innen mit Berufserfahrung im Gesundheitswesen bringen aus unserer Beratungspraxis oft eine höhere Motivation und ein realistischeres Bild vom Klinikalltag mit – müssen die naturwissenschaftlichen Testinhalte aber häufig gezielter nachholen als frisch maturierte Bewerber:innen. Plane dafür bewusst zusätzliche Vorbereitungszeit ein. Belastbare österreichische Auswertungen zum Studienerfolg beim Medizinstudium ohne Abitur liegen uns nicht vor; wir geben hier eine Beobachtung wieder, keine Statistik.

Lohnt sich Auslandserfahrung während der Vorbereitung?

Für die MedAT-Rangliste zählt Auslandserfahrung nicht – dort entscheidet ausschließlich dein Testergebnis. Auf dem Weg zu einem Medizinstudium ohne Abitur kann sie trotzdem viel wert sein: Ein klinisches Praktikum zeigt dir vor der Prüfung, ob der Klinikalltag wirklich das ist, was du dir vorstellst.

Ein komplettes Medizinstudium im Ausland ist etwas anderes als ein einzelnes Praktikum: Es kann im Anschluss eine österreichische Nostrifizierung erfordern, was den Weg verlängert. Ein einzelnes Praktikum ist davon unabhängig und hat keine Auswirkung auf deine Zulassung.

Wenn du bereits im Gesundheitswesen arbeitest oder erste Klinikerfahrung sammeln willst, ist ein Pflegepraktikum im Ausland der passende Einstieg – dafür brauchst du keine Immatrikulation. Erst nach erfolgreicher Zulassung kommen Famulatur und KPJ-Tertial im Ausland infrage, die wir an unseren Standorten in Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar organisieren. Ob dein Auslandsaufenthalt später angerechnet wird, entscheidet dabei immer das Studien- bzw. Prüfungsreferat deiner MedUni – kläre das dort vorab. Einen Überblick über alle Einsatzorte findest du auf unserer Standorte-Seite, echte Eindrücke liefern unsere Erfahrungsberichte.

Du planst dein Medizinstudium ohne Abitur und willst parallel praktische Auslandserfahrung sammeln? Wir organisieren Pflegepraktika an geprüften Kliniken – und nach deiner Zulassung auch Famulaturen und KPJ-Tertiale. Vereinbare jetzt deine kostenlose Beratung.

Häufig gestellte Fragen

Fazit

Ein Medizinstudium ohne Abitur ist in Österreich kein Sonderweg, sondern ein geregelter Weg mit zwei Türen: Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung. Danach trittst du im MedAT unter denselben Bedingungen an wie alle anderen – die Note deiner Vorstufe zählt dort nicht. Anmelden kannst du dich bereits, während deine Prüfung noch läuft.

Zwei Dinge solltest du früh klären, weil sie über Jahre entscheiden: die Kontingentzuordnung an deinem Wunschstandort und der Zeitplan deiner Teilprüfungen bis zum Ende der Zulassungsfrist. Beides bekommst du schriftlich von der Studienabteilung deiner Wunschuniversität.

Willst du parallel zu deiner Vorbereitung auf ein Medizinstudium ohne Abitur praktische Auslandserfahrung sammeln? Vereinbare eine unverbindliche Beratung mit unserem Team und finde heraus, welches Praktikum zu deinem Weg passt.

Verfasst und fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal, Arzt und Co-Founder von travel4med, mit Erfahrung in der Beratung von Studieninteressierten zum Medizinstudium ohne Abitur und zu klinischen Auslandspraktika.

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Quellen

  • medizinstudieren.at (offizielle MedAT-Website der medizinischen Universitäten), „Studienplätze“ (1.806 Humanmedizin, 144 Zahnmedizin, Kontingente 95/75/5 Prozent): medizinstudieren.at (abgerufen 18.08.2026)
  • medizinstudieren.at, „Österreich-Kontingent“ (Studienberechtigungsprüfung nach § 64a Abs 2 Z 8 UG, Fünf-Jahres-Wohnsitzbedingung, Personengruppenverordnung): medizinstudieren.at (abgerufen 18.08.2026)
  • medizinstudieren.at, „Basic-Infos: Der MedAT“ (Testtag 03.07.2026, Anmeldung und Zahlung 02.03.–31.03.2026, kein Reifezeugnis für die Testteilnahme nötig): medizinstudieren.at (abgerufen 18.08.2026)
  • medizinstudieren.at, „FAQ“ (Kostenbeteiligung 110 Euro, Nachweis bis Ende der Zulassungsfrist, Termine des nächsten Verfahrens um den Jahreswechsel): medizinstudieren.at (abgerufen 18.08.2026)
  • medizinstudieren.at, „Testinhalte“ (Gewichtung BMS 40 %, KFF 40 %, TV 10 %, SEK 10 %) und „Testinhalte Zahnmedizin“ (Manuelle Fertigkeiten statt Textverständnis): medizinstudieren.at (abgerufen 18.08.2026)
  • medizinstudieren.at, „Statistik, Studien, Berichte“ (Angemeldete und Teilnehmende 2025 je Studienort): medizinstudieren.at (abgerufen 18.08.2026)
  • RIS (Rechtsinformationssystem des Bundes), Universitätsgesetz 2002 § 64a (Studienberechtigungsprüfung, Studienrichtungsgruppen, 20. Lebensjahr, fünf Teilprüfungen): ris.bka.gv.at (abgerufen 18.08.2026)
  • RIS, Bundesgesetz über die Berufsreifeprüfung (BGBl. I Nr. 68/1997 i.d.g.F.), §§ 1, 3, 4 und 6 (Vorqualifikationen, vier Teilprüfungen, Vollendung des 19. Lebensjahres, Fünf-Jahres-Frist): ris.bka.gv.at (abgerufen 18.08.2026)
  • MedUni Wien, „Zulassung mit Berufsreifeprüfung“: meduniwien.ac.at (abgerufen 18.08.2026)
  • MedUni Wien, „Zulassung mit Studienberechtigungsprüfung“ (Studienrichtungsgruppe „Medizinische und Veterinärmedizinische Studien“): meduniwien.ac.at (abgerufen 18.08.2026)
  • Arbeiterkammer, „Studienberechtigungsprüfung“: arbeiterkammer.at (abgerufen 18.08.2026)
  • hochschulstart.de (Stiftung für Hochschulzulassung), „Quotenmodell des ZV“ (30 / 10 / 60 Prozent; Note der Hochschulzugangsberechtigung in der zEQ ohne Bedeutung): hochschulstart.de (abgerufen 18.08.2026)