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Famulatur & KPJ im Ausland: Praxis-Guide für Österreich

Nils-Andre Stritt
Nils-Andre StrittMedizinstudent, Co-Founder travel4med
  • 10. August 2026
  • 19 Minuten
Famulatur & KPJ im Ausland: Praxis-Guide für Österreich

Famulatur & KPJ im Ausland: Praxis-Guide für Österreich

Ein KPJ im Ausland ist ein Tertial des Klinisch-Praktischen Jahres, das du an einer ausländischen Universitätsklinik oder deren Lehrkrankenhaus absolvierst; die Auslandsfamulatur ist die kürzere Variante desselben Wegs. Über die Anerkennung entscheidet in Österreich weder ein Ministerium noch die Ärztekammer, sondern deine eigene Universität. MedUni Wien, MedUni Graz, MedUni Innsbruck und JKU Linz haben dafür jeweils eigene Wochenlimits, eigene zulässige Einrichtungen und eigene Fristen. Dieser Guide zeigt dir, wie viele deiner Pflichtwochen überhaupt ins Ausland dürfen, welche Termine im MedCampus und im International Office laufen und wie du eine Famulatur oder ein KPJ-Tertial an unseren Standorten Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar mit travel4med planst.

Key Takeaways

  • Die Pflichtfamulatur ist nicht österreichweit einheitlich: An MedUni Wien, MedUni Graz und JKU Linz sind 12 Wochen zu absolvieren, an der MedUni Innsbruck grundsätzlich 18 Wochen, die das studienrechtliche Organ auf Antrag um bis zu 6 Wochen auf mindestens 12 Wochen verkürzen kann, wenn du die ECTS über das Wahlfachstunden-Kontingent erbringst.
  • Wien deckelt die Auslandswochen: Von den 12 Wiener Wochen sind 4 Wochen Innere Medizin und 4 Wochen Allgemeinmedizin/Primärversorgung vorzugsweise in Österreich zu leisten, außerhalb Österreichs nennt das Curriculum für diese beiden Blöcke ausdrücklich EU-Mitgliedsstaaten. Frei und weltweit wählbar bleiben damit 4 Wochen (oder zweimal 2 Wochen).
  • Das KPJ umfasst an allen vier öffentlichen Med-Unis 48 Wochen, gegliedert in drei Tertiale zu je 16 Wochen. Ein KPJ im Ausland ist immer ein Teil davon, und die Auslandsregeln unterscheiden sich deutlich: Wien erkennt nur volle 16 Wochen an, Graz erlaubt Mobilitätsfenster in 8- bzw. 4-Wochen-Blöcken, Innsbruck höchstens ein Pflichtmodul plus zwei Wahlmodule.
  • Zwei Fristen, zwei Richtungen: An der MedUni Wien ist der Antrag für Praktika und KPJ im Ausland mindestens 6 Wochen vor Praktikumsbeginn über Mobility-Online einzureichen; die Vorerfassung der Anerkennung im MedCampus erfolgt innerhalb der ersten 14 Tage nach Tertialbeginn und ist nur für Auslandstertiale nötig.
  • Unsere Standorte Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar liegen außerhalb der EU. Für die frei wählbaren Wochen und für ein KPJ-Tertial ist das kein Ausschlussgrund, entscheidend sind Einrichtungstyp und schriftliche Vorabgenehmigung deiner Uni.

Wichtig vorab: Dieser Beitrag ist ein Praxis-Leitfaden fürs Ausland. Wenn du zuerst wissen willst, was Famulatur und KPJ in Österreich überhaupt sind und wie die Pflichtwochen aufgebaut sind, liest du am besten zuerst unseren Überblick Famulatur und KPJ in Österreich. Hier geht es darum, wie du diese Praktika im Ausland absolvierst und anerkannt bekommst.

Wie viel Pflichtpraxis steckt im österreichischen Medizinstudium?

Bevor du eine Auslandsfamulatur oder ein KPJ im Ausland planst, brauchst du die Größenordnung deiner eigenen Uni. Das Klinisch-Praktische Jahr (KPJ) ist der einzige Teil, der wirklich einheitlich ist: Es umfasst an der MedUni Wien, der MedUni Graz, der MedUni Innsbruck und der JKU Linz jeweils 48 Wochen, in Wien und Graz gegliedert in drei Tertiale zu je 16 Wochen. Die Pflichtfamulatur davor ist dagegen von Uni zu Uni verschieden.

UniversitätPflichtfamulaturKPJ
MedUni Wien12 Wochen (4 Innere Medizin, 4 Allgemeinmedizin/Primärversorgung, 4 frei wählbar)48 Wochen, 3 Tertiale zu je 16 Wochen
MedUni Graz12 Wochen, davon mindestens 6 an bettenführenden Stationen48 Wochen, 3 Tertiale zu je 16 Wochen
MedUni Innsbruckgrundsätzlich 18 Wochen, auf Antrag auf mindestens 12 Wochen verkürzbar48 Wochen in Modulen (16 Innere, 16 Chirurgie, 4 Allgemeinmedizin, 3 × 4 Wahlfach)
JKU Linz12 Wochen (4 im Bachelor, 8 im Master)48 Wochen (57 ECTS)

Die häufigste Fehlplanung entsteht genau hier: Ein Innsbrucker Studierender, der irgendwo „12 Wochen Famulatur in Österreich“ gelesen hat, plant sechs Wochen zu wenig ein. Die Verkürzung von 18 auf 12 Wochen ist an der MedUni Innsbruck kein Automatismus, sondern eine Entscheidung des studienrechtlichen Organs, die an das Wahlfachstunden-Kontingent gekoppelt ist.

Pflichtpraxis im österreichischen Medizinstudium (in Wochen) Pflichtfamulatur 12 Wochen an MedUni Wien, MedUni Graz und JKU Linz, grundsätzlich 18 Wochen an der MedUni Innsbruck (auf mindestens 12 Wochen verkürzbar), ein einzelnes KPJ-Tertial 16 Wochen, das gesamte KPJ 48 Wochen. Pflichtpraxis im Medizinstudium Österreich (Wochen) 12 Wo. 18 Wo. 16 Wo. 48 Wo. Famulatur Wien/Graz/Linz Famulatur Innsbruck 1 KPJ-Tertial Wien/Graz KPJ gesamt alle vier Med-Unis Innsbruck: 18 Wochen sind der Regelfall, auf Antrag auf mindestens 12 Wochen verkürzbar.
Quellen: MedUni Wien, konsolidiertes Curriculum Humanmedizin (meduniwien.ac.at); MedUni Graz, Curriculum Humanmedizin, Mitteilungsblatt 24.06.2026 (medunigraz.at); MedUni Innsbruck, Pflichtfamulatur (i-med.ac.at); JKU Linz, Clinical Traineeship (jku.at), abgerufen 2026-08-18.

Das heißt: Ein einzelnes KPJ im Ausland ist als Tertial zeitlich größer als deine gesamte Pflichtfamulatur. Genau deshalb ist die Anerkennung so wichtig, und genau deshalb solltest du sie nicht dem Zufall überlassen.

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Wird eine Auslandsfamulatur in Österreich anerkannt?

Grundsätzlich ja, und für ein KPJ im Ausland gilt dasselbe. Es gibt in Österreich aber keine bundesweit einheitliche Regel. Über die Anrechnung entscheidet dein Studien- beziehungsweise Prüfungsreferat auf Basis des Curriculums deiner Universität, in Zweifelsfällen die Curriculumdirektion. Entscheidend sind zwei Dinge: der Typ der Einrichtung und die Frage, welcher deiner Pflichtblöcke überhaupt ins Ausland darf.

UniversitätWas für die Auslands-Pflichtfamulatur gilt
MedUni WienAnerkannt werden grundsätzlich Universitätskliniken und Lehrkrankenhäuser; andere Einrichtungen brauchen die Genehmigung der Curriculumdirektion. Nachweis über das Formular Clerkship certificate. Eine Famulatur an einer Einrichtung darf 2 Wochen nicht unterschreiten.
MedUni GrazFür Praktika und Pflichtfamulaturen im Ausland gelten die lokalen, gleichzusetzenden Vorschriften. Unabhängig vom Ort gilt: mindestens 6 der 12 Wochen an bettenführenden Stationen.
MedUni InnsbruckAngerechnet werden nur Pflichtfamulaturen an Krankenhäusern. Insgesamt sind grundsätzlich 18 Wochen zu absolvieren; mindestens 12 Wochen sind Voraussetzung für die Anmeldung zur KMP 6B.
JKU Linz4 Wochen im Bachelor, 8 Wochen im Master. Für Auslandsfamulaturen ist vor Antritt eine Vorabgenehmigung einzuholen; die JKU empfiehlt ausdrücklich öffentliche Lehrkrankenhäuser.

Die praktische Konsequenz: Ein Praktikum in einer kleinen Ambulanz oder Praxis ohne Krankenhausanbindung ist im Ausland deutlich schwerer anzuerkennen als in Österreich. Wähle also eine Einrichtung mit klarem Klinikbezug und lass dir die Eignung vor Antritt schriftlich von deiner Uni bestätigen.

Wie sehr Betreuung und Klinikwahl den Lerneffekt prägen, zeigt eine Befragung von Medizinstudierenden der MedUni Wien zu ihren Famulaturen (Seitz, Turk, Löffler-Stastka, Wiener Klinische Wochenschrift, 2016): Von 3.014 kontaktierten Studierenden antworteten 304, eine Rücklaufquote von 10,1 %. Einsätze in Wien selbst wurden dabei am schwächsten bewertet, außerhalb Österreichs absolvierte Praktika am besten. Als größte Schwäche nannten die Befragten durchgehend die Betreuung durch ärztliches Personal.

Wie viele deiner Pflichtwochen dürfen überhaupt ins Ausland?

Das ist die Frage, die über deine Planung entscheidet, und die Antwort fällt je nach Uni sehr unterschiedlich aus. Der wichtigste Punkt betrifft Wien: Nicht alle 12 Wochen stehen dir weltweit offen. Das konsolidierte Curriculum Humanmedizin bindet zwei Blöcke örtlich, und nur der Rest ist frei.

  • MedUni Wien: 4 von 12 Wochen sind weltweit frei wählbar. Mindestens 4 Wochen entfallen auf die Innere Medizin und weitere 4 Wochen auf eine Lehrpraxis für Allgemeinmedizin oder eine Einrichtung der Primärversorgung. Für beide Blöcke schreibt das Curriculum vor, dass sie vorzugsweise in Österreich zu absolvieren sind, und nennt als Auslandsoption ausdrücklich EU-Mitgliedsstaaten. Für die restlichen 4 Wochen kannst du eine Fachdisziplin (4 Wochen) oder zwei Fachdisziplinen (je 2 Wochen) frei wählen, und genau diese Wochen passen zu einem Standort außerhalb Europas.
  • MedUni Graz: keine EU-Schranke, dafür Fachauflagen. Für Auslandsfamulaturen gelten die lokalen, gleichzusetzenden Vorschriften. Unabhängig vom Ort müssen mindestens 6 der 12 Wochen an bettenführenden Stationen stattfinden; ab dem Studienjahr 2020/21 kommen mindestens 3 Wochen an einer chirurgischen und mindestens 3 Wochen an einer internistischen oder neurologischen Abteilung dazu. Mit Studienbeginn ab 2025/26 ist zusätzlich innerhalb der ersten sechs Semester eine mindestens dreiwöchige Famulatur mit Schwerpunkt Primärversorgung am Stück zu absolvieren. Prüfe also vorab, welchen dieser Blöcke deine Zielklinik abdecken kann.
  • MedUni Innsbruck: Krankenhausbindung. Angerechnet werden nur Pflichtfamulaturen, die an Krankenhäusern absolviert werden. Maximal 2 Wochen der Pflichtfamulatur dürfen an nicht bettenführenden Institutionen liegen, und 8 der Wochen sind an Abteilungen der vorgegebenen Fachrichtungen zu leisten, mit mindestens 2 und höchstens 4 Wochen je Fachrichtung. Eine Zielklinik im Ausland muss also nicht nur ein Krankenhaus sein, sondern auch das passende Fach abdecken.
  • JKU Linz: Vorabgenehmigung ist Pflicht. Auslandsfamulaturen werden nur mit vorab eingereichtem Genehmigungsformular angerechnet; die JKU empfiehlt öffentliche Lehrkrankenhäuser.

[UNIQUE INSIGHT] Wenn du an der MedUni Wien studierst und deine gesamte Pflichtfamulatur an einem Fernziel absolvieren willst, planst du an der Uni vorbei. Realistisch sind 4 Wochen (oder 2 × 2 Wochen) als angerechnete Pflichtzeit, alles darüber hinaus ist wertvolle, aber freiwillige Zusatzerfahrung. Wer das vorher weiß, bucht gleich passend und verliert später keine Wochen.

[PERSONAL EXPERIENCE] Viele Studierende berichten, dass die Anerkennung reibungslos läuft, wenn sie die Bestätigung der ausländischen Klinik (Fachbereich, Betreuung, Wochenzahl) schon vor Abreise beim Studienreferat vorlegen. Wer erst nach der Rückkehr fragt, verliert Zeit oder muss Wochen nachholen.

Ärzteteam bei einem Eingriff im Notfallbereich, wie Studierende ihn im Auslandspraktikum begleiten
Für die Anerkennung im Ausland zählt der klare Klinikbezug – wähle Einrichtungen mit stationärem Betrieb.

Was ist bei einer Auslandsfamulatur anders als in Deutschland?

Ein häufiges Missverständnis: Österreichische Studierende übernehmen deutsche Regeln, weil viele Ratgeber aus Deutschland stammen. Die Pflichtpraxis ist aber anders strukturiert und anders zuständig. In Deutschland umfasst die Famulatur laut Approbationsordnung für Ärzte (§ 7 ÄApprO) vier Monate, in Österreich sind es je nach Universität 12 Wochen (Wien, Graz, Linz) oder grundsätzlich 18 Wochen (Innsbruck). Auch die entscheidende Stelle ist eine andere: In Deutschland entscheidet das Landesprüfungsamt, in Österreich dein Studien- oder Prüfungsreferat und die Curriculumdirektion deiner Uni. Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) ist erst für die spätere ärztliche Ausbildung zuständig, nicht für Famulatur oder KPJ.

Pflichtfamulatur: Österreich vs. Deutschland (Wochen) An MedUni Wien, MedUni Graz und JKU Linz umfasst die Pflichtfamulatur 12 Wochen, an der MedUni Innsbruck grundsätzlich 18 Wochen, in Deutschland rund 17 Wochen entsprechend vier Monaten nach Paragraf 7 der Approbationsordnung für Ärzte. Pflichtfamulatur: Österreich vs. Deutschland 12 Wochen 18 Wochen ~17 Wochen Wien / Graz / Linz Innsbruck Deutschland (4 Monate, § 7 ÄApprO) 4 Monate entsprechen rund 17 Wochen; Innsbruck auf Antrag auf mindestens 12 Wochen verkürzbar.
Quellen: MedUni Innsbruck – Pflichtfamulatur (i-med.ac.at); MedUni Wien, konsolidiertes Curriculum Humanmedizin (meduniwien.ac.at); Approbationsordnung für Ärzte § 7 (gesetze-im-internet.de), abgerufen 2026-08-18.

Für dich als österreichische:r Studierende:r heißt das: Verlass dich nicht auf deutsche Foren, sondern auf das Curriculum und die Merkblätter deiner Uni.

Kann ich mein KPJ im Ausland absolvieren?

Ja, an allen vier öffentlichen Med-Unis ist ein KPJ im Ausland vorgesehen. Wie viel davon ins Ausland darf und in welchen Blöcken, regelt aber jedes Curriculum selbst. Die Unterschiede sind groß genug, dass dieselbe Klinik für eine Grazer Studierende passt und für einen Wiener Studierenden nicht.

MedUni Wien ist die strengste der vier und gleichzeitig die am klarsten dokumentierte:

  1. Nur volle 16 Wochen zählen. Es werden nur Aufenthalte an einer Krankenanstalt von 16 Wochen Dauer anerkannt. Ein Pflichttertial lässt sich nicht in 8 Wochen Ausland plus 8 Wochen Österreich aufteilen.
  2. Aber: 2 × 8 Wochen im Ausland sind möglich. Bietet ein Land oder eine ausländische Universitätsklinik nachweislich keine 16 Wochen an, kannst du bei der Abteilung International Affairs eine Teilung des Auslandstertials auf 2 × 8 Wochen an zwei ausländischen Krankenanstalten beantragen. Wird das im Vorausbescheid bewilligt, zählt es.
  3. Nur Unikliniken und deren Lehrkrankenhäuser. Eine Absolvierung des KPJ im Ausland ist nur an Universitätskliniken und deren Lehrkrankenhäusern möglich; die Universitätsanbindung ist über das Training Agreement zu bestätigen.
  4. Ein Pflichttertial, das zweite nur auf Sonderantrag. Ein erstes Pflichttertial (A oder B) ist grundsätzlich im Ausland möglich, ein zweites in der Regel nur auf Sonderantrag.

MedUni Graz ist die flexibelste Variante: Tertiale oder auch Teile davon lassen sich als Mobilitätsfenster im Ausland absolvieren, konkret Tertial 1 und 2 in 8-Wochen-Blöcken und Tertial 3 in 4-Wochen-Blöcken, sofern die Einrichtung die Kriterien für Lehrkrankenhäuser erfüllt. Der Pflichtblock Allgemeinmedizin muss jedenfalls im Inland absolviert werden. Für viele Studierende ist das der realistischere Weg zu einem KPJ im Ausland an einem Fernziel, weil ein 8-Wochen-Block leichter zu organisieren und zu finanzieren ist als 16 Wochen am Stück.

MedUni Innsbruck deckelt den Auslandsanteil ausdrücklich: Es können höchstens ein Pflichtmodul (Innere Medizin oder Chirurgische Fächer, alternativ 8 Wochen Innere Medizin und 8 Wochen Chirurgische Fächer) und zwei Wahlmodule im Ausland absolviert werden. Das Pflichtmodul Allgemeinmedizin ist ausschließlich in Österreich und Südtirol möglich. Dieses Gesamtausmaß gilt auch dann, wenn du über Erasmus gehst.

JKU Linz führt das KPJ ebenfalls mit 48 Wochen. Für ein KPJ im Ausland gilt wie bei der Famulatur: vorher das Genehmigungsformular einreichen und die Eignung der Einrichtung mit dem Studienreferat abklären. Verlässliche Wochenlimits veröffentlicht die JKU nicht in derselben Detailtiefe wie Wien oder Graz, hol dir die Auskunft also direkt.

Wie du Klinik, Zeitraum und Betreuung dafür konkret organisierst, zeigt unsere Serviceseite zum KPJ im Ausland.

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Welche Fristen gelten für dein KPJ im Ausland?

Für ein KPJ im Ausland laufen an der MedUni Wien zwei Fristen in entgegengesetzte Richtungen, und Studierende übersehen meist die erste. Der Antrag für Praktika und KPJ im Ausland ist mindestens 6 Wochen vor Praktikumsbeginn über Mobility-Online einzureichen. Die Vorerfassung der Anerkennung im MedCampus folgt erst später, nämlich innerhalb der ersten 14 Tage nach Tertialbeginn.

Diese 6 Wochen sind das absolute Minimum der Verwaltung, nicht dein Planungshorizont. Vor dem Antrag liegen Klinikzusage, Training Agreement, Versicherung und Visum. Wir empfehlen dir deshalb 6 bis 12 Monate Vorlauf, besonders für die stark nachgefragten Sommermonate. Die konkreten Einstiegstermine und Blockgrenzen findest du in unserer Übersicht zu den KPJ-Einstiegsterminen im Ausland.

[UNIQUE INSIGHT] Die 14-Tage-Vorerfassung im MedCampus ist der am häufigsten übersehene Punkt, weil sie mitten in deiner Einarbeitung im Ausland fällig wird. Sie dient laut MedUni Wien der raschen Bearbeitung der Anerkennung, und sie betrifft ausschließlich Auslandstertiale: Für Inlandstertiale ist keine Vorerfassung nötig. Leg dir die Dokumente vor der Abreise bereit und erledige sie in den ersten Tagen vor Ort.

Zählen Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar für die Pflichtwochen?

Ehrliche Antwort: teilweise, und du klärst es vorab. Unsere Standorte Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar liegen außerhalb der EU. Das ist nur an einer Stelle ein echtes Hindernis, nämlich bei den 8 örtlich gebundenen Famulaturwochen der MedUni Wien, für die das Curriculum als Auslandsoption EU-Mitgliedsstaaten nennt. Für alles andere entscheidet nicht die EU-Mitgliedschaft, sondern der Typ der Einrichtung.

  • Für die Pflichtfamulatur: In Wien sind es die 4 frei wählbaren Wochen (oder 2 × 2 Wochen), die realistisch an einem unserer Standorte anrechenbar sind. In Graz und Innsbruck hängt es an Einrichtungstyp und Fachauflagen, nicht an der EU.
  • Für ein KPJ im Ausland: Hier ist die Hürde der Einrichtungstyp. Die MedUni Wien verlangt eine Universitätsklinik oder deren Lehrkrankenhaus plus bestätigtes Training Agreement und Vorausbescheid; eine Ausnahmegenehmigung für Häuser, die diese Kriterien nicht erfüllen, gibt es dafür nicht. In Graz gelten die Lehrkrankenhaus-Kriterien und die 8- beziehungsweise 4-Wochen-Blöcke.
  • Als freiwillige Zusatzerfahrung: Wochen, die nicht angerechnet werden, sind nicht verloren. Sie zählen für deinen Lebenslauf, deine klinische Sicherheit und deine Sprachkompetenz, nur eben nicht für die Pflichtwochen.

Was travel4med übernimmt, ist die Logistik: Klinikplatz, Unterkunft, Betreuung vor Ort, Vorbereitung, und auf Wunsch die Unterlagen, die deine Uni für Vorausbescheid und Training Agreement sehen will. Die verbindliche Anerkennungszusage bleibt Sache deiner Universität; wir versprechen sie nicht, sondern helfen dir, die richtigen Nachweise rechtzeitig zu beschaffen. Reise- und Sicherheitshinweise für dein Zielland prüfst du vorab beim österreichischen Außenministerium (BMEIA).

Stelzenfischer auf Holzpfählen im flachen Küstenwasser Sri Lankas
Unsere Standorte liegen außerhalb der EU – entscheidend für die Anrechnung ist der Einrichtungstyp und die schriftliche Vorabgenehmigung.

Wie plane ich mein KPJ im Ausland Schritt für Schritt?

Damit an der Anerkennung deiner Auslandsfamulatur oder deines KPJ-Tertials nichts scheitert, hat sich diese Reihenfolge bewährt:

  1. Curriculum deiner Uni lesen. Prüfe die aktuellen Vorgaben deiner MedUni (Wien, Graz, Innsbruck oder Linz) zu Auslandsfamulatur und KPJ im Ausland, nicht die Angaben eines Forums.
  2. Dein Wochenbudget bestimmen. Rechne aus, wie viele Pflichtwochen bei dir tatsächlich frei wählbar sind. In Wien sind das 4 Famulaturwochen; beim KPJ hängt es an Blocklänge und Einrichtungstyp.
  3. Zeitraum wählen. Juli und August sind die gefragteste Famulaturzeit. Plane 6 bis 12 Monate Vorlauf ein.
  4. Zielklinik und Format festlegen. Famulatur (Wochenblock) oder KPJ-Tertial (16 Wochen, in Graz auch 8 oder 4 Wochen)? Achte auf den geforderten Einrichtungstyp.
  5. Vorab-Genehmigung einholen. Lass dir die Eignung der Einrichtung schriftlich bestätigen, bevor du buchst. In Wien läuft das über Mobility-Online, mindestens 6 Wochen vor Praktikumsbeginn.
  6. Organisation buchen. Klinikplatz, Unterkunft, Versicherung und Visum regeln; hier unterstützt dich travel4med.
  7. Fristen im Blick behalten. Beim KPJ im Ausland die Vorerfassung der Anerkennung im MedCampus innerhalb der ersten 14 Tage nach Tertialbeginn nicht vergessen.

Du willst wissen, ob dein Wunschstandort für deine Pflichtwochen passt? Unser Team schaut sich die Vorgaben deiner Uni gemeinsam mit dir an und plant deine Auslandsfamulatur oder dein KPJ-Tertial realistisch. Jetzt kostenlos beraten lassen.

Erfahrungsberichte von Studierenden, die den Weg schon gegangen sind, findest du in unseren Erfahrungsberichten. Wenn du zunächst ein Pflegepraktikum planst, hilft dir unsere Seite zum Pflegepraktikum im Ausland weiter.

Fazit

Eine Auslandsfamulatur oder ein KPJ im Ausland ist für österreichische Studierende gut machbar, wenn du die Anerkennung von Anfang an mitdenkst. Der Unterschied zwischen einem anerkannten und einem nicht anerkannten KPJ im Ausland liegt fast nie am Zielland, sondern an Einrichtungstyp, Blocklänge und Frist. Lies das Curriculum deiner Uni, rechne dein tatsächlich frei wählbares Wochenbudget aus, wähle eine Einrichtung mit dem geforderten Klinikbezug, hol dir die Genehmigung vor Antritt und halte die MedCampus-Vorerfassung ein. Die Logistik nimmt dir travel4med ab, damit du dich auf das Wesentliche konzentrieren kannst: klinisch lernen und wachsen.

Verfasst von MUDr. Amandeep Grewal, Arzt und Co-Founder von travel4med. Fachlich geprüft von MUDr. Andreas Zehetner, medizinischer Autor bei travel4med mit Erfahrung in der Beratung von Medizinstudierenden zu Famulatur, KPJ und Auslandspraktika.

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Häufig gestellte Fragen

Quellen

  • MedUni Wien – KPJ, FAQ Ausland (nur 16-Wochen-Aufenthalte anerkannt, Teilung auf 2 × 8 Wochen an zwei ausländischen Krankenanstalten über International Affairs und Vorausbescheid, nur Universitätskliniken und deren Lehrkrankenhäuser, Training Agreement, erstes/zweites Pflichttertial). meduniwien.ac.at, abgerufen 2026-08-18. Link
  • MedUni Wien – KPJ, Beurteilung/Med.Campus (Vorerfassung der Anerkennung im Med.Campus innerhalb der ersten 14 Tage nach Beginn des KPJ-Tertials; für Inlandstertiale nicht erforderlich). meduniwien.ac.at, abgerufen 2026-08-18. Link
  • MedUni Wien – Fristenlauf für Auslandsaufenthalte (Praktika und KPJ im Ausland: mindestens 6 Wochen vor Praktikumsbeginn). meduniwien.ac.at, abgerufen 2026-08-18. Link
  • MedUni Wien – Das KPJ im Ausland (Erasmus, SEMP, Free Mover). meduniwien.ac.at, abgerufen 2026-08-18. Link
  • MedUni Wien – Konsolidiertes Curriculum Humanmedizin, Punkt 6.1 (12 Wochen Pflichtfamulatur, 4 Wochen Innere Medizin und 4 Wochen Allgemeinmedizin/Primärversorgung vorzugsweise in Österreich bzw. in EU-Mitgliedsstaaten, 4 Wochen frei wählbar, Mindestdauer 2 Wochen je Einrichtung). meduniwien.ac.at, abgerufen 2026-08-18. Link
  • MedUni Graz – Curriculum Humanmedizin, Mitteilungsblatt 24.06.2026, Abschnitte 1.11.2 und 2.3 (lokale gleichzusetzende Vorschriften im Ausland, mindestens 6 Wochen an bettenführenden Stationen, Fachauflagen ab Studienjahr 2020/21 und 2025/26, Mobilitätsfenster mit 8- bzw. 4-Wochen-Blöcken, Allgemeinmedizin jedenfalls im Inland). medunigraz.at, abgerufen 2026-08-18. Link
  • MedUni Innsbruck – Pflichtfamulatur (18 Wochen Pflichtfamulatur, mindestens 12 Wochen als Voraussetzung für die KMP 6B, Anrechnung nur an Krankenhäusern). i-med.ac.at, abgerufen 2026-08-18. Link
  • MedUni Innsbruck – KPJ, 11. und 12. Semester (höchstens ein Pflichtmodul und zwei Wahlmodule im Ausland, Allgemeinmedizin nur in Österreich und Südtirol). i-med.ac.at, abgerufen 2026-08-18. Link
  • JKU Linz – Clinical Traineeship Human Medicine (4 Wochen im Bachelor, 8 Wochen im Master, Vorabgenehmigung für Auslandsfamulaturen). jku.at, abgerufen 2026-08-18. Link
  • Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO) § 7 – Famulatur, vier Monate (Deutschland-Vergleich). gesetze-im-internet.de, abgerufen 2026-08-18. Link
  • BMEIA – Österreichisches Außenministerium, Reiseinformationen (Reise- und Sicherheitshinweise für Zieldestinationen). bmeia.gv.at, abgerufen 2026-08-18. Link
  • Seitz T, Turk BR, Löffler-Stastka H (Medizinische Universität Wien), Can we still stop the migration of physicians from Austria? An evaluation of clinical internships by students of the Medical University of Vienna, Wiener Klinische Wochenschrift, 2016. pmc.ncbi.nlm.nih.gov, abgerufen 2026-08-18. Link