
Verschwiegenheitspflicht im Auslandspraktikum: Regeln
Verschwiegenheitspflicht im Auslandspraktikum: Was du auf Station sagen, fotografieren und posten darfst, was § 54 ÄrzteG regelt und was ein Verstoß kostet.

Celina Köhsl
9. September 2026

Ein KPJ im Ausland ist ein Tertial des Klinisch-Praktischen Jahres, das du an einer ausländischen Universitätsklinik oder deren Lehrkrankenhaus absolvierst; die Auslandsfamulatur ist die kürzere Variante desselben Wegs. Über die Anerkennung entscheidet in Österreich weder ein Ministerium noch die Ärztekammer, sondern deine eigene Universität. MedUni Wien, MedUni Graz, MedUni Innsbruck und JKU Linz haben dafür jeweils eigene Wochenlimits, eigene zulässige Einrichtungen und eigene Fristen. Dieser Guide zeigt dir, wie viele deiner Pflichtwochen überhaupt ins Ausland dürfen, welche Termine im MedCampus und im International Office laufen und wie du eine Famulatur oder ein KPJ-Tertial an unseren Standorten Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar mit travel4med planst.
Wichtig vorab: Dieser Beitrag ist ein Praxis-Leitfaden fürs Ausland. Wenn du zuerst wissen willst, was Famulatur und KPJ in Österreich überhaupt sind und wie die Pflichtwochen aufgebaut sind, liest du am besten zuerst unseren Überblick Famulatur und KPJ in Österreich. Hier geht es darum, wie du diese Praktika im Ausland absolvierst und anerkannt bekommst.
Bevor du eine Auslandsfamulatur oder ein KPJ im Ausland planst, brauchst du die Größenordnung deiner eigenen Uni. Das Klinisch-Praktische Jahr (KPJ) ist der einzige Teil, der wirklich einheitlich ist: Es umfasst an der MedUni Wien, der MedUni Graz, der MedUni Innsbruck und der JKU Linz jeweils 48 Wochen, in Wien und Graz gegliedert in drei Tertiale zu je 16 Wochen. Die Pflichtfamulatur davor ist dagegen von Uni zu Uni verschieden.
| Universität | Pflichtfamulatur | KPJ |
|---|---|---|
| MedUni Wien | 12 Wochen (4 Innere Medizin, 4 Allgemeinmedizin/Primärversorgung, 4 frei wählbar) | 48 Wochen, 3 Tertiale zu je 16 Wochen |
| MedUni Graz | 12 Wochen, davon mindestens 6 an bettenführenden Stationen | 48 Wochen, 3 Tertiale zu je 16 Wochen |
| MedUni Innsbruck | grundsätzlich 18 Wochen, auf Antrag auf mindestens 12 Wochen verkürzbar | 48 Wochen in Modulen (16 Innere, 16 Chirurgie, 4 Allgemeinmedizin, 3 × 4 Wahlfach) |
| JKU Linz | 12 Wochen (4 im Bachelor, 8 im Master) | 48 Wochen (57 ECTS) |
Die häufigste Fehlplanung entsteht genau hier: Ein Innsbrucker Studierender, der irgendwo „12 Wochen Famulatur in Österreich“ gelesen hat, plant sechs Wochen zu wenig ein. Die Verkürzung von 18 auf 12 Wochen ist an der MedUni Innsbruck kein Automatismus, sondern eine Entscheidung des studienrechtlichen Organs, die an das Wahlfachstunden-Kontingent gekoppelt ist.
Das heißt: Ein einzelnes KPJ im Ausland ist als Tertial zeitlich größer als deine gesamte Pflichtfamulatur. Genau deshalb ist die Anerkennung so wichtig, und genau deshalb solltest du sie nicht dem Zufall überlassen.

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Grundsätzlich ja, und für ein KPJ im Ausland gilt dasselbe. Es gibt in Österreich aber keine bundesweit einheitliche Regel. Über die Anrechnung entscheidet dein Studien- beziehungsweise Prüfungsreferat auf Basis des Curriculums deiner Universität, in Zweifelsfällen die Curriculumdirektion. Entscheidend sind zwei Dinge: der Typ der Einrichtung und die Frage, welcher deiner Pflichtblöcke überhaupt ins Ausland darf.
| Universität | Was für die Auslands-Pflichtfamulatur gilt |
|---|---|
| MedUni Wien | Anerkannt werden grundsätzlich Universitätskliniken und Lehrkrankenhäuser; andere Einrichtungen brauchen die Genehmigung der Curriculumdirektion. Nachweis über das Formular Clerkship certificate. Eine Famulatur an einer Einrichtung darf 2 Wochen nicht unterschreiten. |
| MedUni Graz | Für Praktika und Pflichtfamulaturen im Ausland gelten die lokalen, gleichzusetzenden Vorschriften. Unabhängig vom Ort gilt: mindestens 6 der 12 Wochen an bettenführenden Stationen. |
| MedUni Innsbruck | Angerechnet werden nur Pflichtfamulaturen an Krankenhäusern. Insgesamt sind grundsätzlich 18 Wochen zu absolvieren; mindestens 12 Wochen sind Voraussetzung für die Anmeldung zur KMP 6B. |
| JKU Linz | 4 Wochen im Bachelor, 8 Wochen im Master. Für Auslandsfamulaturen ist vor Antritt eine Vorabgenehmigung einzuholen; die JKU empfiehlt ausdrücklich öffentliche Lehrkrankenhäuser. |
Die praktische Konsequenz: Ein Praktikum in einer kleinen Ambulanz oder Praxis ohne Krankenhausanbindung ist im Ausland deutlich schwerer anzuerkennen als in Österreich. Wähle also eine Einrichtung mit klarem Klinikbezug und lass dir die Eignung vor Antritt schriftlich von deiner Uni bestätigen.
Wie sehr Betreuung und Klinikwahl den Lerneffekt prägen, zeigt eine Befragung von Medizinstudierenden der MedUni Wien zu ihren Famulaturen (Seitz, Turk, Löffler-Stastka, Wiener Klinische Wochenschrift, 2016): Von 3.014 kontaktierten Studierenden antworteten 304, eine Rücklaufquote von 10,1 %. Einsätze in Wien selbst wurden dabei am schwächsten bewertet, außerhalb Österreichs absolvierte Praktika am besten. Als größte Schwäche nannten die Befragten durchgehend die Betreuung durch ärztliches Personal.
Das ist die Frage, die über deine Planung entscheidet, und die Antwort fällt je nach Uni sehr unterschiedlich aus. Der wichtigste Punkt betrifft Wien: Nicht alle 12 Wochen stehen dir weltweit offen. Das konsolidierte Curriculum Humanmedizin bindet zwei Blöcke örtlich, und nur der Rest ist frei.
[UNIQUE INSIGHT] Wenn du an der MedUni Wien studierst und deine gesamte Pflichtfamulatur an einem Fernziel absolvieren willst, planst du an der Uni vorbei. Realistisch sind 4 Wochen (oder 2 × 2 Wochen) als angerechnete Pflichtzeit, alles darüber hinaus ist wertvolle, aber freiwillige Zusatzerfahrung. Wer das vorher weiß, bucht gleich passend und verliert später keine Wochen.
[PERSONAL EXPERIENCE] Viele Studierende berichten, dass die Anerkennung reibungslos läuft, wenn sie die Bestätigung der ausländischen Klinik (Fachbereich, Betreuung, Wochenzahl) schon vor Abreise beim Studienreferat vorlegen. Wer erst nach der Rückkehr fragt, verliert Zeit oder muss Wochen nachholen.
Ein häufiges Missverständnis: Österreichische Studierende übernehmen deutsche Regeln, weil viele Ratgeber aus Deutschland stammen. Die Pflichtpraxis ist aber anders strukturiert und anders zuständig. In Deutschland umfasst die Famulatur laut Approbationsordnung für Ärzte (§ 7 ÄApprO) vier Monate, in Österreich sind es je nach Universität 12 Wochen (Wien, Graz, Linz) oder grundsätzlich 18 Wochen (Innsbruck). Auch die entscheidende Stelle ist eine andere: In Deutschland entscheidet das Landesprüfungsamt, in Österreich dein Studien- oder Prüfungsreferat und die Curriculumdirektion deiner Uni. Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) ist erst für die spätere ärztliche Ausbildung zuständig, nicht für Famulatur oder KPJ.
Für dich als österreichische:r Studierende:r heißt das: Verlass dich nicht auf deutsche Foren, sondern auf das Curriculum und die Merkblätter deiner Uni.
Ja, an allen vier öffentlichen Med-Unis ist ein KPJ im Ausland vorgesehen. Wie viel davon ins Ausland darf und in welchen Blöcken, regelt aber jedes Curriculum selbst. Die Unterschiede sind groß genug, dass dieselbe Klinik für eine Grazer Studierende passt und für einen Wiener Studierenden nicht.
MedUni Wien ist die strengste der vier und gleichzeitig die am klarsten dokumentierte:
MedUni Graz ist die flexibelste Variante: Tertiale oder auch Teile davon lassen sich als Mobilitätsfenster im Ausland absolvieren, konkret Tertial 1 und 2 in 8-Wochen-Blöcken und Tertial 3 in 4-Wochen-Blöcken, sofern die Einrichtung die Kriterien für Lehrkrankenhäuser erfüllt. Der Pflichtblock Allgemeinmedizin muss jedenfalls im Inland absolviert werden. Für viele Studierende ist das der realistischere Weg zu einem KPJ im Ausland an einem Fernziel, weil ein 8-Wochen-Block leichter zu organisieren und zu finanzieren ist als 16 Wochen am Stück.
MedUni Innsbruck deckelt den Auslandsanteil ausdrücklich: Es können höchstens ein Pflichtmodul (Innere Medizin oder Chirurgische Fächer, alternativ 8 Wochen Innere Medizin und 8 Wochen Chirurgische Fächer) und zwei Wahlmodule im Ausland absolviert werden. Das Pflichtmodul Allgemeinmedizin ist ausschließlich in Österreich und Südtirol möglich. Dieses Gesamtausmaß gilt auch dann, wenn du über Erasmus gehst.
JKU Linz führt das KPJ ebenfalls mit 48 Wochen. Für ein KPJ im Ausland gilt wie bei der Famulatur: vorher das Genehmigungsformular einreichen und die Eignung der Einrichtung mit dem Studienreferat abklären. Verlässliche Wochenlimits veröffentlicht die JKU nicht in derselben Detailtiefe wie Wien oder Graz, hol dir die Auskunft also direkt.
Wie du Klinik, Zeitraum und Betreuung dafür konkret organisierst, zeigt unsere Serviceseite zum KPJ im Ausland.

Fordere kostenlos und unverbindlich alle wichtigen Infos an.
Für ein KPJ im Ausland laufen an der MedUni Wien zwei Fristen in entgegengesetzte Richtungen, und Studierende übersehen meist die erste. Der Antrag für Praktika und KPJ im Ausland ist mindestens 6 Wochen vor Praktikumsbeginn über Mobility-Online einzureichen. Die Vorerfassung der Anerkennung im MedCampus folgt erst später, nämlich innerhalb der ersten 14 Tage nach Tertialbeginn.
Diese 6 Wochen sind das absolute Minimum der Verwaltung, nicht dein Planungshorizont. Vor dem Antrag liegen Klinikzusage, Training Agreement, Versicherung und Visum. Wir empfehlen dir deshalb 6 bis 12 Monate Vorlauf, besonders für die stark nachgefragten Sommermonate. Die konkreten Einstiegstermine und Blockgrenzen findest du in unserer Übersicht zu den KPJ-Einstiegsterminen im Ausland.
[UNIQUE INSIGHT] Die 14-Tage-Vorerfassung im MedCampus ist der am häufigsten übersehene Punkt, weil sie mitten in deiner Einarbeitung im Ausland fällig wird. Sie dient laut MedUni Wien der raschen Bearbeitung der Anerkennung, und sie betrifft ausschließlich Auslandstertiale: Für Inlandstertiale ist keine Vorerfassung nötig. Leg dir die Dokumente vor der Abreise bereit und erledige sie in den ersten Tagen vor Ort.
Ehrliche Antwort: teilweise, und du klärst es vorab. Unsere Standorte Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar liegen außerhalb der EU. Das ist nur an einer Stelle ein echtes Hindernis, nämlich bei den 8 örtlich gebundenen Famulaturwochen der MedUni Wien, für die das Curriculum als Auslandsoption EU-Mitgliedsstaaten nennt. Für alles andere entscheidet nicht die EU-Mitgliedschaft, sondern der Typ der Einrichtung.
Was travel4med übernimmt, ist die Logistik: Klinikplatz, Unterkunft, Betreuung vor Ort, Vorbereitung, und auf Wunsch die Unterlagen, die deine Uni für Vorausbescheid und Training Agreement sehen will. Die verbindliche Anerkennungszusage bleibt Sache deiner Universität; wir versprechen sie nicht, sondern helfen dir, die richtigen Nachweise rechtzeitig zu beschaffen. Reise- und Sicherheitshinweise für dein Zielland prüfst du vorab beim österreichischen Außenministerium (BMEIA).
Damit an der Anerkennung deiner Auslandsfamulatur oder deines KPJ-Tertials nichts scheitert, hat sich diese Reihenfolge bewährt:
Du willst wissen, ob dein Wunschstandort für deine Pflichtwochen passt? Unser Team schaut sich die Vorgaben deiner Uni gemeinsam mit dir an und plant deine Auslandsfamulatur oder dein KPJ-Tertial realistisch. Jetzt kostenlos beraten lassen.
Erfahrungsberichte von Studierenden, die den Weg schon gegangen sind, findest du in unseren Erfahrungsberichten. Wenn du zunächst ein Pflegepraktikum planst, hilft dir unsere Seite zum Pflegepraktikum im Ausland weiter.
Eine Auslandsfamulatur oder ein KPJ im Ausland ist für österreichische Studierende gut machbar, wenn du die Anerkennung von Anfang an mitdenkst. Der Unterschied zwischen einem anerkannten und einem nicht anerkannten KPJ im Ausland liegt fast nie am Zielland, sondern an Einrichtungstyp, Blocklänge und Frist. Lies das Curriculum deiner Uni, rechne dein tatsächlich frei wählbares Wochenbudget aus, wähle eine Einrichtung mit dem geforderten Klinikbezug, hol dir die Genehmigung vor Antritt und halte die MedCampus-Vorerfassung ein. Die Logistik nimmt dir travel4med ab, damit du dich auf das Wesentliche konzentrieren kannst: klinisch lernen und wachsen.
Verfasst von MUDr. Amandeep Grewal, Arzt und Co-Founder von travel4med. Fachlich geprüft von MUDr. Andreas Zehetner, medizinischer Autor bei travel4med mit Erfahrung in der Beratung von Medizinstudierenden zu Famulatur, KPJ und Auslandspraktika.

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