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Famulatur und KPJ in Österreich: Pflichtpraktika erklärt

Celina Köhsl
Celina KöhslMedizinstudentin, Teammitglied von travel4med
  • 10. August 2026
  • 16 Minuten
Famulatur und KPJ in Österreich: Pflichtpraktika erklärt

Famulatur und KPJ in Österreich: Pflichtpraktika im Medizinstudium einfach erklärt

Famulatur und KPJ sind die beiden verpflichtenden Praxisblöcke im österreichischen Medizinstudium – und sie sind nicht an jeder Universität gleich. Die Famulatur ist ein studienbegleitendes Pflichtpraktikum, das Klinisch-Praktische Jahr (KPJ) der 48-wöchige, ärztlich betreute Abschlussblock im letzten Studienjahr. 12 Wochen Pflichtfamulatur gelten an der MedUni Wien, der MedUni Graz und der JKU Linz, die MedUni Innsbruck verlangt grundsätzlich 18 Wochen. Dieser Guide zeigt dir, wie viele Wochen bei dir gelten, wann sie im Studium liegen und welche davon du tatsächlich im Ausland absolvieren darfst.

Key Takeaways

  • Famulatur und KPJ sind zwei getrennte Pflichtpraktika: die Famulatur studienbegleitend, das KPJ als 48-wöchiger Abschlussblock im letzten Studienjahr.
  • Die Pflichtfamulatur ist nicht österreichweit einheitlich: 12 Wochen an der MedUni Wien, der MedUni Graz und der JKU Linz; an der MedUni Innsbruck grundsätzlich 18 Wochen, die das studienrechtliche Organ auf Antrag auf mindestens 12 Wochen verkürzen kann, wenn du die ECTS von bis zu 6 Wochen Wahlfach-Famulatur über dein Wahlfachstunden-Kontingent erbringst.
  • Das KPJ dauert an allen vier öffentlichen Medizin-Standorten 48 Wochen, ist aber unterschiedlich gegliedert: Wien und Graz in drei Tertiale zu je 16 Wochen, Innsbruck in sechs Module, die JKU Linz in fünf Blöcke.
  • Für das Ausland gelten harte Grenzen: An der MedUni Wien sind 8 der 12 Wochen (Innere Medizin und Primärversorgung) auf Österreich und EU-Staaten inklusive Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein beschränkt – weltweit frei wählbar bleiben 4 Wochen. In Graz und an der JKU Linz muss der KPJ-Block Allgemeinmedizin jedenfalls im Inland stattfinden, in Linz sind zudem maximal 4 Famulaturwochen im Ausland anrechenbar.
  • Eine Befragung von MedUni-Wien-Studierenden (304 Antworten von 3.014 Kontaktierten, Rücklaufquote 10,1 %) zeigt: Betreuung und Teamintegration schnitten am schwächsten ab, und die Bewertung stieg umso stärker, je länger das Praktikum dauerte.

Was sind Famulatur und KPJ – und warum sind sie Pflicht?

Famulatur und KPJ sind zwei verschiedene Dinge, auch wenn sie oft in einem Atemzug genannt werden. Die Famulatur ist ein studienbegleitendes Pflichtpraktikum, in dem du ärztliche Tätigkeit kennenlernst: Anamnese, einfache Untersuchungen, Blutabnahmen, Mitarbeit im Stationsalltag. Sie liegt meist in der lehrveranstaltungsfreien Zeit. Das Klinisch-Praktische Jahr ist dagegen der zusammenhängende, ärztlich betreute Praxisblock im letzten Studienjahr mit schrittweise mehr Verantwortung.

Beide Praktika existieren, weil das Studium allein zu wenig praktische Anwendung böte, um direkt danach in die postgraduelle Basisausbildung zu starten. Die Basisausbildung – seit 1. August 2026 mindestens sechs statt zuvor neun Monate praktische Tätigkeit nach Studienabschluss (Ärztegesetz-Novelle BGBl. I Nr. 65/2026) – setzt voraus, dass du bereits klinische Grundroutine mitbringst. Was diese Novelle konkret für deine Planung bedeutet, liest du in unserem Beitrag zur Basisausbildung und zum KPJ im Ausland. Famulatur und KPJ bauen genau diese Brücke zwischen Theorie und ärztlicher Praxis. Die Meldung zum Ärzteregister erfolgt später bei der zuständigen Landesärztekammer der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) – für die Anerkennung von Famulatur und KPJ selbst ist aber deine Universität zuständig, nicht die ÖÄK.

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Wie viele Wochen Pflichtfamulatur musst du in Österreich absolvieren?

Für Famulatur und KPJ gilt in Österreich derselbe Grundsatz: Es gibt keine bundesweit einheitliche Wochenzahl, sondern vier Curricula. An der MedUni Wien, der MedUni Graz und der JKU Linz sind 12 Wochen Pflichtfamulatur zu absolvieren. Die MedUni Innsbruck verpflichtet ihre Studierenden laut Studienplan grundsätzlich zu 18 Wochen, die sich unter einer klar geregelten Bedingung auf mindestens 12 Wochen verkürzen lassen. Maßgeblich ist immer dein eigenes Curriculum.

UniversitätPflichtfamulatur gesamtAufteilung und Auflagen
MedUni Wien12 Wochen4 Wo. Innere Medizin und 4 Wo. Primärversorgung (nur Österreich oder EU inkl. CH, NO, IS, LI), 4 Wo. frei wählbar – weltweit
MedUni Graz12 Wochenmind. 6 Wo. an bettenführenden Stationen; ab Studienbeginn 2020/21 zusätzlich je mind. 3 Wo. chirurgisch und 3 Wo. internistisch/neurologisch; ab Studienbeginn 2025/26 zusätzlich mind. 3 Wo. Primärversorgung am Stück in den ersten 6 Semestern
MedUni Innsbruck18 Wochen (auf Antrag auf mind. 12 Wo. verkürzbar)8 Wo. aus der Pflichtfachliste (2–4 Wo. je Fach), 10 Wo. frei wählbar – davon bis zu 6 Wo. über das Wahlfachstunden-Kontingent ersetzbar
JKU Linz12 Wochen4 Wo. im Bachelor (125 h), 8 Wo. im Master (250 h); max. 4 Wo. davon im Ausland anrechenbar

Die Innsbrucker Verkürzungsregel im Detail: Der kundgemachte Studienplan formuliert sie ausdrücklich. Die Pflichtfamulatur in den Wahlfächern (10 Wochen) kann vom studienrechtlichen Organ um bis zu 6 Wochen verkürzt werden, wenn du die entsprechenden ECTS stattdessen über dein Wahlfachstunden-Kontingent erbringst; damit sinkt die Gesamtdauer von 18 auf mindestens 12 Wochen. Wichtig: Das ist eine Kann-Bestimmung, keine automatische Reduktion. Plane erst mit 12 Wochen, wenn die Verkürzung bewilligt ist. Die Anmeldung zur KMP 6B setzt in Innsbruck mindestens 12 absolvierte Wochen voraus.

Was in Wien zusätzlich gilt: Mindestens 8 der 12 Wochen, davon 4 Wochen Innere Medizin, müssen vor dem Eintritt in den 3. Studienabschnitt absolviert sein, die restlichen 4 Wochen vor Beginn des KPJ. Eine Famulatur an einer Einrichtung wird nur im Ausmaß von 2 oder 4 Wochen anerkannt, eine Famulaturwoche entspricht 1 ECTS beziehungsweise 25 bis 30 Arbeitsstunden – und jede Famulatur ist innerhalb von 2 Monaten nach Absolvierung samt Logbuch per E-Mail einzureichen.

Pflichtfamulatur-Wochen nach Universität MedUni Wien, MedUni Graz und JKU Linz verlangen je 12 Wochen Pflichtfamulatur. Die MedUni Innsbruck verlangt grundsätzlich 18 Wochen; davon können bis zu 6 Wochen auf Antrag entfallen, sodass mindestens 12 Wochen verbleiben. Pflichtfamulatur-Wochen nach Medizin-Universität (Österreich) 12 Wo. 12 Wo. 18 Wo. 6 Wo. auf Antrag verkürzbar 12 Wo. MedUni Wien MedUni Graz MedUni Innsbruck JKU Linz Innsbruck: 18 Wochen sind der Regelfall, die Verkürzung auf mindestens 12 Wochen bewilligt das studienrechtliche Organ.
Quellen: meduniwien.ac.at, medunigraz.at, Studienplan Humanmedizin der MedUni Innsbruck (Mitteilungsblatt 30.06.2025), jku.at – abgerufen 2026-08-18.

Die praktische Konsequenz: Verlass dich nicht auf eine pauschale „12 Wochen reichen"-Faustregel aus einem Forum. Prüfe die für deinen Jahrgang gültige Wochenzahl in deinem Curriculum, bevor du deine Famulatur-Planung über das Studium verteilst – in Graz hängen die Auflagen sogar davon ab, in welchem Studienjahr du begonnen hast.

Wie ist das Klinisch-Praktische Jahr (KPJ) aufgebaut?

Anders als bei der Famulatur ist die Dauer hier eindeutig: Das KPJ umfasst an allen vier öffentlichen Medizin-Standorten 48 Wochen und liegt im letzten Studienjahr. Gleich ist damit aber nur die Gesamtlänge. Wie diese 48 Wochen unterteilt werden, entscheidet jedes Curriculum selbst – und genau diese Unterteilung bestimmt später, welche Blöcke du überhaupt verlegen kannst.

  • MedUni Wien: drei Tertiale zu je 16 Wochen (Innere Medizin, Chirurgische und perioperative Fächer, Wahlfach).
  • MedUni Graz: ebenfalls drei Tertiale zu je 16 Wochen, aber anders geschnitten – Tertial 1 Chirurgie und perioperative Fächer, Tertial 2 Innere Medizin und Neurologie, Tertial 3 nicht als freier Wahlfachblock, sondern als vier 4-Wochen-Blöcke (Allgemeinmedizin, Kinder- und Jugendheilkunde, Psychiatrie, Wahlpflichtfach). Das KPJ beginnt jeweils am ersten Montag im August, ein Quereinstieg ist danach alle 8 Wochen möglich.
  • MedUni Innsbruck: sechs Module statt drei Tertiale – 16 Wochen Innere Medizin, 16 Wochen Chirurgische Fächer, 4 Wochen Allgemeinmedizin und drei Wahlfachmodule zu je 4 Wochen. Die Module können unabhängig voneinander absolviert werden, Pausen dazwischen sind zulässig; offizieller Beginn ist ebenfalls der erste Montag im August.
  • JKU Linz: fünf Blöcke – 16 Wochen Interne Medizin und Neurologie, 16 Wochen Chirurgie, 4 Wochen Allgemeinmedizin, 4 Wochen Kinder- und Jugendheilkunde beziehungsweise Psychiatrie und 8 Wochen freie Wahl-Fachrichtungen. Jeder Block muss durchgehend an einer von der JKU anerkannten Einrichtung absolviert werden.

Ein Detail, das oft falsch weitergegeben wird: Die ECTS sind trotz identischer Wochenzahl nicht einheitlich. Die JKU Linz weist für ihre 48 KPJ-Wochen ausdrücklich 57 ECTS aus. Eine österreichweite ECTS-Zahl fürs KPJ gibt es also nicht – nimm die deines Curriculums.

Wann im Studium musst du Famulatur und KPJ absolvieren?

Das Diplomstudium Humanmedizin an der MedUni Wien dauert 12 Semester und gliedert sich in 3 Studienabschnitte: 2 Semester, 6 Semester, 4 Semester. Die Pflichtfamulatur verteilt sich über den 1. und 2. Studienabschnitt, das KPJ liegt im 11. und 12. Semester. Die Zeitpunkte, an denen deine Wochen fertig sein müssen, sind aber je Universität an unterschiedliche Meilensteine geknüpft:

  • MedUni Wien: mindestens 8 der 12 Wochen (davon 4 Wochen Innere Medizin) vor dem Eintritt in den 3. Studienabschnitt, die restlichen 4 Wochen vor Beginn des KPJ.
  • MedUni Graz: mit der positiven Beurteilung aller Teile der 2. Diplomprüfung und den 12 Wochen Pflichtfamulatur wird der 2. Studienabschnitt abgeschlossen. Für Studienbeginn ab 2025/26 muss die dreiwöchige Primärversorgungs-Famulatur bereits in den ersten sechs Semestern liegen.
  • MedUni Innsbruck: mindestens 12 Wochen Pflichtfamulatur, davon 8 Wochen in Pflichtfächern, sind Voraussetzung für die Anmeldung zur KMP 6B.
  • JKU Linz: die Famulatur ist im Bachelor (4 Wochen) und im Master (8 Wochen) verankert; Voraussetzung sind die vorgeschriebenen Lehrveranstaltungen zur Famulaturreife.

In Graz und Innsbruck beginnt das KPJ laut Curriculum jeweils am ersten Montag im August. Wenn du deine Einstiegstermine und Fristen fürs kommende Studienjahr planst, hilft dir unser Überblick zu den KPJ-Einstiegsterminen und Auslandsfristen.

Welche Wochen darfst du im Ausland absolvieren – und welche nicht?

Famulatur und KPJ im Ausland sind an allen österreichischen Medizin-Universitäten möglich, aber nicht in beliebigem Umfang und nie ohne vorherige Anerkennung. Genau hier liegt der teuerste Planungsfehler: Wer einen 12-Wochen-Block außerhalb Europas bucht, bekommt an der MedUni Wien nur einen Teil davon angerechnet.

UniversitätFamulatur im AuslandKPJ im Ausland
MedUni WienInnere Medizin und Primärversorgung nur in Österreich oder einem EU-Mitgliedsstaat (inkl. CH, NO, IS, LI); die 4 frei wählbaren Wochen sind weltweit möglich. Anerkannt werden Universitätskliniken und Lehrkrankenhäuser, alles andere ist vorab von der Curriculumdirektion zu genehmigenAuslandsaufenthalte sind vorab zu beantragen
MedUni GrazFür Auslandsfamulaturen gelten laut Curriculum „die lokalen, gleichzusetzenden Vorschriften"Tertiale oder Teile davon (Tertial 1 + 2: 8 Wochen, Tertial 3: 4 Wochen) als Mobilitätsfenster möglich; Allgemeinmedizin muss jedenfalls im Inland absolviert werden
MedUni InnsbruckAngerechnet werden nur Famulaturen an Krankenhäusern; eine geografische Beschränkung nennt der Studienplan nichtDas studienrechtliche Organ kann Teile des KPJ an ausländischen Einrichtungen ermöglichen; danach ist ein Reflexionsseminar vorzulegen
JKU Linzmax. 4 Wochen der Pflichtfamulatur, nur an Universitäts- oder Lehrkrankenhäusern, mit vorab eingereichtem Approval AgreementEin Pflichtfach (Innere Medizin, Chirurgie, Kinder- und Jugendheilkunde oder Psychiatrie) und das freie Wahlfach ohne Antrag; weitere Blöcke auf Antrag; Allgemeinmedizin muss in Österreich stattfinden

Für dich heißt das ganz praktisch: Die geschützten Blöcke – Innere Medizin und Primärversorgung in Wien, Allgemeinmedizin im KPJ in Graz und Linz – planst du im Inland oder innerhalb Europas. Alles darüber hinaus ist offen, und zwar ausdrücklich auch außerhalb der EU. Unsere Standorte in Sri Lanka, Nepal, auf Bali und Sansibar liegen außerhalb des EU/EWR-Raums und passen deshalb in die frei wählbaren Famulaturwochen sowie – mit schriftlicher Vorab-Anerkennung – in KPJ-Wahlblöcke. Welche Unterlagen deine Universität dafür sehen will, welche Fristen im MedCampus laufen und wie eine Bewerbung konkret abläuft, erklären wir Schritt für Schritt im Praxis-Leitfaden zur Auslandsfamulatur und zum KPJ im Ausland. Dort siehst du auch, wie travel4med dich bei der Famulatur im Ausland und beim KPJ beziehungsweise Praktischen Jahr im Ausland begleitet.

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Wie bewerten Studierende ihre Famulaturen und das KPJ?

Zur Qualität von Famulatur und KPJ gibt es Zahlen – wenn auch nur für einen Standort und aus dem Jahr 2016. Tamara Seitz, Bela R. Turk und Univ.-Prof. Dr. med. univ. Henriette Löffler-Stastka (Medizinische Universität Wien) kontaktierten in der Wiener Klinischen Wochenschrift 3.014 Studierende; 304 antworteten, eine Rücklaufquote von 10,1 %.

Die Rangfolge der Ausbildungsorte fiel so aus: Wien schnitt mit einer Durchschnittsnote von 3,1 am schwächsten ab, das übrige Österreich lag bei 2,6, Nordamerika bei 2,7, Asien bei 3,0, Europa ohne Österreich bei 2,3 – am besten bewertet wurden mit 2,0 Ausbildungsstätten in Südamerika. Diese Zahl braucht allerdings einen ehrlichen Vorbehalt: Nur fünf Teilnehmende berichteten überhaupt über eine Ausbildung außerhalb Europas, die außereuropäischen Werte beruhen also auf einer sehr kleinen Fallzahl. Bei 10,1 % Rücklauf und einer Erhebung ausschließlich unter Wiener Studierenden sind die Ergebnisse ein Hinweis, keine repräsentative Momentaufnahme des Jahres 2026.

Belastbarer sind zwei andere Befunde derselben Studie. Erstens: Als größte Schwächen nannten die Befragten durchgehend die Betreuung durch ärztliches Personal und die Integration ins Team – nur 36,3 % hatten eine feste betreuende Ansprechperson. Zweitens: Die Gesamtbewertung hing sehr stark von der Dauer ab (r = −0,94) – je länger das Praktikum, desto besser fiel es aus. Für dich heißt das: Die formale Wochenzahl ist nur die halbe Geschichte. Ob eine Famulatur oder ein KPJ-Block etwas bringt, entscheidet die Betreuung an der einzelnen Einrichtung – und ein kurzer Zwei-Wochen-Block bringt erfahrungsgemäß weniger als ein durchgehender längerer Aufenthalt.

Wie planst du Famulatur und KPJ Schritt für Schritt?

Famulatur und KPJ planst du am besten in dieser Reihenfolge – sie verhindert die typischen Fehler: zu spät gebucht, falsche Einrichtung gewählt, Anerkennung erst im Nachhinein beantragt.

  1. Prüfe im Curriculum deiner Universität die für deinen Jahrgang gültige Wochenzahl und Fächeraufteilung – nicht in Foren, sondern im kundgemachten Studienplan oder auf der Studienabteilungs-Seite.
  2. Kläre die Zugangsvoraussetzungen: in Graz die Pflichtlehrveranstaltung „Famulaturlizenz", in Innsbruck die Lehrveranstaltungen zur Famulaturreife im 4. Semester, in Wien SIP 1 samt Famulaturpropädeutikum.
  3. Lege zuerst die gebundenen Blöcke fest: in Wien die 8 Wochen vor dem 3. Studienabschnitt, in Graz ab Studienbeginn 2025/26 die dreiwöchige Primärversorgungs-Famulatur am Stück in den ersten sechs Semestern, in Innsbruck die 8 Wochen Pflichtfächer.
  4. Reserviere die frei wählbaren Wochen bewusst für das Ausland oder für ein Fach, das dich für die spätere Basisausbildung interessiert.
  5. Hole die Vor-Anerkennung schriftlich ein, bevor du Flug und Unterkunft buchst – an der JKU Linz über das Approval Agreement, an der MedUni Wien über die Curriculumdirektion, wenn die Einrichtung nicht auf der anerkannten Liste steht.
  6. Reiche jede absolvierte Famulatur fristgerecht ein: an der MedUni Wien innerhalb von 2 Monaten nach Absolvierung, gemeinsam mit dem klinischen Logbuch.
  7. Kläre vor deinem letzten Studienjahr Reihenfolge, Termine und Kliniken deiner KPJ-Tertiale beziehungsweise -Module – inklusive der Frage, welcher Block ins Ausland darf.

Noch unsicher, wie viele Wochen bei dir konkret gelten oder welcher Block ins Ausland darf? Unser Team ordnet deine Situation an deiner Universität ein und zeigt dir, welche Optionen zu deinem Studienplan passen. Jetzt unverbindlich beraten lassen.

Häufig gestellte Fragen zu Famulatur und KPJ in Österreich

Fazit

Famulatur und KPJ sind die zentralen Pflichtpraktika im österreichischen Medizinstudium – aber sie sind keine Einheitsgröße. Die Pflichtfamulatur reicht je nach Universität von 12 bis 18 Wochen, das KPJ ist überall 48 Wochen lang, aber unterschiedlich gegliedert. Entscheidend für deine Auslandsplanung ist nicht die Gesamtzahl, sondern welche Blöcke geografisch gebunden sind und welche frei bleiben. Prüfe beides in deinem Curriculum, bevor du buchst – und wenn du einen Teil im Ausland absolvieren willst, zeigt dir unser Leitfaden zur Auslandsfamulatur und zum KPJ im Ausland den Ablauf im Detail. Erfahrungsberichte von Studierenden, die diesen Weg schon gegangen sind, findest du in unseren Erfahrungsberichten.

Fachlich geprüft von MUDr. Andreas Zehetner, medizinischer Autor bei travel4med mit Erfahrung in der Beratung von Medizinstudierenden zu Famulatur, KPJ und Auslandspraktika.

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Quellen

  • Medizinische Universität Wien, „Famulaturen & Praktika": meduniwien.ac.at (abgerufen 2026-08-18)
  • Medizinische Universität Wien, „Klinisch-Praktisches Jahr": meduniwien.ac.at (abgerufen 2026-08-18)
  • Medizinische Universität Graz, Curriculum Humanmedizin (Mitteilungsblatt 24.06.2026, Stj 2025/2026, 41. Stk. RN180): medunigraz.at (abgerufen 2026-08-18)
  • Medizinische Universität Innsbruck, Studienplan Humanmedizin (Mitteilungsblatt 30.06.2025, Stj 2024/2025, 50. Stk., Nr. 207): i-med.ac.at (abgerufen 2026-08-18)
  • Medizinische Universität Innsbruck, „Pflichtfamulatur": i-med.ac.at (abgerufen 2026-08-18)
  • Medizinische Universität Innsbruck, „KPJ – Klinisch Praktisches Jahr": i-med.ac.at (abgerufen 2026-08-18)
  • Johannes Kepler Universität Linz, Curriculum Masterstudium Humanmedizin UK 066/603, § 5: studienhandbuch.jku.at (abgerufen 2026-08-18)
  • Johannes Kepler Universität Linz, „Clinical Traineeship Human Medicine": jku.at (abgerufen 2026-08-18)
  • Johannes Kepler Universität Linz, „Famulatur und KPJ im Ausland": jku.at (abgerufen 2026-08-18)
  • Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg, „Studium Humanmedizin": pmu.ac.at (abgerufen 2026-08-18)
  • Seitz T, Turk BR, Löffler-Stastka H (Medizinische Universität Wien), „Can we still stop the migration of physicians from Austria? An evaluation of clinical internships by students of the Medical University of Vienna", Wiener Klinische Wochenschrift, 19.10.2016: pmc.ncbi.nlm.nih.gov (abgerufen 2026-08-18)
  • Österreichische Ärztekammer, „Informationen zur Verkürzung der Basisausbildung" (Stand 03.08.2026): aerztekammer.at (abgerufen 2026-08-18)