
Verschwiegenheitspflicht im Auslandspraktikum: Regeln
Verschwiegenheitspflicht im Auslandspraktikum: Was du auf Station sagen, fotografieren und posten darfst, was § 54 ÄrzteG regelt und was ein Verstoß kostet.

Celina Köhsl
9. September 2026

Eine eSIM ist eine fest im Handy verbaute SIM-Karte, die du digital per QR-Code buchst – ohne Plastikkärtchen und ohne Anstellen am Flughafen. Für dein Auslandspraktikum in Sri Lanka, Nepal, auf Bali oder auf Sansibar ist sie meistens die einfachste Lösung, weil dein österreichischer Tarif dort schlicht nicht mehr gilt: Der Grundsatz „Roam like at Home" endet an der EU-Grenze. Die Kurzantwort lautet daher: eSIM schon zu Hause buchen, das Datenroaming über den heimischen Tarif abdrehen und die voreingestellte Kostengrenze auf keinen Fall aufheben.
Geschrieben von MUDr. Andreas Zehetner, Arzt und Autor bei travel4med, der österreichische Medizin- und Pflegestudierende seit Jahren bei der Vorbereitung von Famulatur, KPJ und Pflegepraktikum im Ausland begleitet.
*#06#: Erscheint dort eine EID, ist dein Gerät eSIM-fähig.Eine eSIM ist ein fix verbauter Chip im Handy, auf den du ein Mobilfunkprofil digital lädst. Statt einer Plastikkarte bekommst du einen QR-Code, scannst ihn und bist im gewünschten Netz. Für dich heißt das: Du buchst das Datenpaket fürs Zielland schon in Wien oder Graz und landest bereits online.
Genau das ist im Klinikpraktikum mehr wert, als es klingt. Am ersten Tag brauchst du Kartennavigation zum Spital, eine funktionierende Nummer für die Kontaktperson vor Ort und Zugriff auf deine Unterlagen. Wer erst am Flughafen eine lokale Karte sucht, verliert schnell eine Stunde – und steht in Kathmandu oder Colombo mit einem toten Handy in der Ankunftshalle.
Der zweite Vorteil: Deine österreichische Nummer bleibt aktiv. Moderne Geräte führen die eSIM parallel zur normalen SIM-Karte. Du surfst also über das günstige lokale Datenpaket, bist über deine gewohnte Nummer aber weiterhin per SMS erreichbar – etwa für TAN-Codes deiner Bank oder für Nachrichten der Uni.

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Weil die EU-Roaming-Verordnung an der Außengrenze endet. Die RTR schreibt es klar: Innerhalb der EU sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen gilt „Roam like at Home". Außerhalb bestehen nur wenige Schutzvorschriften, und Freieinheiten für Minuten, SMS und Daten gelten meist nur im Inland oder in der EU.
Praktisch bedeutet das: Deine 30 Gigabyte aus dem Studitarif sind auf Sansibar wertlos. Stattdessen greift ein Roamingtarif, dessen Preis pro Megabyte du in den Tarifinformationen deines Anbieters nachlesen musst. Die RTR warnt ausdrücklich davor, dass Datenverbrauch auch unbemerkt entsteht – etwa durch automatische Updates oder Cloud-Backups im Hintergrund.
Dazu kommt ein Detail, das viele übersehen: Außerhalb der EU zahlst du auch für eingehende Anrufe. Und wenn deine Mailbox als bedingte Rufumleitung eingerichtet ist, wird ein Anruf erst nach Sri Lanka und dann wieder zurück nach Österreich geleitet – du zahlst den doppelten Weg. Vor der Abreise die Mailbox zu deaktivieren, ist deshalb einer der billigsten Spartipps überhaupt.
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Bei österreichischen Anbietern sind laut RTR automatisch Kostenlimits von 60 sowie 120 Euro voreingestellt. Du kannst sie aufheben, solltest es aber nicht tun. Bei 80 Prozent des 60-Euro-Limits kommt eine Warn-SMS, beim Erreichen des Betrags eine zweite. Danach werden die Datendienste im Ausland gesperrt.
Diese Regel gilt weltweit, nicht nur in der EU – sie ist damit dein wichtigster Schutz auf allen vier travel4med-Standorten. Wichtig ist der Unterschied zwischen den beiden Stufen: Nur beim 60-Euro-Limit muss dich dein Anbieter bei 80 Prozent warnen. Stimmst du der Weiternutzung ausdrücklich zu und läufst auf das 120-Euro-Limit zu, ist die Warnung bei 80 Prozent freiwillig.
Ein Limit von 60 Euro ist trotzdem kein Sparplan, sondern eine Notbremse. Bei einem achtwöchigen Praktikum kann dich diese Summe pro Abrechnungsperiode treffen. Genau deshalb ist die eSIM die bessere Lösung: Sie kostet einen fixen, vorher bekannten Betrag – und dein Roamingzähler bleibt bei null.
Es gibt vier gangbare Wege, und keiner ist für alle richtig. Entscheidend sind drei Fragen: Wie lange bleibst du? Brauchst du eine lokale Rufnummer, etwa fürs Spital oder für Taxi-Apps? Und wie viel Aufwand willst du vor Ort betreiben? Die folgende Übersicht sortiert die Optionen nach genau diesen Kriterien.
| Option | So bekommst du sie | Stärke | Schwäche | Passt bei |
|---|---|---|---|---|
| Reise-eSIM | online buchen, QR-Code scannen, vor Abflug aktivieren | sofort online, Fixpreis, keine Warteschlange | meist nur Daten, keine lokale Rufnummer | Famulatur von 2 bis 4 Wochen |
| Lokale SIM-Karte | im Shop am Zielort, mit Reisepass registrieren | günstigste Gigabyte, echte lokale Nummer | Registrierung vor Ort, Zeitaufwand am Ankunftstag | KPJ-Tertial oder Aufenthalte ab 6 Wochen |
| Roaming-Paket des Anbieters | im Kundenportal dazubuchen | eigene Nummer bleibt aktiv, nichts umzustellen | teuerste Variante pro Gigabyte | kurze Aufenthalte, viele Anrufe nach Hause |
| Roamingsperre plus WLAN | Sperre beim Anbieter beantragen | kostet garantiert nichts | offline, sobald du das Spital verlässt | knappes Budget, gutes WLAN in der Unterkunft |
In der Praxis fahren die meisten Studierenden zweigleisig: eine eSIM fürs Datenpaket, dazu die österreichische SIM mit abgedrehtem Datenroaming für SMS und Notfälle. Bleibst du länger als sechs Wochen, lohnt sich zusätzlich eine lokale Karte – die Details dazu klären wir gerne in der Vorbereitung deiner Famulatur im Ausland.
Eine selektive Roamingsperre unterbindet nur das teure Roaming außerhalb der EU, während günstiges EU-Roaming weiter funktioniert. Die RTR führt eine öffentliche Liste der Anbieter, die dieses Service anbieten. Nicht jeder Betreiber hat es – bei manchen kannst du Roaming nur komplett sperren.
| Anbieter | Betreibergruppe | Besonderheit laut RTR |
|---|---|---|
| Drei | Hutchison Drei Austria | selektive Sperre für Nicht-EU verfügbar |
| HoT | HoT Telekom und Service | selektive Sperre für Nicht-EU verfügbar |
| spusu, help mobile, Tchibo mobil | Mass Response Service | Vertragskund:innen können das Roaming-Kostenlimit auf 0 Euro setzen |
| A1 und B.Free | A1 Telekom Austria | Sperre über die Kundenhotline, gilt nicht für Wertkartentarife |
| yesss!, Georg, educom, Goood | A1 Telekom Austria | selektive Sperre für Nicht-EU verfügbar |
| Liwest Mobil, Rapid Mobil | LTK bzw. RTK Telekom und Service | selektive Sperre für Nicht-EU verfügbar |
Wenn du die eSIM ohnehin buchst, ist die Sperre das perfekte Sicherheitsnetz: Dein Datenverkehr läuft über das gebuchte Paket, und dein Hauptvertrag kann dir außerhalb der EU gar nichts mehr verrechnen. Das ist besonders dann wichtig, wenn du zwischendurch reist – die Fahrt über Land beschreibt unser Guide zu den Transportmöglichkeiten in Sri Lanka und Nepal.

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Plane dafür einen ruhigen Abend zu Hause ein, nicht die letzte Stunde vor dem Boarding. Du brauchst stabiles WLAN, weil das eSIM-Profil heruntergeladen werden muss. Die folgende Reihenfolge hat sich bewährt:
*#06# in die Telefon-App. Erscheint neben der IMEI auch eine EID, ist dein Handy eSIM-fähig. Fehlt sie, brauchst du eine klassische SIM-Karte.Diese acht Punkte gehören genauso in die Vorbereitung wie Impfpass und Reiseapotheke – eine vollständige Übersicht findest du in unserer Packliste fürs Auslandspraktikum.
Netzabdeckung ist an keinem unserer Standorte das Hauptproblem. Weltweit kamen 2024 laut ITU, der Telekommunikationsorganisation der Vereinten Nationen, 112 Mobilfunkanschlüsse auf 100 Einwohnerinnen und Einwohner, bei mobilem Breitband waren es 95. Mobiles Internet ist also fast überall der Normalfall – die Frage ist nur, über welchen Vertrag du es nutzt.
Für Sri Lanka und Nepal gilt: In Colombo und Kathmandu ist das Netz solide, in ländlichen Spitälern und auf Bergstrecken wird es dünn. Lade Karten und Dienstpläne offline herunter. Auf Bali ist die Abdeckung sehr gut, dafür kommt eine indonesische Besonderheit dazu: Für längere Aufenthalte kann eine IMEI-Registrierung des Geräts beim Zoll nötig werden. Wer mit einer ausländischen eSIM im Roaming bleibt, ist davon in der Regel nicht betroffen – prüfe den aktuellen Stand aber unbedingt vor dem Abflug.
Auf Sansibar funktioniert mobiles Internet in Stone Town und rund um die großen Spitäler zuverlässig, an der Ostküste schwankt es. Und wenn dein Praktikum auf See stattfindet, gilt eine eigene Regel: Auf Schiffen und Langstreckenflügen laufen oft Satellitennetze, in denen „Roam like at Home" nicht greift – nachzulesen in unserem Beitrag zur Famulatur am Kreuzfahrtschiff. Die 60- und 120-Euro-Limits gelten dort laut RTR allerdings sehr wohl.
Der teuerste Fehler ist der bequemste: Handy einschalten, weitersurfen wie zu Hause. Innerhalb weniger Stunden hast du das 60-Euro-Limit erreicht, ohne etwas Besonderes getan zu haben. Cloud-Backups, App-Updates und Streaming laufen im Hintergrund weiter, wenn du sie nicht ausdrücklich abdrehst.
Fehler Nummer zwei: die eSIM erst am Zielflughafen kaufen. Ohne Internet kannst du weder Zahlung noch QR-Code abwickeln – und auf kostenloses Flughafen-WLAN ist nicht überall Verlass. Fehler Nummer drei ist ein Klassiker aus der Bürokratie: Wer seine Bank oder Versicherung nur über SMS-TAN erreicht, braucht die österreichische Nummer weiterhin empfangsbereit. Das gilt genauso für Rückfragen zur Auslandskrankenversicherung oder zu deinen Visa-Unterlagen.
Und schließlich: Verlass dich nicht darauf, dass das Spital dir WLAN gibt. In vielen Häusern gibt es keinen Gastzugang für Studierende, und wo es einen gibt, ist er häufig auf das Verwaltungsgebäude beschränkt. Ein eigenes Datenpaket ist damit auch ein Stück Arbeitsfähigkeit – gerade wenn du dich, wie in unserem Beitrag zu Sprachbarrieren beschrieben, im Stationsalltag auf Übersetzungs-Apps stützt.

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