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Famulatur Kreuzfahrtschiff: Anerkennung in Österreich

Nils-Andre Stritt
Nils-Andre StrittMedizinstudent, Co-Founder travel4med
  • 10. August 2026
  • 15 Minuten
Famulatur Kreuzfahrtschiff: Anerkennung in Österreich

Famulatur Kreuzfahrtschiff: Medizinische Erfahrung und Anerkennung auf See

Eine Famulatur Kreuzfahrtschiff ist ein klinisches Praktikum im Bordhospital eines Passagierschiffs – medizinisch reizvoll, für die österreichische Pflichtfamulatur aber nur schwer anrechenbar. Der Grund ist nicht der Ort, sondern der Einrichtungstyp: Alle vier öffentlichen Medizin-Universitäten knüpfen die Anrechnung an Krankenhäuser, Lehrkrankenhäuser, Universitätskliniken oder gleichwertig anerkannte Ausbildungsstätten. Ein Schiffshospital ist keines davon, und wo überhaupt ein Weg offensteht, führt er über eine Genehmigung vor Antritt der Famulatur. Dieser Guide klärt der Reihe nach: was an Bord medizinisch passiert, was die Maritime Labour Convention wirklich vorschreibt und welche Zusage du einholst, bevor du eine Reederei bindend buchst.

Key Takeaways

  • Eine Famulatur Kreuzfahrtschiff findet im Bordhospital eines Passagierschiffs statt, betreut von einem kleinen, international besetzten Ärzte- und Pflegeteam.
  • Für eine Famulatur Kreuzfahrtschiff entscheidet der Einrichtungstyp: Die MedUni Innsbruck rechnet ausdrücklich nur Famulaturen an Krankenhäusern an (MedUni Innsbruck, 2026), die JKU Linz verlangt im Ausland ein öffentliches Lehrkrankenhaus plus Pre-Approval (JKU Linz, 2026).
  • An der MedUni Wien gelten im Ausland anerkannte Universitätskliniken, Lehrkrankenhäuser und Krankenanstalten mit Weiterbildungsberechtigung als anerkannte Famulatureinrichtungen; alle anderen Famulaturen muss die Curriculumdirektion vor der Absolvierung genehmigen (MedUni Wien, 2026).
  • Die Wiener Blöcke „Innere Medizin“ und „Primärversorgung“ (8 der 12 Pflichtwochen) sind in Österreich oder einem EU-Mitgliedsstaat inkl. Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein zu absolvieren – ein Schiff auf internationaler Fahrt liegt außerhalb.
  • Die Maritime Labour Convention verlangt ab 100 Personen an Bord auf internationalen Fahrten über drei Tage einen qualifizierten Arzt und ab 15 Besatzungsmitgliedern eine eigene Krankenunterkunft (ILO, MLC 2006, Standard A4.1 Abs. 4 lit. b und Standard A3.1 Abs. 12).
  • Ohne gültiges Seediensttauglichkeitszeugnis darfst du auf einem Schiff nicht arbeiten (MLC 2006, Regulation 1.2) – das kostet Zeit und Geld und fehlt in fast jedem Erfahrungsbericht.
  • travel4med organisiert Famulaturen an bettenführenden Kliniken in Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar (travel4med.at, 2026).

Was ist eine Famulatur Kreuzfahrtschiff genau?

Eine Famulatur Kreuzfahrtschiff ist ein mehrwöchiges klinisches Praktikum im Bordhospital eines Passagierschiffs. Du arbeitest dem Schiffsarztteam zu, siehst Passagiere und Crew und lernst Medizin unter Isolationsbedingungen kennen. Anders als in einer Landklinik gibt es keine Nachbarabteilung, keinen Konsiliardienst und keinen schnellen Transport in ein Zentrum.

An Bord bist du Teil eines kleinen, international besetzten Teams aus meist ein bis zwei Ärzt:innen und mehreren Pflegekräften. Behandelt werden Passagiere und Crewmitglieder, was das Fallspektrum breiter macht als in vielen kleinen Landkliniken. Der Schiffsarzt Lee Jacobs, MD, beschreibt Kreuzfahrtschiffe als Kleinstädte mit 1500 bis über 7000 Menschen an Bord und die Akuität der Fälle als vergleichbar mit einer stark frequentierten Notaufnahme (Jacobs, The Permanente Journal, 2019).

Wer ein Schiffsarzt Praktikum im Medizinstudium sucht, bekommt also ein ungewöhnliches Arbeitsumfeld: keinen Hubschrauberlandeplatz vor der Tür, sondern den nächsten Hafen als Rettungsanker. Genau diese Distanz prägt den Alltag in der maritimen Medizin – und sie ist auch der Grund, warum die studienrechtliche Bewertung so streng ausfällt.

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Wird eine Famulatur Kreuzfahrtschiff in Österreich anerkannt?

In aller Regel nicht. Österreichische Medizin-Universitäten rechnen Pflichtfamulaturen nur an, wenn die Einrichtung ein Krankenhaus, ein Lehrkrankenhaus, eine Universitätsklinik oder eine gleichwertig anerkannte Ausbildungsstätte ist. Ein Bordhospital erfüllt das praktisch nie. Wo eine Ausnahme denkbar ist, braucht sie eine Genehmigung deiner Universität vor Antritt.

An der MedUni Wien umfasst die Pflichtfamulatur 12 Wochen: 4 Wochen Primärversorgung, 4 Wochen Innere Medizin und 4 Wochen frei wählbar (MedUni Wien – Famulaturen & Praktika, 2026). Für die ersten beiden Blöcke steht dort im Abschnitt „Anrechenbarkeit von Famulaturen“ wörtlich: „Die Famulaturen ‚Innere Medizin‘ und ‚Primärversorgung‘ sind in Österreich oder einem EU-Mitgliedsstaat (inkl. Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein) zu absolvieren.“ In den Absätzen zu den einzelnen Blöcken formuliert dieselbe Seite weicher – dort heißt es, die Famulatur sei „vorzugsweise in Österreich“ abzuleisten, die Absolvierung an Famulaturspitälern in EU-Mitgliedsstaaten sei „aber möglich“. Beide Lesarten führen zum selben Ergebnis: Ein Schiff auf internationaler Fahrt ist weder Österreich noch ein EU-Famulaturspital.

Zitierfähige Kurzfassung: An der MedUni Wien sind die Famulatur-Blöcke Innere Medizin und Primärversorgung in Österreich oder einem EU-Mitgliedsstaat inkl. Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein zu absolvieren. Nur der frei wählbare 4-Wochen-Block kennt diese Standortgrenze nicht, ist an nicht-bettenführenden Abteilungen aber auf höchstens 2 Wochen gedeckelt (MedUni Wien – Famulaturen & Praktika, 2026).

Beim frei wählbaren Block fällt die Standortgrenze weg – die Einrichtungsgrenze bleibt. Anerkannte Famulatureinrichtungen im Ausland sind laut MedUni Wien „anerkannte Universitätskliniken und Lehrkrankenhäuser sowie Krankenanstalten an denen für das jeweilige Fach eine Weiterbildungsberechtigung vorliegt“. Und weiter: „Alle anderen Famulaturen sind von der Curriculumdirektion vor Absolvierung der Famulatur zu genehmigen und über das Studierendenmanagement einzureichen.“ Beizulegen sind eine Beschreibung der Einrichtung und eine Originalbestätigung über die Lehrinhalte. Wer erst nach der Fahrt fragt, hat den vorgesehenen Weg bereits verlassen.

Detail einer aufgeschlagenen Landkarte
Gute Vorbereitung beginnt lange vor dem Einschiffungstag – mit der Genehmigung, nicht mit der Buchung.

Welche Regeln gelten an deiner MedUni in Wien, Graz, Innsbruck und Linz?

Die Pflichtfamulatur ist an jeder Universität eigenständig geregelt. Wochenzahl, Einrichtungstypen und Vorbedingungen unterscheiden sich deutlich – wer die Wiener Zahlen für ganz Österreich hält, plant an der eigenen Uni vorbei. Die folgende Übersicht fasst die aktuell veröffentlichten Regeln zusammen; maßgeblich bleibt immer das Curriculum in der Fassung deiner Studienkohorte.

MedUniUmfang PflichtfamulaturZulässige EinrichtungenVorbedingung
Wien12 Wochen (4 Primärversorgung, 4 Innere, 4 frei wählbar)Im Ausland anerkannte Universitätskliniken, Lehrkrankenhäuser, Krankenanstalten mit Weiterbildungsberechtigung; alles andere nur mit Genehmigung der Curriculumdirektion vor AntrittSIP 1 plus vier Lehrveranstaltungen des 3./4. Semesters
Graz12 Wochen, davon mindestens 6 Wochen an Betten führenden StationenLehrkrankenhäuser der Med Uni Graz und von der ÖÄK anerkannte Ausbildungsstätten; im Ausland gelten „die lokalen, gleichzusetzenden Vorschriften“Pflichtlehrveranstaltung „Famulaturlizenz“
Innsbruckgrundsätzlich 18 Wochen, verkürzbar auf mindestens 12 Wochen„Es werden nur jene Pflichtfamulaturen angerechnet, die an Krankenhäusern absolviert werden“; höchstens 2 Wochen an nicht-bettenführenden InstitutionenDrei Lehrveranstaltungen des 4. Semesters (Famulatur-OSCE)
Linz (JKU)12 Wochen (4 im Bachelor, 8 im Master)Im Ausland ein öffentliches Lehrkrankenhaus („public teaching hospital“), Pre-Approval-Formular an die Famulatur-Stelle der JKUFamulaturlizenz oder die Lehrveranstaltungen „Professional doctor-patient interaction I und II“

Quellen der Tabelle: MedUni Wien (2026); MedUni Graz, Curriculum Humanmedizin, Mitteilungsblatt 24.06.2026, RN180; MedUni Innsbruck (2026); JKU Linz (2026).

Für eine Famulatur Kreuzfahrtschiff ist die Innsbrucker Formulierung die schärfste: Wenn ausschließlich Famulaturen an Krankenhäusern angerechnet werden, ist ein Bordhospital ohne Krankenhausstatus schlicht draußen. In Linz scheitert es an „public teaching hospital“, in Graz an den ÖÄK-Ausbildungsstätten bzw. der Frage, welche lokale Vorschrift für ein Schiff überhaupt „gleichzusetzen“ wäre. Kläre das immer schriftlich mit dem für dein Studium zuständigen Referat und dem studienrechtlichen Organ deiner Universität, bevor du eine Reederei bindend buchst. Wie das österreichische Pflichtpraktikums-System insgesamt aufgebaut ist, erklärt unser Pflichtpraktika-Ratgeber.

Gilt ein Bordhospital als bettenführende Abteilung?

Das lässt sich für eine Famulatur Kreuzfahrtschiff nicht pauschal beantworten; es entscheidet dein studienrechtliches Organ im Einzelfall. Die Maritime Labour Convention verlangt zwar Betten an Bord, sagt aber nichts darüber, ob eine Schiffsstation im Sinne eines Curriculums als bettenführende Abteilung zählt. Lass dir Bettenzahl und Fachrichtung von der Reederei schriftlich bestätigen.

Konkret schreibt Standard A3.1 Abs. 12 MLC 2006 vor, dass Schiffe mit 15 oder mehr Besatzungsmitgliedern auf Reisen von mehr als drei Tagen eine eigene, ausschließlich medizinisch genutzte Krankenunterkunft bereitstellen müssen; die Zahl der Betten legt laut Guideline B3.1.8 die zuständige nationale Behörde des Flaggenstaats fest (ILO, MLC 2006). Es gibt also Betten – nur keine international einheitliche Zahl und keine Einordnung als Abteilung.

Warum das zählt: An der MedUni Wien können Famulaturen an nicht-bettenführenden Abteilungen (ausgenommen Allgemeinmedizin und Primärversorgung) nur im Höchstausmaß von 2 Wochen anerkannt werden, und Famulaturen ausschließlich an Ambulanzen sogar nur dann, wenn zuvor an der entsprechenden Bettenstation derselben Krankenanstalt famuliert wurde – auf einem Schiff eine praktisch unerfüllbare Bedingung. Innsbruck deckelt nicht-bettenführende Institutionen ebenfalls bei 2 Wochen, Graz verlangt mindestens 6 der 12 Wochen an Betten führenden Stationen. Selbst im günstigsten Fall bleibt von vier frei wählbaren Wochen an Bord also wenig übrig.

Was muss ein Schiffshospital laut MLC 2006 vorhalten?

Wenn du eine Famulatur Kreuzfahrtschiff planst, hilft es zu wissen, auf welche Mindestausstattung du dich verlassen kannst. Die Maritime Labour Convention regelt die medizinische Mindestausstattung an Bord in Standard A4.1 Abs. 4. Danach müssen alle Schiffe eine Bordapotheke, medizinische Ausrüstung und einen medizinischen Leitfaden mitführen (lit. a). Schiffe mit 100 oder mehr Personen an Bord, die üblicherweise auf internationalen Fahrten von mehr als drei Tagen unterwegs sind, müssen einen qualifizierten Arzt mitführen (lit. b). Und die zuständige Behörde muss sicherstellen, dass ärztliche Beratung per Funk oder Satellit rund um die Uhr und für alle Schiffe kostenlos verfügbar ist (lit. d) (ILO, MLC 2006).

Wie weit die Ausstattung darüber hinausgeht – Röntgen, Labor, kleiner OP, Ultraschall –, unterscheidet sich stark nach Reederei und Schiffsklasse. Verlässliche, öffentlich einsehbare Vergleichszahlen dazu gibt es nicht. Die MLC schreibt auch keine Fallzahlen und keine Personalschlüssel pro Patient vor; sie verlangt nur, dass die nationalen Vorschriften Schiffstyp, Personenzahl sowie Art, Ziel und Dauer der Reise berücksichtigen. Frage deshalb vor der Bewerbung konkret nach Bettenzahl, Fachrichtung und Ausstattung des Schiffs, auf dem du eingesetzt wirst.

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Wie bewirbst du dich für eine Famulatur auf See?

Eine Famulatur Kreuzfahrtschiff bewirbst du in der Regel direkt bei der medizinischen Abteilung der Reederei, oft viele Monate vor Fahrtantritt. Erwartet werden klinische Grundfertigkeiten und gutes medizinisches Englisch, weil die Bordkommunikation international meist auf Englisch läuft. Die MLC selbst regelt die gesprochene Bordsprache nicht; sie verlangt Englisch nur für bestimmte Unterlagen, etwa das Seediensttauglichkeitszeugnis auf Schiffen im internationalen Verkehr (Standard A1.2 Abs. 10).

Ein Punkt entscheidet über alles Weitere: Wer zuerst bucht und erst danach bei seiner Universität nachfragt, riskiert eine Famulatur ohne Anerkennungswert – die Genehmigung ist an mehreren Standorten ausdrücklich vor Antritt einzuholen. Deshalb steht sie hier an erster Stelle:

  1. Schriftliche Anerkennungszusage einholen, bevor du irgendetwas unterschreibst – an der MedUni Wien über das Studierendenmanagement zur Genehmigung durch die Curriculumdirektion, an der JKU Linz über das Pre-Approval-Formular an die Famulatur-Stelle, in Innsbruck und Graz über das für dein Studium zuständige Referat und das studienrechtliche Organ. Lege eine Beschreibung der Einrichtung und eine Bestätigung über die Lehrinhalte bei.
  2. Bestätigung der Reederei besorgen: Bettenzahl der Station, Fachrichtung, Betreuungsperson, Dauer und Wochenarbeitstage – genau die Angaben, die deine Uni für die Genehmigung braucht.
  3. Seediensttauglichkeitszeugnis klären. Nach Regulation 1.2 MLC 2006 darf niemand auf einem Schiff arbeiten, ohne als seediensttauglich zertifiziert zu sein; das Zeugnis gilt höchstens zwei Jahre. Ob du als „seafarer“ giltst, entscheidet im Zweifel die zuständige Behörde des Flaggenstaats (Artikel II Abs. 1 lit. f und Abs. 3).
  4. Vertragliches schriftlich festhalten: ob Kabine und Verpflegung gestellt werden, ob es eine Vergütung gibt und wer die Anreise zahlt. Öffentliche Standards dafür gibt es nicht – das regelt allein deine Vereinbarung mit der Reederei.
  5. Versicherungen abschließen: Auslandskrankenversicherung mit Rückholschutz und, falls du klinisch mitarbeitest, eine Berufshaftpflicht. Kläre vorab, ob die Reederei dich in ihre Deckung einschließt.
  6. Anreise zum Einschiffungshafen buchen und Passgültigkeit prüfen, üblicherweise mindestens sechs Monate über das Fahrtende hinaus; je nach Route kommen Transitvisa dazu.
  7. Medizinisches Englisch auffrischen, idealerweise mit Fachvokabular für Notfall- und Reisemedizin.

Für den Start der Pflichtfamulatur gelten außerdem die Vorbedingungen deiner Universität. An der MedUni Wien sind das SIP 1 sowie die Lehrveranstaltungen „Ärztliche Gesprächsführung A“, „Ärztliche Grundfertigkeiten“, „Physikalische Krankenuntersuchung“ und „Famulaturpropädeutikum“; gegen Hepatitis A und B solltest du laut MedUni Wien vor der ersten Famulatur geimpft sein – viele Kliniken und Reedereien verlangen darüber hinaus einen eigenen Immunitätsnachweis. In Graz ist stattdessen die Pflichtlehrveranstaltung „Famulaturlizenz“ mit vier Teilen am Clinical Skills Center Voraussetzung, in Innsbruck sind es drei Lehrveranstaltungen des 4. Semesters.

Grüne Palme am Ufer eines Gewässers bei Tageslicht
Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar: bettenführende Kliniken statt offener Anerkennungsfrage.

Wie sieht der Alltag bei einer Famulatur Kreuzfahrtschiff aus?

Der Tag beginnt meist mit Sprechstunde für Passagiere und Crew, dazu kommen Akutfälle rund um die Uhr. Nach der Erfahrung des Schiffsarztes Lee Jacobs entsprechen Art und Schweregrad der Fälle denen einer stark frequentierten Notaufnahme: Herzinsuffizienz, Herzinfarkte, Rhythmusstörungen, Asthmaexazerbationen, Schwangerschaftskomplikationen, Krampfanfälle, schwere Dehydratation und Hyperglykämien, dazu Frakturen und Platzwunden durch Schiffsbewegung und nasse Decks (Jacobs, The Permanente Journal, 2019). Vergleichende Statistiken dazu veröffentlichen Reedereien nicht; die Aufzählung ist eine klinische Erfahrungsangabe, keine Fallzahl.

Was den Bordalltag von jeder Landklinik unterscheidet, ist die Zeit bis zur nächsten Versorgungsstufe. Jacobs beziffert den Transfer eines kranken Passagiers an eine Klinik an Land mit mehreren Stunden bis mehreren Tagen; auf langen Ozeanüberquerungen könnten mehr als vier Tage ohne Evakuierungsmöglichkeit liegen, sodass die Behandlung vollständig an Bord stattfinden muss. Genau daraus zieht eine Famulatur Kreuzfahrtschiff ihren Lerneffekt: priorisieren, improvisieren, sauber dokumentieren.

Sicherheitsübungen und Notfallbriefings gehören für die gesamte Besatzung zum Bordalltag, medizinisches Personal eingeschlossen. Vorgeschrieben sind sie allerdings nicht durch die MLC – diese erwähnt Musterungen sowie Feuer- und Rettungsbootübungen nur insoweit, als sie so anzusetzen sind, dass sie die Ruhezeiten möglichst wenig stören (Standard A2.3 Abs. 7). Die Übungspflicht selbst folgt aus den seerechtlichen Sicherheitsregeln, die für dein Schiff gelten.

Welche Alternativen bietet travel4med für eine anerkannte Auslandsfamulatur?

Wer bei einer Famulatur Kreuzfahrtschiff die Anerkennungsfrage nicht dem Zufall überlassen will, findet bei travel4med Famulaturplätze an etablierten, bettenführenden Kliniken, die für den frei wählbaren Famulatur-Block infrage kommen (travel4med.at – Famulatur im Ausland, 2026). Die Standorte liegen in Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar.

Wichtig, und wir sagen es offen: Auch hier entscheidet nicht travel4med über die Anrechnung, sondern deine Universität. An der MedUni Wien sind im Ausland nur anerkannte Universitätskliniken, Lehrkrankenhäuser und Krankenanstalten mit Weiterbildungsberechtigung automatisch anerkannt – alles andere muss die Curriculumdirektion vor Absolvierung genehmigen. Wir liefern dir dafür die Klinikunterlagen: Beschreibung der Einrichtung, Fachabteilungen, Bettenzahl und eine Bestätigung der Lehrinhalte. Hol die Genehmigung ein, bevor du buchst.

An allen vier Standorten arbeitest du mit einem festen Ärzteteam vor Ort, während Organisation, Unterkunft und Ansprechpartner:innen vorab geklärt sind. Einen Überblick über alle Optionen gibt die Standorte-Seite, echte Berichte findest du in den Erfahrungsberichten. Wie Anerkennung und Planung für Auslandsaufenthalte in Österreich zusammenspielen, vertieft unser Beitrag zur Auslandsfamulatur und zum KPJ im Ausland.

Sichere dir eine Famulatur mit geklärter Anerkennung. travel4med organisiert deine Auslandsfamulatur an bettenführenden Kliniken in Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar, inklusive Unterkunft und Vorbereitung. Jetzt kostenlose Beratung sichern.

Häufig gestellte Fragen

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Fazit

Eine Famulatur Kreuzfahrtschiff ist medizinisch lehrreich und studienrechtlich riskant. Die entscheidende Hürde ist nicht die Standortregel allein, sondern der Einrichtungstyp: Innsbruck rechnet ausdrücklich nur Krankenhäuser an, Linz im Ausland nur öffentliche Lehrkrankenhäuser, Wien nur anerkannte Universitätskliniken, Lehrkrankenhäuser und Krankenanstalten mit Weiterbildungsberechtigung – alles andere nur mit vorheriger Genehmigung der Curriculumdirektion. Dazu kommen in Wien die EU-/EWR-Standortgrenze für 8 der 12 Pflichtwochen und der 2-Wochen-Deckel für nicht-bettenführende Abteilungen (MedUni Wien, 2026).

Wer dieses Risiko nicht eingehen will, findet mit travel4med eine planbare Alternative: Famulaturen an bettenführenden Kliniken in Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar, inklusive der Unterlagen, die deine Uni für die Genehmigung sehen will (travel4med.at, 2026). Mehr zu den Grundlagen von Famulatur und KPJ liest du im Pflichtpraktika-Ratgeber; wer schon weiterdenkt, findet zum KPJ im Ausland die eigenen Anerkennungsregeln seiner MedUni. Vereinbare jetzt deine kostenlose Beratung und kläre deinen Weg, bevor du buchst.

Über den Autor

Fachlich geprüft von MUDr. Andreas Zehetner, Arzt (MUDr., entspricht Dr. med. univ.) und Mitgründer von travel4med. Er organisiert seit Jahren klinische Auslandspraktika für Medizin- und Pflegestudierende und kennt die Standorte Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar aus eigener Erfahrung. Dieser Guide zur Famulatur Kreuzfahrtschiff wurde zuletzt am 18.08.2026 gegen die Primärquellen der vier österreichischen Medizin-Universitäten und den konsolidierten Text der Maritime Labour Convention geprüft.

Quellen

  • MedUni Wien, Famulaturen & Praktika im Diplomstudium Humanmedizin (12-Wochen-Struktur, Standortregel für Innere Medizin/Primärversorgung, anerkannte Famulatureinrichtungen im Ausland, Genehmigung durch die Curriculumdirektion, 2-Wochen-Deckel für nicht-bettenführende Abteilungen, SIP-1- und Impfhinweis): meduniwien.ac.at (abgerufen 18.08.2026)
  • MedUni Graz, Curriculum Humanmedizin, Mitteilungsblatt vom 24.06.2026, Stj 2025/2026, 41. Stk. RN180 (Lehrkrankenhäuser und ÖÄK-Ausbildungsstätten, lokale gleichzusetzende Vorschriften im Ausland, mindestens 6 Wochen an Betten führenden Stationen, Famulaturlizenz): medunigraz.at (abgerufen 18.08.2026)
  • MedUni Innsbruck, Pflichtfamulatur (18 Wochen, Anrechnung nur an Krankenhäusern, höchstens 2 Wochen an nicht-bettenführenden Institutionen): i-med.ac.at (abgerufen 18.08.2026)
  • JKU Linz, Clinical Traineeship in Human Medicine (4 Wochen Bachelor, 8 Wochen Master, im Ausland öffentliches Lehrkrankenhaus, Pre-Approval-Formular): jku.at (abgerufen 18.08.2026)
  • International Labour Organization, Maritime Labour Convention 2006 as amended, konsolidierter Text (Artikel II, Regulation 1.2 und Standard A1.2, Standard A2.3 Abs. 7, Standard A3.1 Abs. 12, Guideline B3.1.8, Standard A4.1 Abs. 4): ilo.org (PDF) (abgerufen 18.08.2026)
  • Lee Jacobs, MD, „Help Your Patients Stay Healthy on Their Cruise Vacation: Suggestions for Primary Care Physicians from a Cruise Ship Physician“, The Permanente Journal (Fallspektrum, Transferzeiten, 27 Millionen Passagiere 2018): pmc.ncbi.nlm.nih.gov (2019, abgerufen 18.08.2026)
  • travel4med.at, Famulatur im Ausland: /famulatur-im-ausland/ (abgerufen 18.08.2026)