
Famulatur Logbuch der MedUni Wien: so füllst du es aus
Famulatur Logbuch der MedUni Wien: was in Bestätigung und Tagebuch gehört, wer unterschreibt und wie du das Clerkship certificate im Ausland nutzt. Lies nach.

Nils-Andre Stritt
9. Oktober 2026

Der Hepatitis B Titer ist die Menge an Anti-HBs-Antikörpern in deinem Blut, gemessen in mIE/ml, und er zeigt, ob deine Hepatitis-B-Impfung tatsächlich wirkt. Für Famulatur, KPJ-Tertial oder Pflegepraktikum im Ausland ist die Zielmarke klar: Laut Impfplan Österreich 2026/2027 bist du ab 100 mIE/ml dauerhaft geschützt. Messen lässt du bevorzugt sechs Monate, frühestens vier Wochen nach der dritten Impfung. Wer das zu spät angeht, verliert Monate.
Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal, Arzt bei travel4med, zuständig für medizinische Themen wie Impfungen, Tropenmedizin und Gesundheit im Auslandspraktikum.
Nach einer Impfung bildet dein Körper Antikörper gegen das Oberflächenantigen des Hepatitis-B-Virus, kurz Anti-HBs. Der Laborwert dazu ist dein Hepatitis B Titer. Er beantwortet eine einzige Frage: Hat die Impfung bei dir angeschlagen?
Das ist keine Formalität. Laut Impfplan Österreich 2026/2027 bilden 5 bis 10 Prozent der Geimpften keine ausreichende Immunantwort aus. Du kannst also drei Impfungen im Pass stehen haben und trotzdem ungeschützt sein. Ohne Hepatitis B Titer merkst du das erst, wenn es zu spät ist, zum Beispiel nach einer Nadelstichverletzung im Gastspital.
Hepatitis B wird laut Impfplan über Blutkontakt mit Schleimhaut oder verletzter Haut, über Sexualkontakt und durch Nadel- und Schnittverletzungen übertragen. Genau diese Situationen kommen auf Station vor: Blut abnehmen, Zugänge legen, Wunden versorgen. Die Inkubationszeit liegt bei etwa 75 Tagen, die Spannweite reicht von 30 bis 180 Tagen. Eine Infektion aus Galle oder Pokhara kann sich also erst Monate später in Wien bemerkbar machen.

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Meist beide, und die Reihenfolge ist wichtig. Den ersten Filter setzt deine eigene Universität, denn ohne Immunitätsnachweis kommst du in Österreich gar nicht erst in den klinischen Bereich.
Der Impfplan Österreich 2026/2027 zählt ausdrücklich auch Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten zum Personal im Gesundheitswesen. Für Ärztinnen und Ärzte wie für die Gesundheits- und Krankenpflegeberufe stuft er die Hepatitis-B-Impfung als dringend erforderlich ein, inklusive Titerbestimmung. Neu eintretendes Personal an klinischen Abteilungen soll seine Immunität laut Impfplan vor Dienstantritt nachweisen.
Wie das konkret aussieht, regelt jede MedUni selbst. Ein Beispiel ist das Formular "Infektionsschutz-Anforderungen" der MedUni Graz (Version vom 27.01.2026). Dort heißt es: Der Schutz gegen Hepatitis B ist durch die vollständige Grundimmunisierung mit drei Impfungen, gegebenenfalls Auffrischungen und einen ausreichenden aktuellen Titer nachzuweisen. Ohne diesen Nachweis wirst du laut Formular nach der Richtlinie der KAGes für keine Tätigkeit im klinischen Bereich ihrer Spitäler zugelassen.
Wichtig: Das ist die Grazer Regel, nicht "die österreichische". Die MedUni Wien, die MedUni Innsbruck und die JKU Linz arbeiten mit eigenen Formularen und Fristen. Frag in deiner Studienabteilung oder im Studien- und Prüfungsreferat nach, welches Formular für dich gilt. Wann du die Auslandsfamulatur selbst anmelden musst, steht in unserem Beitrag zu Fristen für die Auslandsfamulatur an deiner MedUni.
Das Gastspital im Ausland fragt oft zusätzlich nach deinem Impfstatus und deinem Hepatitis B Titer, manchmal beim Onboarding, manchmal schon mit der Bewerbung. Einheitliche Regeln für Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar gibt es nicht. Hol dir die Anforderung schriftlich und plane mit dem strengeren der beiden Nachweise.
Die Grenzwerte stehen im Kapitel Hepatitis B des Impfplans Österreich 2026/2027. Sie gelten für Personen mit andauernder spezieller Indikation, und dazu gehörst du als Medizin- oder Pflegestudierende mit Patientenkontakt.
| Dein Hepatitis B Titer (Anti-HBs) | Was der Impfplan empfiehlt | Was das für dein Auslandspraktikum heißt |
|---|---|---|
| 100 mIE/ml oder mehr | Auffrischung alle 10 Jahre, keine weiteren Titerkontrollen | Du bist bereit. Befund kopieren und mitnehmen. |
| 20 bis unter 100 mIE/ml | eine weitere Impfung, danach erneut Titerkontrolle | Plane mindestens 4 Wochen bis zum neuen Befund ein. |
| unter 20 mIE/ml | Non- oder Low-Responder: weitere Impfungen, eventuell mit Impfstoff eines anderen Herstellers, danach Titer | Früh ärztlich klären, chronische Infektion ausschließen lassen. |
Warum 20 und nicht 10 mIE/ml als untere Grenze? Der Impfplan erklärt es selbst: Der höhere Wert berücksichtigt testbedingte Schwankungen. Und noch ein Detail, das dir Zeit spart: Hast du einmal einen Hepatitis B Titer von mindestens 100 mIE/ml belegt, sind weitere Titerbestimmungen laut Impfplan nicht mehr nötig, außer bei Immunsuppression. Ein alter Befund aus dem ersten Studienjahr kann also reichen, wenn er diese Marke zeigt. Ob deine MedUni oder dein Gastspital trotzdem einen "aktuellen" Hepatitis B Titer will, klärst du am besten vorab.
Deutlich höher als in Österreich. Laut WHO-Faktenblatt (Stand 28.07.2026) lebten 2024 weltweit 240 Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis B, bei rund 0,9 Millionen Neuinfektionen und 1,1 Millionen Todesfällen pro Jahr. Sri Lanka, Nepal und Indonesien gehören zur WHO-Region Südostasien, Tansania mit Sansibar zur WHO-Region Afrika.
Zum Vergleich: In Österreich wurden laut Impfplan 2026/2027 im Jahr 2025 insgesamt 967 Hepatitis-B-Fälle gemeldet. Die WHO selbst nennt die Europa-Region und die Region Amerika als die beiden Regionen, die ihr Ziel für 2030 bei Kindern unter fünf Jahren schon erreicht haben. In der Afrika-Region liegt die Prävalenz bei Kindern unter fünf Jahren dagegen bei 1,4 Prozent.
Was heißt das für dich? Im Gastspital triffst du mit höherer Wahrscheinlichkeit auf Patientinnen und Patienten mit unerkannter chronischer Hepatitis B. Die WHO schreibt, dass 2024 nur 27 Prozent der Betroffenen von ihrer Infektion wussten. Dein Schutz hängt also nicht davon ab, ob in der Akte etwas steht. Er hängt an deinem Hepatitis B Titer.
Früher als du denkst. Die Grundimmunisierung bei Erwachsenen sieht laut Impfplan Österreich 2026/2027 so aus: zweite Dosis einen Monat nach der ersten, dritte Dosis 5 bis 11 Monate nach der zweiten. Danach folgt die Titerkontrolle, bevorzugt nach sechs Monaten, frühestens nach vier Wochen.
Rechne das für die Semesterferien im Februar 2027 durch: Beginnst du jetzt im Oktober 2026 bei null, ist die dritte Dosis nach Standardschema frühestens Anfang April 2027 fällig (zweite Dosis im November, dritte frühestens fünf Monate danach). Für Februar wird das also eng, für den Sommer 2027 geht es sich aus. Für Notfälle gibt es ein Schnellschema 0/7/21 ab 18 Jahren, das der Impfplan als off-label kennzeichnet, mit einer vierten Dosis elf Monate später. Ob das für dich passt und ob deine MedUni es akzeptiert, entscheidest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Die genauen Ferientermine je Uni findest du in unserem Überblick zu den Semesterferien Februar 2027 je MedUni.
So gehst du vor:
Welche Reiseimpfungen neben Hepatitis B anstehen, fasst unser Überblick zu Reiseimpfungen für die Auslandsfamulatur zusammen. Auch die Grippeimpfung wird im Spital oft abgefragt, siehe Influenza-Impfung vor Famulatur und KPJ.

Ein Röhrchen Blut, ein paar Tage Wartezeit: Der Test selbst ist unspektakulär. Was Zeit kostet, ist das Nachimpfen, wenn der Wert nicht reicht.

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Hier gibt es eine österreichische Besonderheit. Die AUVA führt eine Hepatitis-B-Impfaktion für Hochrisikogruppen im Gesundheitswesen. Laut ihrem Informationsblatt (Stand 09/2025) übernimmt die AUVA die Kosten der Titerbestimmung, wenn die Daten der Grundimmunisierung bekannt sind, der AUVA aber noch nicht vorliegen. Als Beispiele nennt das Blatt ausdrücklich Medizinstudentinnen und Medizinstudenten, Schülerinnen und Schüler sowie Zivildiener.
Der Haken: Die Aktion läuft über Arbeitgeber oder Empfänger, die der AUVA eine Namensliste schicken, und sie gilt laut AUVA nach Maßgabe der verfügbaren Mittel. Ob deine MedUni oder dein Ausbildungsspital daran teilnimmt, erfährst du dort. Fragst du nicht nach, zahlst du den Titer meist privat. Einen einheitlichen Preis gibt es nicht, er hängt vom Labor ab.
Eine Krankenversicherung ersetzt das übrigens nicht. Was im Ausland passiert, wenn du dich verletzt oder krank wirst, regelt deine Auslandskrankenversicherung für Famulatur und KPJ.
Nicht in Panik verfallen, aber auch nicht wegschauen. Der Impfplan Österreich 2026/2027 gibt für Non- und Low-Responder einen klaren Pfad vor:
Für dein Auslandspraktikum heißt das: Ein Titer unter 100 mIE/ml ist kein automatisches Aus, aber ein Grund, früh mit deiner MedUni und dem Gastspital zu sprechen. Im Ernstfall zählt die Zeit. Nach einer Stich- oder Schnittverletzung sollte die Postexpositionsprophylaxe laut Impfplan möglichst innerhalb von 72 Stunden, spätestens nach einer Woche erfolgen, abhängig von deinem Titer. Was du in der ersten Stunde tust, steht Schritt für Schritt in unserem Beitrag zur Nadelstichverletzung in Famulatur und KPJ. Und wenn du nach der Rückkehr unsicher bist, hilft der Gesundheitscheck nach dem Auslandspraktikum.
Hepatitis B ist ein Kernthema der Infektiologie. Was dieses Fach im Alltag ausmacht, erklären die Kolleginnen und Kollegen von dein-medizinstudium.de in ihrem Porträt Was macht ein Infektologe?. Die Seite richtet sich an Studierende in Deutschland, die Fachinhalte gelten aber genauso für dich. Und wenn du gerade erst in den klinischen Abschnitt wechselst, wo der Immunitätsnachweis zum ersten Mal fällig wird, gibt dir der Lernratgeber von slaymed.de zum Klinik-Start im Medizinstudium Tipps, wie du den Sprung aus der Vorklinik organisierst.
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Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Impfberatung. Verbindlich für dich sind die Empfehlungen deiner Ärztin oder deines Arztes und, für den Immunitätsnachweis, das Formular deiner MedUni.

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