
MedAT wiederholen: So nutzt du das Wartejahr bis 2027
MedAT wiederholen nach der Absage 2026? Chancen, Nachrücken und Fristen im Überblick. Plane jetzt dein Wartejahr sinnvoll, vom Pflegepraktikum bis Juli 2027.

MUDr. Amandeep Grewal
11. August 2026

Eine Hospitation im Ausland ist für viele Jungärzt:innen in Österreich gerade die vielleicht sinnvollste Antwort auf eine frustrierende Situation. Eine Hospitation ist ein Gastaufenthalt in einer Klinik, bei dem du als fertige Ärztin oder fertiger Arzt mitgehst, beobachtest und lernst, ohne dort angestellt zu sein und ohne eigenverantwortlich Patient:innen zu behandeln. Warum das Thema jetzt so aktuell ist: Nach der Promotion warten Absolvent:innen laut Österreichischer Ärztekammer teils über ein Jahr auf einen Platz in der Basisausbildung, beim Wiener Gesundheitsverbund laut ÖH Med Wien sogar bis zu 22 Monate. Dieser Guide zeigt dir, was eine Hospitation im Ausland bringt, wie sie sich von Famulatur und KPJ unterscheidet und wie du sie Schritt für Schritt planst.
Eine Hospitation ist ein zeitlich begrenzter Gastaufenthalt in einem Spital, einer Ambulanz oder einer Praxis. Du begleitest das Team im Klinikalltag, siehst Visiten, Ambulanzbetrieb und Eingriffe mit und tauschst dich fachlich aus. Anders als bei einer Anstellung gibt es kein Dienstverhältnis und in der Regel kein Entgelt, und anders als in der Ausbildung übernimmst du keine eigenverantwortliche Patientenbehandlung.
Genau diese Eigenschaften machen die Hospitation für die Zeit zwischen Promotion und Basisausbildung interessant. Du brauchst keine Berufsberechtigung im Gastland, weil du beobachtest statt behandelst. Die konkreten Regeln legt aber immer die aufnehmende Einrichtung fest, von der Verschwiegenheitserklärung bis zur Frage, wie nah du am Geschehen sein darfst. Kläre den Rahmen deshalb vor der Anreise schriftlich. Wie sich die Hospitation von Famulatur und KPJ unterscheidet, siehst du weiter unten im Vergleich; die Grundlagen zu beiden erklärt unser Beitrag zu Famulatur und KPJ in Österreich.

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Die kurze Antwort: Es gibt mehr Absolvent:innen als besetzte Ausbildungsstellen. Formal existiert zwar kein Limit für Basisausbildungsplätze, limitierend sind laut Österreichischer Ärztekammer die Dienstposten, die sich aus den Spitalsbudgets ergeben. Bei einer Pressekonferenz am 12. Mai 2026 berichtete die ÖÄK, dass Absolvent:innen teils über ein Jahr auf den Antritt warten; die ÖH Med Wien nannte beim Wiener Gesundheitsverbund bis zu 22 Monate, in Niederösterreich oft über ein Jahr, und in einzelnen Bundesländern seien Stellen schon bis Ende 2027 vergeben. Die Sektion Turnusärzte der Ärztekammer Wien bezifferte die Wartezeiten in Wien im Juni 2026 mit bis zu 16 Monaten.
Seit 1. August 2026 dauert die Basisausbildung nur noch sechs statt neun Monate; die zwischenzeitlich geplante Anrechnung von KPJ-Zeiten wurde rückwirkend mit 1. Juni 2026 wieder gestrichen. Klingt nach Entlastung, ändert am Engpass aber wenig: Die Ärztekammer Wien stellte im Juni 2026 klar, dass der Flaschenhals nicht in der Dauer der Basisausbildung liegt, sondern in der Zahl der verfügbaren Ausbildungsstellen, für die es keine verpflichtenden Mindestzahlen gibt. Wer heuer promoviert, muss also realistisch mit mehreren Monaten Leerlauf rechnen und genau hier beginnt die Planungsfrage dieses Artikels.
Die Wartezeit ist vor allem deshalb zermürbend, weil sie sich fremdbestimmt anfühlt. Eine Hospitation im Ausland gibt dir einen Teil der Kontrolle zurück, und zwar auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Erstens bleibst du klinisch im Training. Wer monatelang gar keinen Patientenkontakt und keinen Stationsalltag sieht, startet härter in die Basisausbildung. Als Gastärzt:in in einem Spital in Sri Lanka, Nepal, auf Bali oder Sansibar erlebst du täglich Visiten, Ambulanzen und Krankheitsbilder, die dir zu Hause selten begegnen, von Tropenerkrankungen bis zu weit fortgeschrittenen Befunden, die es in Österreich so kaum noch gibt.
Zweitens füllt sie die Lücke im Lebenslauf mit Substanz. Bei künftigen Bewerbungen macht es einen Unterschied, ob zwischen Promotion und Ausbildungsbeginn "nichts" steht oder ein dokumentierter klinischer Auslandsaufenthalt mit Bestätigung der Gasteinrichtung. Drittens hilft der Perspektivenwechsel bei der Fachrichtungswahl: Wer in einem Low-Resource-Setting gesehen hat, wie breit Allgemeinchirurgie oder Innere Medizin sein können, entscheidet fundierter. Und viertens relativiert ein Blick von außen die eigene Lage. Wie ernst die Situation strukturell ist, zeigt eine weitere Zahl der Ärztekammer:
Ein Drittel der hier ausgebildeten Mediziner:innen wird in Österreich nie versorgungsrelevant, nennt die ÖÄK als Befund, unter anderem wegen der Wartezeiten. Eine Hospitation ersetzt keinen Ausbildungsplatz. Aber sie verhindert, dass die Wartezeit zur verlorenen Zeit wird.
Die vier Begriffe werden oft vermischt, gehören aber zu ganz unterschiedlichen Karrierephasen:
| Format | Wann? | Status | Tätigkeit |
|---|---|---|---|
| Famulatur | Während des Studiums | Studierende:r | Mitarbeit unter Aufsicht, Pflichtpraktikum |
| KPJ | Letztes Studienjahr | Studierende:r | Klinisch-Praktisches Jahr, strukturierte Mitarbeit |
| Basisausbildung | Nach der Promotion | Angestellte Ärztin / angestellter Arzt | Erster Abschnitt der ärztlichen Ausbildung, seit 01.08.2026 sechs Monate |
| Hospitation | Jederzeit, typisch in Wartezeiten | Gast, keine Anstellung | Beobachten, Mitgehen, fachlicher Austausch |
Für Studierende bleiben die Famulatur im Ausland und das KPJ beziehungsweise PJ im Ausland die passenden Formate. Die Hospitation ist das einzige der vier Formate, das dir nach der Promotion offensteht, ohne dass jemand eine Ausbildungsstelle finanzieren muss. Genau deshalb passt sie in die Lücke, die das System gerade erzeugt.
Grundsätzlich überall dort, wo eine Klinik bereit ist, dich als Gast aufzunehmen. In der Praxis scheitern Eigenbewerbungen aber oft daran, dass Anfragen unbeantwortet bleiben oder die Einrichtung keine klaren Prozesse für Gastärzt:innen hat. Organisierte Programme lösen genau das: travel4med vermittelt Hospitationen für Ärztinnen und Ärzte an Partnerkliniken in Sri Lanka, Nepal, auf Bali und auf Sansibar, inklusive fixer Ansprechperson vor Ort, Unterkunft und schriftlicher Bestätigung deines Aufenthalts.
Fachlich sind diese Standorte für eine Überbrückungs-Hospitation besonders ergiebig: hohe Patientenfrequenz, breite Krankheitsbilder, Medizin unter anderen Ressourcenbedingungen und Englisch als gängige Arbeits- und Dokumentationssprache in der Ausbildung. Dazu kommt der praktische Vorteil, dass Aufenthalte zwischen zwei und acht Wochen planbar sind. Du kannst also hospitieren und trotzdem kurzfristig reagieren, wenn in Österreich eine Stelle frei wird, was laut ÖH Med Wien eine der größten Sorgen der Wartenden ist.

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Damit aus der Idee ein konkreter Aufenthalt wird, gehst du am besten in dieser Reihenfolge vor:
Du willst die Wartezeit nicht absitzen? Das travel4med-Team plant deine Hospitation im Ausland mit dir: Standort, Abteilung, Unterkunft und Zeitraum, abgestimmt auf deine Verfügbarkeit für Ausbildungsstellen. Hol dir jetzt deine kostenlose Beratung.
Da eine Hospitation unentgeltlich ist, trägst du die Kosten selbst: Flug, Unterkunft, Verpflegung, Versicherung, Visum und gegebenenfalls eine Programmgebühr, wenn du organisiert reist. Dafür entfallen viele versteckte Aufwände der Eigenorganisation, etwa monatelange Anfragen ohne Antwort oder kurzfristig geplatzte Zusagen. In Ländern wie Sri Lanka oder Nepal sind die Lebenshaltungskosten zudem deutlich niedriger als in Österreich, was einen mehrwöchigen Aufenthalt auch mit Absolvent:innen-Budget realistisch macht.
Ehrlich kalkulieren solltest du trotzdem: Während der Hospitation verdienst du nichts. Plane den Aufenthalt deshalb bewusst als Investition in deine Ausbildungszeit und stimme die Dauer auf deine finanzielle Lage ab. Viele Wartende kombinieren einige Wochen Hospitation mit Nebentätigkeiten in Österreich davor oder danach.
Die Wartezeiten auf die Basisausbildung sind 2026 Realität, und weder die Verkürzung auf sechs Monate noch politische Ankündigungen lösen sie kurzfristig. Was du steuern kannst, ist der Umgang mit dieser Zeit. Eine Hospitation im Ausland hält dich klinisch wach, schärft deine Fachrichtungswahl, füllt den Lebenslauf mit belegbarer Erfahrung und lässt dir gleichzeitig die Flexibilität, jederzeit eine frei werdende Stelle anzunehmen. Aus einer fremdbestimmten Wartephase wird so ein selbstbestimmter Karriereschritt.
Fachlich geprüft von MUDr. Andreas Zehetner, Medizinischer Autor bei travel4med.

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