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KPJ Bezahlung 2026: Was Österreichs Spitäler zahlen

MUDr. Andreas Zehetner
MUDr. Andreas ZehetnerArzt, Co-Founder von travel4med
  • 24. August 2026
  • 13 Minuten
KPJ Bezahlung 2026: Was Österreichs Spitäler zahlen

KPJ Bezahlung in Österreich: was die Spitäler 2026 wirklich zahlen

Die KPJ Bezahlung ist eine freiwillige Aufwandsentschädigung des Spitalsträgers – kein Gehalt und kein Dienstvertrag. 2026 liegt sie in Österreich fast überall bei rund 900 Euro brutto pro Monat: Der Wiener Gesundheitsverbund überweist aktuell 903,76 Euro brutto (aliquot), KAGes, die niederösterreichischen Kliniken und die AUVA jeweils 900 Euro. Für Wochen, die du im Ausland absolvierst, zahlt dagegen niemand etwas. Genau diese Lücke rechnen wir dir hier ehrlich durch – und zeigen dir, wie du sie schließt.

Geschrieben von MUDr. Andreas Zehetner, der bei travel4med österreichische Medizinstudierende bei der Planung von Famulaturen und KPJ-Tertialen im Ausland begleitet.

Key Takeaways

  • Rund 900 Euro brutto ist der Standard: Wiener Gesundheitsverbund 903,76 Euro (aliquot), KAGes-Landeskrankenhäuser 900 Euro, niederösterreichische Kliniken 900 Euro, AUVA 900 Euro.
  • Es ist kein Gehalt. Die KPJ Bezahlung heißt je nach Träger „Beitrag zur Lebensführung", „Praktikumsentgelt", „Ausbildungsgeld" oder „freiwillige Aufwandentschädigung" – freiwillig heißt: kein Rechtsanspruch.
  • Die Ärztekammer Wien fordert 1.700 Euro brutto – also fast das Doppelte des heutigen Standards (Stand 12.03.2023).
  • Im Ausland fällt sie weg. Weil der österreichische Spitalsträger zahlt, gibt es für ein Auslandstertial keine Aufwandsentschädigung – rechne pro Monat also rund 900 Euro brutto Ausfall ein.
  • Auch die Versicherung hängt daran: Im Wiener Gesundheitsverbund bist du nur sozial-, arbeitslosen- und pensionsversichert, sofern du den Beitrag zur Lebensführung erhältst.
  • Das KPJ dauert 48 Wochen. An der MedUni Innsbruck darfst du bis zu 8 Wochen Innere Medizin plus 8 Wochen chirurgische Fächer im Ausland machen; Allgemeinmedizin muss in Österreich bleiben.
  • Plane früh. Vor-Anerkennung, Approval Agreement und Förderantrag brauchen Monate – nicht Wochen.

Wie hoch ist die KPJ Bezahlung 2026 in Österreich?

Zwischen 900 und 903,76 Euro brutto pro Monat, je nach Träger. Das ist kein Zufall: Nach einer Welle von Erhöhungen im Jahr 2023 haben sich die großen Spitalsträger auf ungefähr denselben Betrag eingependelt. Wer 2026 ins KPJ startet, kann also mit rund 900 Euro brutto rechnen – unabhängig davon, ob er in Wien, Graz oder St. Pölten famuliert.

Träger / BundeslandBetrag pro MonatGültig seitOffizielle Bezeichnung
Wiener Gesundheitsverbund (Wien)903,76 Euro brutto, aliquotStand 24.08.2026Beitrag zur Lebensführung
ÖGK, Hanusch-Krankenhaus (Wien)max. 900 Euro brutto07.08.2023freiwillige Aufwandentschädigung
KAGes, Landeskrankenhäuser (Steiermark)900 Euro brutto (davor 650)01.02.2023Praktikumsentgelt
NÖ Landes- und Universitätskliniken900 Euro brutto (davor 650)April 2023Ausbildungsgeld
AUVA (bundesweit)900 Euro brutto (davor 650)01.03.2023Aufwandsentschädigung
Forderung der Ärztekammer Wien1.700 Euro bruttoStand 12.03.2023Zielwert, nicht ausbezahlt

Wichtig: Alle Beträge sind Bruttobeträge und werden aliquot abgerechnet. Startest du dein Tertial mitten im Monat, bekommst du entsprechend weniger. Und „maximal 900 Euro" beim Hanusch-Krankenhaus heißt genau das – die Höhe hängt dort vom Beschäftigungsausmaß ab.

KPJ Bezahlung pro Monat nach Träger, brutto (Stand August 2026) Fünf Träger zahlen rund 900 Euro brutto monatlich: Wiener Gesundheitsverbund 903,76 Euro, Hanusch-Krankenhaus maximal 900 Euro, KAGes 900 Euro, niederösterreichische Landes- und Universitätskliniken 900 Euro, AUVA 900 Euro. Die Forderung der Ärztekammer Wien liegt mit 1.700 Euro brutto fast doppelt so hoch. KPJ Bezahlung pro Monat, brutto (Stand August 2026) 903,76 € WiGeV Wien 900 € Hanusch-KH (max.) 900 € KAGes Steiermark 900 € NÖ Kliniken Niederösterreich 900 € AUVA bundesweit 1.700 € Forderung ÄK Wien Dunkler Balken = politische Forderung, kein ausbezahlter Betrag.
Quellen: Wiener Gesundheitsverbund (Beitrag zur Lebensführung, abgerufen 24.08.2026), ÖGK Hanusch-Krankenhaus (gültig ab 07.08.2023), Land Steiermark (KAGes, ab 01.02.2023), noe.ORF.at (31.03.2023), Ärztekammer Wien via OTS (12.03.2023).

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Warum zahlt nicht jedes Spital gleich viel?

Weil es keine bundesweite Regelung gibt. Das KPJ wurde 2015 eingeführt, die Aufwandsentschädigung liegt seither in der Hand der einzelnen Spitalsträger. Jedes Bundesland, jede Krankenanstaltengesellschaft und jeder Sozialversicherungsträger entscheidet selbst – deshalb heißt die KPJ Bezahlung auch überall anders und ist überall freiwillig.

Das erklärt die Sprünge der letzten Jahre. Bis Ende 2022 lagen fast alle Träger bei 650 Euro brutto. Dann kam eine Kettenreaktion: Anfang 2023 erhöhte der Wiener Gesundheitsverbund auf 800 Euro, Ende Jänner kündigte KAGes 900 Euro ab 1. Februar an, die AUVA folgte mit 1. März, Niederösterreich mit April 2023. In Niederösterreich waren im Jahr davor rund 270 Medizinstudierende in den Landes- und Universitätskliniken im Einsatz – die Erhöhung war also keine Kleinigkeit im Budget.

Entwicklung der KPJ Bezahlung in Wien, 2015 bis 2026 Drei Balken zeigen die Entwicklung im Wiener Gesundheitsverbund: 650 Euro brutto von der Einführung des KPJ 2015 bis Ende 2022, 800 Euro brutto ab Anfang 2023, 903,76 Euro brutto zum Stand August 2026. Wien: KPJ Bezahlung 2015 bis 2026, brutto pro Monat 650 € 2015 bis 2022 800 € ab Anfang 2023 903,76 € Stand August 2026 Plus rund 39 Prozent in elf Jahren, größter Sprung 2023.
Quellen: Ärztekammer Wien via OTS (12.03.2023) für die Werte 650 und 800 Euro brutto, Wiener Gesundheitsverbund für den aktuellen Betrag von 903,76 Euro brutto (abgerufen 24.08.2026). Prozentwert eigene Berechnung.

Zwei Träger fallen aus dem Muster – nach oben. Die KAGes zahlt neben dem Praktikumsentgelt auch Ausbildungsstipendien: Modell 1 bringt 950 Euro brutto monatlich über 12 bis 48 Monate, ein einjähriges Modell sogar 2.200 Euro brutto pro Monat. Der Preis dafür ist eine Bindung: 12 Monate Stipendium bedeuten 18 Monate Dienstverpflichtung. Wer sich ohnehin für die Steiermark entschieden hat, sollte das rechnen. Wer sich seine Module frei halten will, eher nicht.

Was gehört noch zur KPJ Bezahlung außer dem Geld?

Mehr, als die meisten erwarten – und das ist der Teil, den man beim Vergleich gern übersieht. Der Wiener Gesundheitsverbund hält ausdrücklich fest: Du bist während des KPJ bei der Österreichischen Gesundheitskasse sozial-, arbeitslosen- und pensionsversichert, sofern du einen Beitrag zur Lebensführung erhältst. Kein Beitrag, keine Versicherung über diesen Weg.

Dazu kommen Sachleistungen. Im Hanusch-Krankenhaus bist du während des KPJ vollversichert, bekommst Dienstkleidung und einen Garderobenkasten, und das Mittagessen in der Betriebskantine zahlt die ÖGK. Solche Posten klingen klein, machen über 48 Wochen aber leicht dreistellige Beträge aus. Rechne sie mit, wenn du zwei Häuser vergleichst.

Und ein Detail zur Planung: Die KPJ-Einstiege sind nicht beliebig. Im Hanusch-Krankenhaus etwa sind Einstiege ausschließlich im August, November und März zu den Terminen der MedUni Wien möglich. Welche Fenster für ein Tertial im Ausland realistisch sind, haben wir in den KPJ-Einstiegsterminen 2026/27 durchgerechnet.

Modernes Spitalsgebäude mit Glasfassade und Hinweistafeln zur Notaufnahme unter blauem Himmel – Symbolbild für das Klinisch-Praktische Jahr im Spital

Wie viel vom KPJ darfst du überhaupt im Ausland machen?

Mehr als ein Drittel, wenn du es richtig anmeldest. Das KPJ umfasst 48 Wochen, aufgeteilt in Module. An der MedUni Innsbruck sind es 16 Wochen Innere Medizin, 16 Wochen chirurgische Fächer und 4 Wochen Allgemeinmedizin plus Wahlfach – und du darfst bis zu 8 Wochen chirurgische Fächer sowie 8 Wochen Innere Medizin im Ausland absolvieren, wobei mindestens 8 Wochen durchgehend am Stück laufen müssen.

Die Regeln unterscheiden sich pro Universität, deshalb lohnt ein Blick in dein eigenes Curriculum:

  1. MedUni Innsbruck: bis zu 8 Wochen Innere Medizin und 8 Wochen chirurgische Fächer im Ausland; Auslandsmodule kannst du erst einreichen, wenn das Reflexionsseminar (Modul 3.29) in i-med.inside eingetragen ist.
  2. JKU Linz und MedUni Graz: ein Pflichtfach – Innere Medizin, Chirurgie, Kinder- und Jugendheilkunde oder Psychiatrie – plus das freie Wahlfach dürfen ohne Antrag an den Studiendekan ins Ausland. Allgemeinmedizin muss in Österreich bleiben.
  3. Für jede ausländische Krankenanstalt ist vorab ein Approval Agreement zur Vor-Anerkennung einzureichen, bei Erasmus+ ein Learning Agreement.
  4. Pflichtfamulaturen sind separat geregelt: An der JKU und der MedUni Graz sind maximal 4 Wochen der Pflichtfamulatur im Ausland anrechenbar. Die MedUni Wien verlangt insgesamt 12 Wochen Pflichtfamulatur – 4 Wochen Primärversorgung, 4 Wochen Innere Medizin und 4 frei wählbare Wochen.

Was danach an Nachweisen fällig wird, steht in unserem Guide zur Anrechnung einer Auslandsfamulatur. Und wenn du noch grundsätzlich überlegst, wie Famulatur und KPJ in Österreich zusammenspielen, fang dort an.

Was kostet dich ein KPJ-Tertial im Ausland wirklich?

Zwei Posten, nicht einen. Erstens die Programmkosten. Zweitens die entfallende KPJ Bezahlung – und dieser zweite Posten ist der, den fast niemand einrechnet. Weil die Aufwandsentschädigung vom österreichischen Spitalsträger kommt, bekommst du für Wochen im Ausland nichts. Vier Wochen weg heißt rechnerisch rund 900 Euro brutto weniger.

StandortPraktikum abEntfallende KPJ Bezahlung, 4 WochenRechnerische Lücke ab
Nepal, Pokhara1.299 Eurorund 900 Euro bruttorund 2.199 Euro
Sri Lanka, Galle1.499 Eurorund 900 Euro bruttorund 2.399 Euro
Sansibar1.599 Eurorund 900 Euro bruttorund 2.499 Euro
Bali1.699 Eurorund 900 Euro bruttorund 2.599 Euro

Die Preise sind ab-Preise: Der konkrete Betrag hängt von Praktikumsart und Dauer ab, dazu kommen Flug, Impfungen und Versicherung. Die entfallende KPJ Bezahlung ist ein Bruttowert – netto fällt der Ausfall kleiner aus, weil auf 900 Euro brutto keine hohe Abgabenlast liegt. Sag also nicht „das Tertial kostet 2.599 Euro", sondern rechne mit deinen eigenen Zahlen. Eine Vorlage dafür findest du in unserer Übersicht zur Auslandspraktikum-Finanzierung.

Der ehrliche Gegenwert: Ein Tertial an einem unserer Standorte bringt dir Fälle, die du in Wien oder Graz nicht siehst, und Verantwortung, die du daheim erst als Turnusärztin bekommst. Ob dir das die Lücke wert ist, entscheidest nur du.

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Wie planst du dein Auslandstertial finanziell?

In dieser Reihenfolge – und früher, als du denkst. Für Vor-Anerkennung, Approval Agreement und Förderanträge brauchst du Monate, nicht Wochen. Wer erst vier Wochen vor Abflug anfängt, verliert genau die Töpfe, die die Lücke schließen könnten.

  1. Modul festlegen. Kläre mit deiner Lehr- und Studienorganisation, welches Modul überhaupt ins Ausland darf und wie viele Wochen durchgehend nötig sind.
  2. Betrag der KPJ Bezahlung erfragen. Frag beim geplanten österreichischen Träger nach dem aktuellen Monatsbetrag und der aliquoten Abrechnung – so weißt du, wie groß die Lücke wirklich ist.
  3. Vor-Anerkennung einreichen. Approval Agreement beziehungsweise Learning Agreement vor Antritt abgeben. Ohne dieses Papier ist die schönste Rotation später nicht anrechenbar.
  4. Förderungen stapeln. Uni-Mobilitätsstipendium, Erasmus+ über den OeAD und die Studienbeihilfe beziehungsweise Beihilfe für Auslandsstudien der Studienbeihilfenbehörde lassen sich oft kombinieren. Welche Töpfe für Medizinstudierende wirklich in Frage kommen, steht in unserem Ratgeber zum Stipendium für KPJ und Famulatur.
  5. Versicherung separat budgetieren. Rechne die private Auslandskrankenversicherung als eigenen Posten ein, nicht als Rundungsfehler.
  6. Puffer einplanen. 10 bis 15 Prozent auf alles obendrauf. Verlängerte Visa, ein Inlandsflug oder ein Arztbesuch vor Ort passieren häufiger als geplant.

Versicherung: der Punkt, den fast alle übersehen

Hier wird es unangenehm konkret. Weil die Sozial-, Arbeitslosen- und Pensionsversicherung im Wiener Gesundheitsverbund ausdrücklich daran hängt, dass du einen Beitrag zur Lebensführung erhältst, verlierst du mit der KPJ Bezahlung im Auslandsmonat möglicherweise auch diesen Schutzschirm. Das ist kein Grund, das Tertial abzublasen – aber ein Grund, es vorher zu klären.

Praktisch heißt das: Frag im Studierendenmanagement nach, wie dein Versicherungsstatus in den Auslandswochen aussieht, und schließe eine private Auslandskrankenversicherung mit Rückholtransport ab. Welche Punkte in der Polizze wirklich stehen müssen, haben wir in der Auslandskrankenversicherung für Famulatur und KPJ aufgeschlüsselt. Wer sein Tertial ohnehin selbst organisiert, findet die Schritt-für-Schritt-Logik im Guide KPJ und Famulatur im Ausland selbst organisieren.

Ein letzter Blick nach vorn: Nach dem KPJ folgt die Basisausbildung, und auch dort gilt Anrechnung nicht automatisch. Was du dafür schon im KPJ vorbereiten kannst, steht in unserer Übersicht zur Basisausbildung 2026. Wer sich noch nicht sicher ist, ob es ein ganzes Tertial oder erst einmal eine Famulatur im Ausland sein soll: Beides lässt sich mit der KPJ Bezahlung im Hinterkopf gut planen, wenn du früh genug anfängst.

Häufige Fragen

Quellen