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Famulatur Ausland Stipendium 2026: KPJ-Tertial finanzieren

Celina Köhsl
Celina KöhslMedizinstudentin, Teammitglied von travel4med
  • 10. August 2026
  • 19 Minuten
Famulatur Ausland Stipendium 2026: KPJ-Tertial finanzieren

Famulatur Ausland Stipendium: KPJ und Famulatur im Ausland finanzieren

Ein Famulatur Ausland Stipendium ist in Österreich keine eigene Leistung, sondern ein Bündel aus vier Töpfen. Die Auslandsbeihilfe der Studienbeihilfenbehörde fördert Praktika im Ausland ausdrücklich nicht, einzige Ausnahme ist das klinisch-praktische Jahr (KPJ) in Humanmedizin. Für eine reine Famulatur bleiben trotzdem Wege mit echtem Geld: das Erasmus+ Praktikum, die Studienunterstützung des BMFWF nach § 68 StudFG und das Auslandsstipendium deiner eigenen Med-Uni. Dieser Guide ordnet alle Töpfe mit Beträgen, Fristen und Anlaufstellen.

Key Takeaways

Key Takeaways

  • Ein Famulatur Ausland Stipendium aus der Auslandsbeihilfe gibt es nicht: Die Studienbeihilfenbehörde fördert Praktika ausdrücklich nicht, einzige Ausnahme ist das KPJ in Humanmedizin.
  • Seit 1. März 2026 beträgt die Auslandsbeihilfe 450 Euro pro Monat für alle „anderen Staaten", also auch für Sri Lanka, Nepal, Indonesien (Bali) und Tansania (Sansibar), und 250 Euro für eine Gruppe ost- und südeuropäischer EU-Staaten.
  • Der Reisekostenzuschuss muss nicht gesondert beantragt werden und liegt für unsere Zielländer bei 1.188 oder 1.735 Euro, je nach anerkannter Distanz.
  • Für eine reine Famulatur ist die Studienunterstützung des BMFWF (§ 68 StudFG) der direkteste Weg: Das Auslandsbüro der JKU Linz nennt dafür ausdrücklich die gleichen Beträge wie für die Auslandsbeihilfe. Voraussetzung ist laufende Studienbeihilfe, einen Rechtsanspruch gibt es nicht.
  • Erasmus+ Praktikum (SMP) ist das einzige Famulatur Ausland Stipendium ganz ohne Beihilfebezug: Es gilt weltweit, und Medizin hat als einzügiger Studiengang ein Kontingent von 24 statt 12 Monaten.
  • Die KPJ-Aufwandsentschädigung zahlt der österreichische Träger deiner Ausbildungsstätte (aktuell meist rund 900 Euro brutto) und sie entfällt an einem ausländischen Lehrkrankenhaus in aller Regel.

Famulatur Ausland Stipendium: Was zahlt Österreich wirklich?

Ein Famulatur Ausland Stipendium im engen Sinn gibt es in Österreich nicht als eigene Leistung. Stattdessen greifen vier Bausteine ineinander: die Auslandsbeihilfe samt Reisekostenzuschuss für das KPJ, das Erasmus+ Praktikum für alle Praktika weltweit, die eigenen Stipendien der vier Med-Unis und die Studienunterstützung des Ministeriums für kurze Aufenthalte.

Welcher Baustein für dich zählt, hängt an zwei Fragen: Beziehst du eine inländische Studienbeihilfe, und ist dein Aufenthalt ein KPJ-Tertial oder eine Famulatur? Beide Fälle gehen die folgenden Abschnitte getrennt durch, mit Beträgen, Fristen und der Stelle, bei der du einreichst.

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Warum ist die Fördersuche für KPJ und Famulatur im Ausland so kompliziert?

Die Grundregel der österreichischen Studienförderung ist unmissverständlich formuliert. Die Studienbeihilfenbehörde schreibt wörtlich: „Achtung: Praktika im Ausland werden nicht gefördert! Die einzige Ausnahme stellt das klinisch-praktische Jahr in der Studienrichtung Humanmedizin dar." Für das KPJ im Ausland gibt es also eine echte gesetzliche Tür, für eine Famulatur im Ausland oder ein Pflegepraktikum im Ausland nicht. Wer ein Famulatur Ausland Stipendium sucht, muss deshalb bei anderen Stellen anklopfen.

Genau daran scheitern die meisten allgemeinen Ratgeber: Sie werfen beide Fälle in einen Topf. Den großen Überblick über Studienbeihilfe-Grenzen, Erasmus+ und Visumkosten liefert unser Guide zur Förderung eines Auslandspraktikums, die Kostenseite der Beitrag zur Auslandspraktikum-Finanzierung und, für ein ganzes Semester, Medizinstudium im Ausland: Kosten und Finanzierung. Pflichtwochen und Anerkennungsregeln stehen im Famulatur-Studienleitfaden und im Beitrag zur Auslandsfamulatur und zum KPJ aus österreichischer Sicht.

Wie hoch ist die Auslandsbeihilfe für dein KPJ-Tertial ab 1. März 2026?

Voraussetzung ist, dass du zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits eine inländische Studienbeihilfe beziehst. Dann bekommst du die Auslandsbeihilfe zusätzlich zur laufenden Studienbeihilfe. Der Antrag muss spätestens drei Monate nach Beginn des Auslandsaufenthalts gestellt werden, über den Online-Antrag oder das Formular SB-AS 1. Gefördert werden Aufenthalte ab einer Mindestdauer von einem Monat, insgesamt höchstens 20 Monate.

Mit der Verordnung BGBl. II Nr. 268/2025 gelten seit 1. März 2026 neue monatliche Sätze. Für Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Island, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Schweden und die Schweiz sowie für alle „anderen Staaten" und damit auch für Sri Lanka, Nepal, Indonesien (Bali) und Tansania (Sansibar) beträgt die Auslandsbeihilfe 450 Euro pro Monat. Für eine zweite Gruppe von EU-Staaten (unter anderem Bulgarien, Kroatien, Polen, Portugal, Rumänien, die Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn) sind es 250 Euro pro Monat. Beziehst du nur den Grundbetrag der Studienbeihilfe nach § 26 Abs. 1 StudFG, erhöhen sich beide Sätze um weitere 180 Euro.

Monatliche Auslandsbeihilfe ab 1.3.2026 Die Auslandsbeihilfe beträgt 450 Euro pro Monat für westeuropäische Nachbarstaaten und für alle anderen Staaten, darunter Sri Lanka, Nepal, Indonesien und Tansania. Für eine Gruppe ost- und südeuropäischer EU-Staaten beträgt sie 250 Euro pro Monat. Monatliche Auslandsbeihilfe (EUR) Westeuropa/Nachbarstaaten €450 Ost-/Südeuropa (EU-Liste) €250 „Andere Staaten" (u. a. Sri Lanka, Nepal, Bali, Sansibar) €450 Zzgl. +180 €, wenn nur der Grundbetrag der Studienbeihilfe bezogen wird.
Quelle: Studienbeihilfenbehörde (stipendium.at), „Studieren im Ausland", Sätze ab 1.3.2026 gemäß BGBl. II Nr. 268/2025, abgerufen 18.08.2026.

Als Erfolgsnachweis verlangt die Studienbeihilfenbehörde mindestens drei ECTS-Punkte pro Monat des Auslandsaufenthalts. Für ein KPJ-Tertial ist diese Hürde niedrig: Die MedUni Wien schreibt zu den 48 KPJ-Wochen „Dies entspricht dem Umfang der vorgeschriebenen 60 ECTS-Punkte", das JKU-Studienhandbuch weist das Studienfach Klinisch-praktisches Jahr mit 57 ECTS aus. Ein 16-Wochen-Tertial liegt damit weit über der Anforderung von zwölf ECTS für vier Monate. Reiche das Formular SB-AS 2 trotzdem erst ein, wenn die Beurteilung deiner Med-Uni vorliegt.

Was kommt an Reisekostenzuschuss und Sprachstipendium dazu?

Der zweitgrößte Posten in deinem Famulatur Ausland Stipendium ist der Reisekostenzuschuss. Er steht dir zusätzlich zur monatlichen Auslandsbeihilfe zu, gestaffelt nach der Entfernung zwischen deinem inländischen Studienort und der Einrichtung im Ausland. Wichtig: Eine gesonderte Antragstellung ist laut Studienbeihilfenbehörde nicht erforderlich. Auf dem Antragsformular wählst du nur aus, ob du die Auszahlung willst oder darauf verzichtest, weil du den Zuschuss bereits über Erasmus+ bekommst.

Die Staffel reicht von 56 Euro (0 bis 99 km) über 285, 417, 535 und 785 Euro bis zu 1.188 Euro (4.000 bis 7.999 km) und 1.735 Euro (ab 8.000 km). Die Flugdistanz zwischen Österreich und unseren Zielländern Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar liegt grob zwischen rund 6.000 und 12.000 Kilometern, diese Ziele fallen also in die beiden obersten Bänder. Die exakte Zuordnung hängt von der anerkannten Distanz ab und sollte vor der Antragstellung mit deiner Stipendienstelle abgeglichen werden.

Das Sprachstipendium ist der am häufigsten übersehene Baustein im Famulatur Ausland Stipendium: Es wird nicht auf dem SB-AS 1 mitbeantragt, sondern gemeinsam mit dem Erfolgsnachweis vorgelegt und im Nachhinein ausbezahlt. Erstattet werden 80 Prozent der Sprachkurskosten, höchstens 365 Euro. Absolvierst du unmittelbar vor Beginn des Aufenthalts einen mindestens zweiwöchigen Sprachkurs im Gastland, kommt zusätzlich eine volle Monatsrate der Auslandsbeihilfe dazu.

Welches Famulatur Ausland Stipendium passt zu deinem Zielland? Ein persönliches Beratungsgespräch bringt Klarheit, bevor du Anträge stellst. Jetzt kostenlose Beratung bei travel4med vereinbaren und deine Finanzierung für Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar durchrechnen lassen.

Welche OeAD-Programme kannst du für Famulatur oder KPJ wirklich nutzen?

Hier passiert der häufigste Denkfehler: Das Ernst-Mach-Stipendium wird oft als österreichisches Auslandsstipendium für Medizinstudierende genannt, dabei ist es das genaue Gegenteil. Der OeAD beschreibt es als „Angebot an Studierende und Lehrende ausländischer Universitäten, einen Studien- oder Forschungsaufenthalt in Österreich zu absolvieren". Es ist ein reines Incoming-Programm und für dich als österreichische:n Studierende:n nicht die richtige Adresse.

Für ein Famulatur Ausland Stipendium oder ein KPJ-Tertial kommen stattdessen diese Bausteine infrage:

  • Erasmus+ Praktikum (SMP): Erasmus+ fördert Praktika nicht nur im Programmgebiet. Ein Praktikum kann laut EU-Kommission bei jeder Einrichtung weltweit stattfinden, ausgenommen EU-Institutionen sowie Mobilitäten nach Belarus und Russland. Für Ziele außerhalb des Programmgebiets läuft die Förderung über die internationale Dimension von KA131 (die Hochschule darf dafür bis zu 20 Prozent ihrer zuletzt bewilligten Projektförderung einsetzen) oder über KA171. Ob deine Med-Uni dafür Budget beantragt hat, entscheidet sie selbst. Mindestdauer zwei Monate; in einzügigen Studiengängen wie Medizin beträgt dein Gesamtkontingent 24 statt 12 Monate. Die JKU Linz nennt für ihr Erasmus+ Praktikumsstipendium 620 bis 670 Euro pro Monat (Studienjahr 2025/26), die konkrete Rate legt aber jede Hochschule selbst fest. Die MedUni Wien hält ausdrücklich fest: „Der Doppelbezug von Erasmus+ Mobilitätszuschuss und Studienbeihilfe ist zulässig." Sie schreibt im selben Atemzug aber auch, dass ein Erasmus+ Stipendium „nicht mit anderen Auslandsstipendien, die vom BMBWF oder andere Bundesstellen direkt finanziert werden, kombinierbar" ist. Erasmus+ plus Studienbeihilfe samt Auslandsbeihilfe geht also, Erasmus+ plus Studienunterstützung des Ministeriums nicht. Rechne beide Varianten durch, bevor du dich festlegst.
  • KWA, kurzfristige wissenschaftliche Arbeiten im Ausland: Gefördert werden Aufenthalte von mindestens zwei Wochen bis höchstens sechs Monaten, die mit einer Diplomarbeit, Master Thesis oder PhD Thesis zusammenhängen. Die MedUni Innsbruck nennt einen einheitlichen Fördersatz von 600 Euro pro Monat, ohne Unterscheidung zwischen Europa und Übersee. Es gilt ein Höchstalter von 35 Jahren, und du darfst dich bei der Einreichung noch nicht im Ausland befinden. Die Abgabetermine legt die Abteilung Internationale Beziehungen fest, frag also früh nach. Ohne wissenschaftliche Arbeit ist KWA kein Weg.
  • Joint-Study- und Kooperationszuschüsse der Med-Unis: Die MedUni Wien gewährt im Rahmen von Kooperationen einen Mobilitätszuschuss von 500 Euro pro Auslandstertial beziehungsweise Monat (Stand 2023/24). Ein Rechtsanspruch besteht nicht, die Gewährung hängt von Budget und Antragslage ab. Entscheidend für travel4med-Studierende: Für selbst organisierte Aufenthalte als Free Mover ist laut MedUni Wien keine Bezuschussung möglich. Die Med Uni Graz handhabt das anders und führt eigene Freemover-Stipendien.

Das Marietta-Blau-Stipendium richtet sich ausschließlich an Doktorand:innen, die sechs bis zwölf Monate ihrer Dissertation im Ausland absolvieren (1.800 Euro pro Monat). Der OeAD weist auf der Programmseite inzwischen darauf hin, dass der Einreichtermin am 1. September der letzte vor Einstellung des Programms ist. Für eine Famulatur oder ein KPJ-Tertial war es ohnehin nie die passende Variante.

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Famulatur Ausland Stipendium ohne KPJ: Welche Wege bleiben dir?

Wenn du „nur" eine Famulatur planst, ist die Auslandsbeihilfe für dich gesperrt. Ein Famulatur Ausland Stipendium ist damit aber nicht ausgeschlossen, es läuft nur über andere Stellen. Diese vier Wege sind belegt und stehen auch ohne KPJ und ohne Diplomarbeit offen:

  1. Erasmus+ Praktikum (SMP). Der einzige Topf, der weltweit einsetzbar ist und weder ein KPJ noch eine wissenschaftliche Arbeit voraussetzt. Ab zwei Monaten Aufenthalt, beantragt über das International Office deiner Med-Uni, kombinierbar mit der Studienbeihilfe. Garantiert ist er nicht: Ob für dein Zielland Budget da ist, entscheidet deine Med-Uni.
  2. Studienunterstützung des BMFWF (§ 68 StudFG). Das ist das Famulatur Ausland Stipendium, das fast niemand kennt, und für eine reine Famulatur der direkteste Weg. Rechtsgrundlage ist § 68 Abs. 1 Z 5 StudFG, der das Ministerium ermächtigt, Auslandsaufenthalte im Rahmen der Privatwirtschaftsverwaltung zu fördern. Das Auslandsbüro der JKU Linz nennt sie ausdrücklich als Weg „für eine Auslandsfamulatur" sowie für KPJ-Aufenthalte unter einem Monat und schreibt dazu den entscheidenden Halbsatz: „gleiche Beträge wie für Auslandsbeihilfe". Für Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar heißt das der Größenordnung nach 450 Euro pro Monat plus einmaligen Reisekostenzuschuss. Voraussetzungen laut Infoblatt (Stand Juli 2025): Bezug der Studienbeihilfe im entsprechenden Zeitraum und mindestens zwei abgeschlossene Bachelor-Semester. Die Formulare kommen erst nach vorheriger Kontaktaufnahme unter sus@bmfwf.gv.at. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht.
  3. Das Auslandsstipendium deiner eigenen Med-Uni. Die JKU Linz zahlt für Famulatur und KPJ außerhalb Europas 600 Euro bei einer Dauer von vier Wochen und ab mindestens acht Wochen 200 Euro pro Monat für alle Länder außer Australien, Kanada, Neuseeland und den USA (dort 350 Euro), dazu 500 Euro Reisekostenzuschuss. Mindestdauer vier Wochen, Antrag zwingend vor Beginn des Aufenthalts. Die Med Uni Graz fördert laut eigener Darstellung „Studienaufenthalte, Famulaturen, Praktika (z. B. im KPJ)" über Clinical Rotations and Research Abroad, Joint Study und Freemover-Stipendien; knapp 50 Prozent ihrer Absolvent:innen sammeln studienbezogene Auslandserfahrung. Details laufen dort über das Intranet und das International Office.
  4. Leistungs- und Förderungsstipendien nach StudFG. Leistungsstipendien honorieren hervorragende Studienleistungen (§ 57 StudFG), Förderungsstipendien finanzieren wissenschaftliche Arbeiten (§ 63 StudFG) und sind damit die Brücke, falls du deine Diplomarbeit an das Auslandspraktikum hängst. Beide werden nicht zentral, sondern von deiner eigenen Uni für jedes Studienjahr ausgeschrieben (§§ 59 und 65 StudFG), inklusive Bewerbungsfristen und Mindestleistungen — die Termine stehen also im Mitteilungsblatt deiner Med-Uni, nicht bei der Stipendienstelle. Ob sich ein solches Stipendium mit einem Erasmus+ Zuschuss verträgt, klärst du vorab mit deinem Studienreferat. Weitere private und Landes-Förderungen findest du über grants.at, die Stipendiendatenbank des OeAD, die auch die MedUni Wien empfiehlt.

Ein regionaler Zusatztopf, der in keinem Ratgeber zum Famulatur Ausland Stipendium auftaucht: Wer seinen Hauptwohnsitz seit mindestens einem Jahr in Oberösterreich hat, kann über das Internationalisierungsprogramm für Studierende (IPS) ein Stipendium des Landes OÖ beantragen, maximal 100 Euro pro Monat plus bis zu 480 Euro Reisekosten außerhalb Europas. Auch das muss vor Antritt beantragt werden. Wie du Erasmus+ konkret für ein Praktikum nutzt, steht ausführlich in unserem Beitrag zum Auslandspraktikum mit Erasmus+.

Wo du dein Famulatur Ausland Stipendium beantragst: Wien, Graz, Innsbruck, Linz

Die Sätze und Programme legt jede Med-Uni selbst fest, eine österreichweite Regel gibt es nur bei der Auslandsbeihilfe. Diese Tabelle zeigt, wo du für ein Famulatur Ausland Stipendium tatsächlich einreichst.

Med-UniAnlaufstelleEigene Förderung für Famulatur/KPJ im AuslandWichtiges Detail
MedUni WienAbteilung International AffairsMobilitätszuschuss 500 Euro pro Auslandstertial bzw. Monat (Stand 2023/24)Für Free Mover keine Bezuschussung durch die MedUni Wien
Med Uni GrazInternational OfficeClinical Rotations and Research Abroad, Joint Study, Freemover-StipendienFamulaturen und Praktika im KPJ ausdrücklich förderbar
MedUni InnsbruckAbteilung Internationale BeziehungenKWA: 600 Euro pro Monat, 2 Wochen bis 6 MonateNur mit Diplomarbeit, Master oder PhD Thesis, Höchstalter 35
JKU LinzAuslandsbüro / ZMLAuslandsstipendium außerhalb Europas: 600 Euro bei 4 Wochen, ab 8 Wochen 200 Euro pro Monat (350 Euro für AUS, CAN, NZ, USA), plus 500 Euro ReisekostenAntrag zwingend vor Beginn, Mindestdauer 4 Wochen

Quellen: meduniwien.ac.at (Förderungen), medunigraz.at (Internationale Studierendenmobilität), i-med.ac.at (KWA), jku.at (Famulatur und KPJ im Ausland), alle abgerufen am 18.08.2026. Beträge sind Momentaufnahmen und werden jährlich neu festgelegt.

Ein Muster, das du bei jedem Famulatur Ausland Stipendium mitdenken musst: Die Auslandsbeihilfe ist die einzige bundesweit einheitliche Leistung in dieser Tabelle. Alles andere — Satz, Frist, Anlaufstelle, sogar die Frage, ob Free Mover überhaupt gefördert werden — legt jede Med-Uni für sich fest. Nimm die Zahlen hier als Größenordnung und lass dir den für dich gültigen Satz vor der Buchung schriftlich von deiner eigenen Auslandsstelle bestätigen.

So beantragst du dein Famulatur-Ausland-Stipendium Schritt für Schritt

  1. Studienbeihilfe-Bezug prüfen. Ohne laufende inländische Studienbeihilfe gibt es keine Auslandsbeihilfe. Kläre diesen Status vor der Reiseplanung mit deiner Stipendienstelle.
  2. Fall bestimmen: KPJ-Tertial oder Famulatur? Nur für das KPJ in Humanmedizin gilt die Ausnahme von der Nicht-Förderung von Praktika. Dein Famulatur Ausland Stipendium führt dagegen direkt über Erasmus+, Studienunterstützung und Uni-Stipendium.
  3. Auslandsaufenthalt vorab genehmigen lassen. „Auslandstertiale müssen im Vorhinein an der MedUni Wien beantragt werden", und Voraussetzung für einen positiven Vorausbescheid ist das von der Gasteinrichtung bestätigte Training Agreement. Die JKU Linz verlangt für jede ausländische Krankenanstalt vorab ein Approval Agreement zur Vor-Anerkennung. Eine österreichweite Frist gibt es nicht: Es gelten die Termine der jeweiligen Auslandsstelle, an der MedUni Wien die der Abteilung International Affairs. Frag sie ab, sobald dein Zieltermin steht.
  4. Erasmus+ oder Uni-Stipendium beantragen. Beides läuft über das International Office und muss in der Regel vor Abreise eingereicht sein. Frag im selben Zug nach KWA und nach bestehenden Kooperationsabkommen.
  5. Antrag auf Auslandsbeihilfe stellen. Spätestens drei Monate nach Beginn des Aufenthalts, über den Online-Antrag oder das Formular SB-AS 1. Auf dem Formular kreuzt du beim Reisekostenzuschuss an, ob du ihn beziehst oder darauf verzichtest, weil du ihn über Erasmus+ bekommst.
  6. Anerkennung im System deiner Med-Uni voranmelden. Die Voranmeldung im MedCampus beziehungsweise KUSSS gehört zu den ersten Aufgaben rund um den Tertialbeginn. Die MedUni Wien formuliert für Auslandsaufenthalte die harte Regel: „Bei Absolvierung im Ausland ist fristgerecht vor Beginn des Auslandsaufenthalts das International Office zu kontaktieren." Die konkreten Termine setzt deine Auslandsstelle; die Einstiegstermine und ihre Vorlaufzeiten haben wir im Beitrag zu den KPJ-Einstiegsterminen 2026/27 aufgeschlüsselt.
  7. Erfolgsnachweis und Sprachstipendium nachreichen. Erst dieser Schritt macht aus dem bewilligten Famulatur Ausland Stipendium ausbezahltes Geld: Das Formular SB-AS 2 kommt nach dem Aufenthalt, gemeinsam mit der Bestätigung über Dauer, Absolvierung und Kosten eines etwaigen Sprachkurses.

Mann hält ein Sparglas mit der Aufschrift Savings in der Hand

Wird die KPJ-Aufwandsentschädigung auch im Ausland weiterbezahlt?

In der Regel nein. Die KPJ-Aufwandsentschädigung ist keine bundesweit einheitliche Leistung, sondern wird vom Träger der österreichischen Ausbildungsstätte gezahlt, an der du dein Tertial absolvierst. Absolvierst du das Tertial an einem ausländischen Lehrkrankenhaus, entfällt diese Zahlung meist, weil das Haus nicht Teil des österreichischen Systems ist.

Die Beträge liegen inzwischen bei den meisten Trägern bei rund 900 Euro, wurden aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten festgelegt:

Träger / BundeslandBetrag pro MonatStandBeleg
KAGes (Steiermark)900 Euro (zuvor 650 Euro)ab Februar 2023ÖH Med Graz, Aussendung 23.01.2023
tirol kliniken (Tirol)900 Euro brutto (zuvor 600 Euro seit 2018)Beschluss der Tiroler Landesregierung, November 2024ÖH-MUI, Bericht vom 12.11.2024
ÖGK Hanusch-Krankenhaus (Wien)maximal 900 Euro brutto, je nach Beschäftigungsausmaßgültig ab 07.08.2023ÖGK, KPJ-Seite
Kärnten, akkreditierte Lehrordinationen900 Euroseit 01.10.2025 direkt vom Kärntner GesundheitsfondsÄrztekammer für Kärnten, KPJ-Seite

Für das AKH Wien und den Wiener Gesundheitsverbund ist uns kein öffentlich publizierter Vergleichswert bekannt (Stand 18.08.2026), hier hilft nur die direkte Nachfrage beim Träger. Genau diese Lücke ist der Grund, warum die Auslandsbeihilfe für KPJ-Studierende im Ausland so wichtig ist: Sie kompensiert zumindest teilweise den Wegfall der inländischen Aufwandsentschädigung. Kläre den Status für dein konkretes Zielkrankenhaus vor Abreise verbindlich mit dem KPJ-Büro deiner Med-Uni.

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Was bleibt für ein KPJ-Tertial in Sri Lanka unter dem Strich übrig?

Rechne mit der echten Tertialdauer, und rechne sie für deine eigene Uni. Das KPJ umfasst an allen vier Standorten 48 Wochen, die Gliederung darunter ist aber nicht einheitlich: MedUni Wien und Med Uni Graz teilen die 48 Wochen in drei Tertiale zu je 16 Wochen, die JKU Linz gliedert sie in 16 Wochen Chirurgie, 16 Wochen Innere Medizin und Neurologie, 4 Wochen Allgemeinmedizin und 12 Wochen Wahlfächer. An der MedUni Wien werden für ein Pflichttertial (A oder B) im Ausland „nur Aufenthalte an einer Krankenanstalt von 16 Wochen Dauer anerkannt"; eine Teilung in 2 x 8 Wochen ist nur mit vorherigem Vorausbescheid und dann an zwei ausländischen Häusern möglich. Im Wahltertial C sind dagegen 16 oder 2 x 8 Wochen regulär vorgesehen. An der JKU dürfen ein Pflichtfach und das freie Wahlfach ohne gesonderten Antrag ins Ausland, die Allgemeinmedizin muss in Österreich bleiben.

Zweite Bedingung, die über die Anerkennung entscheidet und die kein Famulatur Ausland Stipendium heilen kann: Die MedUni Wien lässt KPJ-Tertiale im Ausland „ausnahmslos an Universitätskrankenhäusern und/oder deren Lehrkrankenhäusern" zu, und auf welche Universität dein Haus als Lehrkrankenhaus zugeordnet ist, musst du im Training Agreement bestätigen lassen. Lass dir diese Zuordnung schriftlich geben, bevor du Flüge buchst; für unsere Standorte kannst du sie im Beratungsgespräch abfragen.

Für ein 16-wöchiges KPJ-Tertial in Sri Lanka mit laufender Studienbeihilfe sieht die Rechnung so aus: rund 1.800 Euro Auslandsbeihilfe (450 Euro für vier Monate im Band „andere Staaten"), plus einmalig 1.188 bis 1.735 Euro Reisekostenzuschuss je nach anerkannter Distanz, plus die weiterlaufende reguläre Studienbeihilfe. Beziehst du nur den Grundbetrag, kommen 180 Euro pro Monat dazu, also weitere 720 Euro. Die inländische Aufwandsentschädigung von rund 900 Euro monatlich fällt dafür weg, ebenso ein Kooperationszuschuss, wenn dein Zielkrankenhaus nicht Teil eines Abkommens ist.

Unter dem Strich deckt dieses Famulatur Ausland Stipendium rund 3.000 bis 3.500 Euro ab, ersetzt die entgangene Aufwandsentschädigung von etwa 3.600 Euro über vier Monate aber nicht ganz. Plane deshalb einen Eigenanteil ein oder prüfe, ob dein Aufenthalt zusätzlich über Erasmus+ förderfähig ist.

Häufig gestellte Fragen

Quellen

  • Studienbeihilfenbehörde, „Studieren im Ausland": stipendium.at (abgerufen 18.08.2026)
  • „Verordnung über die Höhe der Beihilfen für Auslandsstudien, BGBl. II Nr. 268/2025": ris.bka.gv.at (abgerufen 18.08.2026)
  • Studienförderungsgesetz 1992 (StudFG), geltende Fassung, insbesondere §§ 53 bis 56c (Auslandsstudien), §§ 57 bis 62 (Leistungsstipendien), §§ 63 bis 67 (Förderungsstipendien) und § 68 (Studienunterstützungen): ris.bka.gv.at (abgerufen 18.08.2026)
  • OeAD, „Ernst Mach-Stipendien": oead.at (abgerufen 18.08.2026)
  • OeAD, „Marietta Blau-Stipendium": oead.at (abgerufen 18.08.2026)
  • Europäische Kommission, „Traineeships abroad for students": erasmus-plus.ec.europa.eu (abgerufen 13.08.2026)
  • MedUni Innsbruck, „Kurzfristige wissenschaftliche Arbeiten im Ausland (KWA)": i-med.ac.at (abgerufen 18.08.2026)
  • MedUni Wien, „Förderungen": meduniwien.ac.at (abgerufen 18.08.2026)
  • MedUni Wien, „FAQ Ausland (KPJ)": meduniwien.ac.at (abgerufen 18.08.2026)
  • MedUni Wien, „KPJ – Struktur und zeitlicher Ablauf" (48 Wochen, 60 ECTS, drei Tertiale zu je 16 Wochen): meduniwien.ac.at (abgerufen 18.08.2026)
  • MedUni Wien, „KPJ – Auslandsaufenthalte" (Vorausbescheid, Training Agreement, Universitätskliniken und deren Lehrkrankenhäuser): meduniwien.ac.at (abgerufen 18.08.2026)
  • MedUni Wien, „KPJ – An- und Abmeldung" (Kontaktaufnahme mit dem International Office vor Beginn des Auslandsaufenthalts): meduniwien.ac.at (abgerufen 18.08.2026)
  • JKU Linz, Studienhandbuch, Studienfach „Klinisch-praktisches Jahr" (57 ECTS, 16/16/4/12 Wochen): studienhandbuch.jku.at (abgerufen 18.08.2026)
  • Med Uni Graz, „Internationale Studierendenmobilität": medunigraz.at (abgerufen 18.08.2026)
  • JKU Linz, „Famulatur und KPJ im Ausland" inkl. Infoblatt „Studienunterstützung des BMFWF in Härtefällen" (Stand Juli 2025): jku.at (abgerufen 18.08.2026)
  • ÖH Med Graz, „Zur Erhöhung der KPJ Aufwandsentschädigung", 23.01.2023: ots.at (abgerufen 18.08.2026)
  • ÖGK, „Klinisch-Praktisches Jahr im Hanusch-Krankenhaus": oegk.at (abgerufen 18.08.2026)
  • ÖH-MUI, „Existenzsichernde Entlohnung für Medizinstudierende", 12.11.2024: meinbezirk.at (abgerufen 18.08.2026)
  • Ärztekammer für Kärnten, „KPJ-Förderung in der AM-Praxis": aekktn.at (abgerufen 18.08.2026)