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Den MedAT wiederholen oder etwas ganz anderes machen? Vor dieser Frage stehen seit Anfang August rund 11.300 junge Menschen in Österreich. Der MedAT ist der gemeinsame Aufnahmetest für Human- und Zahnmedizin an den Medizinischen Universitäten Wien, Graz, Innsbruck und der JKU Linz. Am 3. Juli 2026 haben ihn 13.248 Personen geschrieben, nur 1.950 davon bekamen ein Platzangebot. Seit Montag, dem 3. August 2026, sind die Ergebnisse online abrufbar. Eine Absage ist damit der statistische Normalfall, kein persönliches Scheitern. Dieser Guide zeigt dir, wie Nachrücken und Testeinsicht funktionieren, wann die Anmeldung für den MedAT 2027 startet und wie du das Wartejahr so nutzt, dass es dich wirklich weiterbringt, etwa mit einem Pflegepraktikum im Ausland.
Die ehrliche Antwort: Der MedAT ist ein Verteilungswettbewerb, kein Test, den man besteht. Für das Studienjahr 2026/27 standen 1.950 Studienplätze bereit, angetreten sind 13.248 von ursprünglich 16.880 Angemeldeten. Rechnerisch erhielt also rund jede siebte angetretene Person einen Platz. Diese Zahlen stammen aus der gemeinsamen Aussendung der vier Medizinischen Universitäten vom 3. Juli 2026.
Je nach Standort sah das Verhältnis unterschiedlich aus:
| Standort | Angetreten | Studienplätze | Rechnerische Quote |
|---|---|---|---|
| MedUni Wien | 6.573 | 784 | 11,9 % |
| MedUni Innsbruck | 2.630 | 430 | 16,3 % |
| Med Uni Graz | 2.321 | 406 | 17,5 % |
| JKU Linz (nur Humanmedizin) | 1.724 | 330 | 19,1 % |
| Gesamt | 13.248 | 1.950 | 14,7 % |
Die Prozentwerte sind eine einfache Division von Plätzen durch Angetretene, keine offizielle Aufnahmequote: Kontingente und die getrennten Ranglisten für Human- und Zahnmedizin sind darin nicht abgebildet. Genau diese Zahlen erklären, warum so viele Betroffene ernsthaft überlegen, den MedAT wiederholen zu wollen.
Wichtig für die Einordnung deines Ergebnisses: Es gibt keine Mindestpunktzahl. Gereiht wird ausschließlich nach dem Gesamtwert innerhalb deines Kontingents, und die Grenze entsteht jedes Jahr neu aus dem Feld der Mitbewerber:innen. Ob deine Punkte 2027 reichen, hängt also nicht nur von dir ab, sondern auch davon, wer sonst noch antritt.

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Bevor du das Jahr durchplanst, schöpfe die laufende Runde aus. Das Nachrückverfahren startet automatisch, sobald zugeteilte Personen ihren Platz nicht fristgerecht annehmen: Dann rückt die nächstgereihte Person im selben Kontingent nach. Einen Antrag brauchst du dafür nicht, du musst nur unter der E-Mail-Adresse aus deiner Anmeldung erreichbar bleiben. Vor Anfang September passiert dabei nichts, weil die Zulassungsfristen der Erstgereihten noch laufen (Wien und Linz bis 5. September, Graz bis 4. September 2026). Die Med Uni Graz verständigt Nachrücker:innen bis spätestens 11. September; angenommen werden muss der Platz dort bis 14. September 2026.
Zweitens: Nutze die Testeinsicht. Innerhalb von drei Monaten ab Bekanntgabe deines Ergebnisses kannst du laut Universitätsgesetz Einsicht in deine Antwortbögen und Auswertungsunterlagen verlangen. Wer 2027 wieder antritt, sieht dort am genauesten, in welchem Testteil die Punkte liegen geblieben sind, und kann die Vorbereitung gezielt darauf ausrichten.
Für viele lautet die Antwort ja. Die Medizinischen Universitäten weisen selbst darauf hin, dass zahlreiche Studienwerber:innen erst nach wiederholter Teilnahme ein Platzangebot erhalten. Eine Sperre oder eine Begrenzung der Antritte gibt es nicht: Du kannst den MedAT wiederholen, so oft du willst, und jedes Jahr erneut antreten. Der Test ist an allen vier Standorten identisch, die Unterschiede in den Aufnahmequoten entstehen allein durch das Bewerber:innenfeld je Standort.
Ein zweiter Antritt hat sogar strukturelle Vorteile, wenn du den MedAT wiederholen willst. Du kennst den Ablauf des Testtags, den Zeitdruck und die Aufgabenformate. Mit der Testeinsicht weißt du, wo du Punkte verloren hast. Und du kannst deine Standortwahl strategisch überdenken: 2026 lag die rechnerische Quote in Linz bei 19,1 Prozent, in Wien nur bei 11,9 Prozent. Wer flexibel ist, rechnet solche Unterschiede in die Entscheidung ein, auch wenn sich das Feld jedes Jahr neu mischt.
Ehrlich bleibt trotzdem: Eine Garantie gibt es nicht, und ein Jahr ist lang. Genau deshalb lohnt es sich, das Wartejahr nicht als Warteschleife zu begreifen, sondern als Baustein deiner Bewerbung an dir selbst.
Wer den MedAT wiederholen will, braucht vor allem zwei Termine. Die Internet-Anmeldung öffnet nach dem Muster der Vorjahre im März 2027; heuer lief sie von 2. bis 31. März. Der Testtag selbst folgt traditionell Anfang Juli, 2026 war es Freitag, der 3. Juli. Die verbindlichen Termine für 2027 veröffentlichen die Universitäten üblicherweise im Jänner auf medizinstudieren.at, dem offiziellen Portal der vier Med-Unis. Für 2026 geschah das am 13. Jänner.
Konkret heißt das: Zwischen der Absage im August 2026 und dem nächsten Testtag liegen rund elf Monate. Die Anmeldung verpasst nur, wer im März nicht aufpasst, denn eine Nachfrist gibt es nicht. Trag dir den Jänner als Erinnerung ein und prüfe dann die offiziellen Termine.
So ordnest du die Monate sinnvoll, wenn du den MedAT wiederholen willst, ohne etwas zu verpassen:

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Elf Monate sind zu lang zum reinen Lernen und zu wertvoll zum Absitzen, egal ob du den MedAT wiederholen willst oder einen Plan B verfolgst. Aus unserer Beratungspraxis haben sich drei Bausteine bewährt, die sich gut kombinieren lassen. Erstens die gezielte Testvorbereitung: mit den Erkenntnissen aus der Testeinsicht, realistischen Testsimulationen und einem Lernplan, der erst im Frühjahr in die intensive Phase geht. Zweitens ein Plan B, der dich unabhängig vom Testergebnis weiterbringt, etwa ein verwandtes Studium oder eine Ausbildung im Gesundheitsbereich. Und drittens echte Praxiserfahrung im klinischen Umfeld.
Der dritte Baustein wird oft unterschätzt. Ein Praktikum in einem Krankenhaus beantwortet dir die Frage, die kein Vorbereitungskurs beantworten kann: Will ich diesen Beruf wirklich? Wer nach Wochen auf Station immer noch Medizin studieren will, geht mit einer ganz anderen Motivation in den zweiten Antritt. Und wer merkt, dass der Klinikalltag nichts für ihn ist, hat sich womöglich sechs Jahre Studium in die falsche Richtung erspart. Was dich im Studium später erwartet, von der Famulatur bis zum Klinisch-Praktischen Jahr, kannst du im Beitrag Famulatur und KPJ in Österreich nachlesen.
Ein Pflegepraktikum ist die niederschwelligste Form von Klinikerfahrung, denn es setzt kein laufendes Studium voraus. Du unterstützt das Pflegepersonal auf Station, lernst Abläufe, Hygiene und Patient:innenkontakt kennen und bekommst einen ungefilterten Blick auf den Krankenhausalltag. Im Ausland kommt eine zweite Ebene dazu: ein fremdes Gesundheitssystem, englischsprachige Kommunikation und die Erfahrung, sich in einem neuen Umfeld zu behaupten. travel4med organisiert solche Praktika an geprüften Kliniken in Sri Lanka, Nepal, auf Bali und Sansibar, inklusive Unterkunft und Betreuung vor Ort; einen Überblick geben die Standorte.
Zwei Dinge musst du dabei ehrlich einordnen. Erstens: Für den MedAT bringt ein Praktikum keine Bonuspunkte, gereiht wird ausschließlich nach dem Testergebnis. Der Wert liegt in Orientierung, Motivation und Lebenslauf, nicht in der Punkteliste. Zweitens: In Österreich ist ein Pflegepraktikum für Medizin-Studienwerber:innen freiwillig, es gibt keine verpflichtende Vorpraxis; die Rechtslage dazu erklärt unser Beitrag zum Pflegepraktikum in Österreich. Anders sieht es aus, wenn du parallel eine Bewerbung in Deutschland überlegst: Dort verlangt die Approbationsordnung einen 90-tägigen Krankenpflegedienst, der ganz oder teilweise schon vor dem Studium und auch im Ausland absolviert werden kann. Welche Nachweise dafür zählen, liest du im Beitrag zur Anerkennung des Pflegepraktikums im Ausland.
Wie sich so ein Einsatz konkret anfühlt, beschreibt der Erfahrungsbericht Einblicke in mein Pflegepraktikum auf Sri Lanka. Zeitlich passt das Praktikum am besten in das Fenster zwischen Oktober und Februar, damit die intensive MedAT-Vorbereitung ab dem Frühjahr ungestört bleibt.
Du willst dein Wartejahr mit einem Pflegepraktikum im Ausland füllen? Wir beraten dich kostenlos zu Standorten, Zeitraum und Ablauf, damit dein Praktikum ins MedAT-Jahr passt. Jetzt kostenlose Beratung sichern.
Für manche ja, vor allem für jene, die nicht mehrmals den MedAT wiederholen wollen. Private und staatliche Universitäten im EU-Ausland vergeben Medizin-Studienplätze nach eigenen Verfahren, oft ohne MedAT-artigen Reihungstest, dafür mit Studiengebühren. Spannend ist die Brücke zurück: Ein Quereinstieg an eine österreichische Medizin-Uni ist möglich, sobald du mindestens 180 ECTS-Punkte aus dem ausländischen Medizinstudium mitbringst, an der JKU Linz sind es 150. Auch dieser Weg ist allerdings kontingentiert und kein Automatismus.
Rechne den Plan B realistisch durch, bevor du dich festlegst: Studiengebühren, Lebenshaltung und Finanzierungsmöglichkeiten haben wir im Beitrag Medizinstudium im Ausland: Kosten und Finanzierung aufgeschlüsselt. Und falls dein Weg über einen zweiten Bildungsweg führt, etwa Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung, findest du die Details im Beitrag Medizinstudium ohne Abitur.
Fachlich geprüft von MUDr. Andreas Zehetner, medizinischer Autor bei travel4med mit Erfahrung in der Begleitung von Auslandspraktika, Famulaturen und klinischen Praktika.

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