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MedAT wiederholen: So nutzt du das Wartejahr bis 2027

MUDr. Amandeep Grewal

MUDr. Amandeep Grewal

Arzt, Co-Founder von travel4med

  • 11. August 2026
  • 12 Minuten
MedAT wiederholen: So nutzt du das Wartejahr bis 2027

MedAT wiederholen: So nutzt du das Wartejahr bis 2027

Den MedAT wiederholen oder etwas ganz anderes machen? Vor dieser Frage stehen seit Anfang August rund 11.300 junge Menschen in Österreich. Der MedAT ist der gemeinsame Aufnahmetest für Human- und Zahnmedizin an den Medizinischen Universitäten Wien, Graz, Innsbruck und der JKU Linz. Am 3. Juli 2026 haben ihn 13.248 Personen geschrieben, nur 1.950 davon bekamen ein Platzangebot. Seit Montag, dem 3. August 2026, sind die Ergebnisse online abrufbar. Eine Absage ist damit der statistische Normalfall, kein persönliches Scheitern. Dieser Guide zeigt dir, wie Nachrücken und Testeinsicht funktionieren, wann die Anmeldung für den MedAT 2027 startet und wie du das Wartejahr so nutzt, dass es dich wirklich weiterbringt, etwa mit einem Pflegepraktikum im Ausland.

Key Takeaways

  • Beim MedAT 2026 kamen rechnerisch 14,7 Prozent der Angetretenen zum Zug: 1.950 Studienplätze für 13.248 Testteilnehmer:innen. Eine Absage ist also die Regel, nicht die Ausnahme.
  • Nachrücken passiert automatisch. Du musst nur unter der E-Mail-Adresse aus deiner Anmeldung erreichbar sein; vor Anfang September bewegt sich dabei nichts.
  • Du kannst den MedAT wiederholen, eine Mindestpunktzahl oder eine Sperre gibt es nicht. Viele bekommen laut den Med-Unis erst nach wiederholter Teilnahme ein Angebot.
  • Die Anmeldung für den MedAT 2027 öffnet voraussichtlich im März 2027, der Test folgt Anfang Juli. Dazwischen liegen elf Monate, die du planvoll füllen kannst.
  • Praxiserfahrung wie ein Pflegepraktikum im Ausland bringt zwar keine MedAT-Bonuspunkte, aber Klarheit über den Berufswunsch, Praxisroutine und ein starkes Motivationsfundament für den zweiten Antritt.

Wie stehen deine Chancen beim MedAT wirklich?

Die ehrliche Antwort: Der MedAT ist ein Verteilungswettbewerb, kein Test, den man besteht. Für das Studienjahr 2026/27 standen 1.950 Studienplätze bereit, angetreten sind 13.248 von ursprünglich 16.880 Angemeldeten. Rechnerisch erhielt also rund jede siebte angetretene Person einen Platz. Diese Zahlen stammen aus der gemeinsamen Aussendung der vier Medizinischen Universitäten vom 3. Juli 2026.

Je nach Standort sah das Verhältnis unterschiedlich aus:

StandortAngetretenStudienplätzeRechnerische Quote
MedUni Wien6.57378411,9 %
MedUni Innsbruck2.63043016,3 %
Med Uni Graz2.32140617,5 %
JKU Linz (nur Humanmedizin)1.72433019,1 %
Gesamt13.2481.95014,7 %

Die Prozentwerte sind eine einfache Division von Plätzen durch Angetretene, keine offizielle Aufnahmequote: Kontingente und die getrennten Ranglisten für Human- und Zahnmedizin sind darin nicht abgebildet. Genau diese Zahlen erklären, warum so viele Betroffene ernsthaft überlegen, den MedAT wiederholen zu wollen.

MedAT 2026: Angetretene und Studienplätze je Standort Am MedAT 2026 nahmen an der MedUni Wien 6.573 Personen teil, dort gab es 784 Studienplätze. An der MedUni Innsbruck traten 2.630 Personen für 430 Plätze an, an der Med Uni Graz 2.321 für 406 Plätze und an der JKU Linz 1.724 für 330 Humanmedizin-Plätze. MedAT 2026: Angetretene vs. Studienplätze Wien 6.573 784 Plätze Innsbruck 2.630 430 Plätze Graz 2.321 406 Plätze Linz 1.724 330 Plätze Angetretene Studienplätze 2026/27 Balkenlängen maßstäblich (1 px pro 12 Personen). Quelle: Gemeinsame Aussendung der Medizinischen Universitäten, 03.07.2026, via studium.at.
Quelle: Gemeinsame Aussendung der Medizinischen Universitäten Wien, Innsbruck, Graz und der JKU Linz vom 03.07.2026, dokumentiert auf studium.at, abgerufen 2026-08-11.

Wichtig für die Einordnung deines Ergebnisses: Es gibt keine Mindestpunktzahl. Gereiht wird ausschließlich nach dem Gesamtwert innerhalb deines Kontingents, und die Grenze entsteht jedes Jahr neu aus dem Feld der Mitbewerber:innen. Ob deine Punkte 2027 reichen, hängt also nicht nur von dir ab, sondern auch davon, wer sonst noch antritt.

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Nachrücken und Testeinsicht: Das kannst du jetzt noch tun

Bevor du das Jahr durchplanst, schöpfe die laufende Runde aus. Das Nachrückverfahren startet automatisch, sobald zugeteilte Personen ihren Platz nicht fristgerecht annehmen: Dann rückt die nächstgereihte Person im selben Kontingent nach. Einen Antrag brauchst du dafür nicht, du musst nur unter der E-Mail-Adresse aus deiner Anmeldung erreichbar bleiben. Vor Anfang September passiert dabei nichts, weil die Zulassungsfristen der Erstgereihten noch laufen (Wien und Linz bis 5. September, Graz bis 4. September 2026). Die Med Uni Graz verständigt Nachrücker:innen bis spätestens 11. September; angenommen werden muss der Platz dort bis 14. September 2026.

Zweitens: Nutze die Testeinsicht. Innerhalb von drei Monaten ab Bekanntgabe deines Ergebnisses kannst du laut Universitätsgesetz Einsicht in deine Antwortbögen und Auswertungsunterlagen verlangen. Wer 2027 wieder antritt, sieht dort am genauesten, in welchem Testteil die Punkte liegen geblieben sind, und kann die Vorbereitung gezielt darauf ausrichten.

Lohnt es sich, den MedAT zu wiederholen?

Für viele lautet die Antwort ja. Die Medizinischen Universitäten weisen selbst darauf hin, dass zahlreiche Studienwerber:innen erst nach wiederholter Teilnahme ein Platzangebot erhalten. Eine Sperre oder eine Begrenzung der Antritte gibt es nicht: Du kannst den MedAT wiederholen, so oft du willst, und jedes Jahr erneut antreten. Der Test ist an allen vier Standorten identisch, die Unterschiede in den Aufnahmequoten entstehen allein durch das Bewerber:innenfeld je Standort.

Ein zweiter Antritt hat sogar strukturelle Vorteile, wenn du den MedAT wiederholen willst. Du kennst den Ablauf des Testtags, den Zeitdruck und die Aufgabenformate. Mit der Testeinsicht weißt du, wo du Punkte verloren hast. Und du kannst deine Standortwahl strategisch überdenken: 2026 lag die rechnerische Quote in Linz bei 19,1 Prozent, in Wien nur bei 11,9 Prozent. Wer flexibel ist, rechnet solche Unterschiede in die Entscheidung ein, auch wenn sich das Feld jedes Jahr neu mischt.

Ehrlich bleibt trotzdem: Eine Garantie gibt es nicht, und ein Jahr ist lang. Genau deshalb lohnt es sich, das Wartejahr nicht als Warteschleife zu begreifen, sondern als Baustein deiner Bewerbung an dir selbst.

MedAT wiederholen: Wann kannst du dich für 2027 anmelden?

Wer den MedAT wiederholen will, braucht vor allem zwei Termine. Die Internet-Anmeldung öffnet nach dem Muster der Vorjahre im März 2027; heuer lief sie von 2. bis 31. März. Der Testtag selbst folgt traditionell Anfang Juli, 2026 war es Freitag, der 3. Juli. Die verbindlichen Termine für 2027 veröffentlichen die Universitäten üblicherweise im Jänner auf medizinstudieren.at, dem offiziellen Portal der vier Med-Unis. Für 2026 geschah das am 13. Jänner.

Konkret heißt das: Zwischen der Absage im August 2026 und dem nächsten Testtag liegen rund elf Monate. Die Anmeldung verpasst nur, wer im März nicht aufpasst, denn eine Nachfrist gibt es nicht. Trag dir den Jänner als Erinnerung ein und prüfe dann die offiziellen Termine.

Dein Fahrplan durchs Wartejahr

So ordnest du die Monate sinnvoll, wenn du den MedAT wiederholen willst, ohne etwas zu verpassen:

  1. August/September 2026: Erreichbar bleiben fürs Nachrückverfahren und die Testeinsicht beantragen, solange die Drei-Monats-Frist läuft.
  2. Oktober 2026: Ergebnis analysieren, Schwächen benennen und entscheiden: zweiter Antritt, Plan B oder beides parallel.
  3. Oktober 2026 bis Februar 2027: Zeitfenster für Praxiserfahrung, zum Beispiel ein Pflegepraktikum im Ausland, einen Job im Gesundheitsbereich oder einen Sprachaufenthalt.
  4. Jänner 2027: Offizielle MedAT-Termine auf medizinstudieren.at prüfen und die Anmeldephase notieren.
  5. März 2027: Fristgerecht anmelden und die intensive Vorbereitungsphase starten.
  6. Anfang Juli 2027: Zweiter Antritt, diesmal mit Testroutine, gezielter Vorbereitung und einem Jahr mehr Lebenserfahrung.
Wartejahr zwischen MedAT 2026 und MedAT 2027 im Überblick Die Zeitleiste zeigt fünf Stationen: Ergebnisbekanntgabe ab 3. August 2026, Nachrückverfahren bis Mitte September 2026, Veröffentlichung der Termine im Jänner 2027, Anmeldung im März 2027 und Testtag Anfang Juli 2027. Die Termine für 2027 sind aus dem Muster der Vorjahre abgeleitet und noch nicht offiziell veröffentlicht. Vom MedAT 2026 zum MedAT 2027 Ergebnisse ab 03.08.2026 Nachrücken bis Mitte Sept. 2026 Termine online Jänner 2027 Anmeldung März 2027 Testtag Anfang Juli 2027 2027er-Stationen aus dem Vorjahresmuster abgeleitet (Anmeldung 2026: 2.–31.3., Test: 3.7.), noch nicht offiziell veröffentlicht. Quellen: studium.at, medizinstudieren.at.
Eigene Zusammenstellung auf Basis von studium.at (05.08.2026) und medizinstudieren.at, abgerufen 2026-08-11. Die 2027er-Termine sind eine Ableitung aus dem Vorjahresmuster, keine offizielle Ankündigung.

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Wie nutzt du die Zeit bis zum nächsten Test sinnvoll?

Elf Monate sind zu lang zum reinen Lernen und zu wertvoll zum Absitzen, egal ob du den MedAT wiederholen willst oder einen Plan B verfolgst. Aus unserer Beratungspraxis haben sich drei Bausteine bewährt, die sich gut kombinieren lassen. Erstens die gezielte Testvorbereitung: mit den Erkenntnissen aus der Testeinsicht, realistischen Testsimulationen und einem Lernplan, der erst im Frühjahr in die intensive Phase geht. Zweitens ein Plan B, der dich unabhängig vom Testergebnis weiterbringt, etwa ein verwandtes Studium oder eine Ausbildung im Gesundheitsbereich. Und drittens echte Praxiserfahrung im klinischen Umfeld.

Der dritte Baustein wird oft unterschätzt. Ein Praktikum in einem Krankenhaus beantwortet dir die Frage, die kein Vorbereitungskurs beantworten kann: Will ich diesen Beruf wirklich? Wer nach Wochen auf Station immer noch Medizin studieren will, geht mit einer ganz anderen Motivation in den zweiten Antritt. Und wer merkt, dass der Klinikalltag nichts für ihn ist, hat sich womöglich sechs Jahre Studium in die falsche Richtung erspart. Was dich im Studium später erwartet, von der Famulatur bis zum Klinisch-Praktischen Jahr, kannst du im Beitrag Famulatur und KPJ in Österreich nachlesen.

Pflegepraktikum im Ausland: Praxiserfahrung statt Leerlauf

Ein Pflegepraktikum ist die niederschwelligste Form von Klinikerfahrung, denn es setzt kein laufendes Studium voraus. Du unterstützt das Pflegepersonal auf Station, lernst Abläufe, Hygiene und Patient:innenkontakt kennen und bekommst einen ungefilterten Blick auf den Krankenhausalltag. Im Ausland kommt eine zweite Ebene dazu: ein fremdes Gesundheitssystem, englischsprachige Kommunikation und die Erfahrung, sich in einem neuen Umfeld zu behaupten. travel4med organisiert solche Praktika an geprüften Kliniken in Sri Lanka, Nepal, auf Bali und Sansibar, inklusive Unterkunft und Betreuung vor Ort; einen Überblick geben die Standorte.

Zwei Dinge musst du dabei ehrlich einordnen. Erstens: Für den MedAT bringt ein Praktikum keine Bonuspunkte, gereiht wird ausschließlich nach dem Testergebnis. Der Wert liegt in Orientierung, Motivation und Lebenslauf, nicht in der Punkteliste. Zweitens: In Österreich ist ein Pflegepraktikum für Medizin-Studienwerber:innen freiwillig, es gibt keine verpflichtende Vorpraxis; die Rechtslage dazu erklärt unser Beitrag zum Pflegepraktikum in Österreich. Anders sieht es aus, wenn du parallel eine Bewerbung in Deutschland überlegst: Dort verlangt die Approbationsordnung einen 90-tägigen Krankenpflegedienst, der ganz oder teilweise schon vor dem Studium und auch im Ausland absolviert werden kann. Welche Nachweise dafür zählen, liest du im Beitrag zur Anerkennung des Pflegepraktikums im Ausland.

Leerer Hörsaal als Sinnbild für den MedAT-Testtag, auf den sich Studienwerber:innen im Wartejahr vorbereiten
Elf Monate bis zum nächsten Testtag: Wer das Wartejahr mit Praxiserfahrung füllt, sitzt beim zweiten Antritt mit mehr Klarheit im Hörsaal.

Wie sich so ein Einsatz konkret anfühlt, beschreibt der Erfahrungsbericht Einblicke in mein Pflegepraktikum auf Sri Lanka. Zeitlich passt das Praktikum am besten in das Fenster zwischen Oktober und Februar, damit die intensive MedAT-Vorbereitung ab dem Frühjahr ungestört bleibt.

Du willst dein Wartejahr mit einem Pflegepraktikum im Ausland füllen? Wir beraten dich kostenlos zu Standorten, Zeitraum und Ablauf, damit dein Praktikum ins MedAT-Jahr passt. Jetzt kostenlose Beratung sichern.

Ist das Medizinstudium im Ausland ein Plan B?

Für manche ja, vor allem für jene, die nicht mehrmals den MedAT wiederholen wollen. Private und staatliche Universitäten im EU-Ausland vergeben Medizin-Studienplätze nach eigenen Verfahren, oft ohne MedAT-artigen Reihungstest, dafür mit Studiengebühren. Spannend ist die Brücke zurück: Ein Quereinstieg an eine österreichische Medizin-Uni ist möglich, sobald du mindestens 180 ECTS-Punkte aus dem ausländischen Medizinstudium mitbringst, an der JKU Linz sind es 150. Auch dieser Weg ist allerdings kontingentiert und kein Automatismus.

Rechne den Plan B realistisch durch, bevor du dich festlegst: Studiengebühren, Lebenshaltung und Finanzierungsmöglichkeiten haben wir im Beitrag Medizinstudium im Ausland: Kosten und Finanzierung aufgeschlüsselt. Und falls dein Weg über einen zweiten Bildungsweg führt, etwa Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung, findest du die Details im Beitrag Medizinstudium ohne Abitur.

Fachlich geprüft von MUDr. Andreas Zehetner, medizinischer Autor bei travel4med mit Erfahrung in der Begleitung von Auslandspraktika, Famulaturen und klinischen Praktika.

Häufig gestellte Fragen

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Quellen

  • studium.at – „MedAT 2026: 13.248 traten zum Medizin-Aufnahmetest an" (Angemeldete, Angetretene, Studienplätze je Standort; gemeinsame Aussendung der Medizinischen Universitäten vom 03.07.2026). Veröffentlicht 04.07.2026, abgerufen 2026-08-11. Link
  • studium.at – „MedAT 2026 Ergebnisse: Zulassungsfristen, Nachrücken und Plan B" (Ergebnisbekanntgabe seit 03.08.2026, Zulassungsfristen, Nachrückverfahren, Testeinsicht, Anmeldung März 2027, Quereinstieg 180/150 ECTS). Veröffentlicht 05.08.2026, abgerufen 2026-08-11. Link
  • medizinstudieren.at – Offizielles Informationsportal der Medizinischen Universitäten Wien, Graz, Innsbruck und der JKU Linz zum Aufnahmeverfahren MedAT (Testaufbau, Reihung nach Gesamtwert, Kontingentregelung). Abgerufen 2026-08-11. Link
  • Bundesministerium für Gesundheit (Deutschland) – Approbationsordnung für Ärzte, § 6 Krankenpflegedienst (90 Tage, Ableistung vor oder während des Studiums, auch im Ausland möglich). gesetze-im-internet.de, abgerufen 2026-08-11. Link